Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 34 (24.8.1870)
- Date
- 1870-08-24
- Page
- Seite 274 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 274 — flfit über dieselbe besprochen werden. In ter Lektüre des relig. - philos. Werkes werden die philosophischen Ausdrücke erklärt und 'die Behauptungen, mit ihren Beweisen erläutert!! — In der nie: wird vorzüglich auf richtiges Lesen und klares Derständniß der Diskussion, des Commentars von 'Bn und nisain geachtet. Als Wiederholung dient ni’jro tcm's des d3*dt und i?«n ’pDS, an welche sich dann der specielle pois anschließt. niarn und sind die Tractate, welche dnrchqearbeiret werden sollen. Im pvis wird der i"'*) zum Theil durchgenommen und jeder;n mit Berücksichtigung der gegenwärtigen LebcuSvcrhältnisse besprochen. Die E-Ei'£ werden theilS vorübersetzt, theilS von den Schülern übertragen. Ihr Gedankengang wird erklärt, die Entstehung derselben und ibre Anwendbarkeit für -unsere Zeit besprochen und vorzüglich der religiöse Stoff, den'sie reichlich bieten, mit Wärme erörtert und sprachliche Schwierigkeiten erklärt rc. Hierzu der Stundenplan: die beiden unteren Curse haben combinirt -: eine stunde, min mit 'v“-\ 1 Stunde, Thoralesen mit Haphlhoraübersetzung 1 Stunde, m'5n mit c^h' 2 Stunden, D’ama 1 Stunde; der obere Cursus allein 1 Stunde; erno und Predigten 1 Stunde, Religionsphilosophie 1 Stunde, .' D’or-2 und Synogogengesänge 1 Stunde. Combinirt haben alle 3 Curse nachexilische Geschichte 1 Stunde, »:nE: 2 Stunden und pair 1 Stunde. Wir bitten unsere geschätzten Leser, den ganzen Lehrplan noch einmal durchzulesen, bevor sie urtheilen; sich -u erinnern, daß eS sich um L-eminaristen handelt; sich solche junge Menschen, und ihroft kümmerliche Vorbildung und ihr unbeholfenes Wesen zu vergegenwärtigen; darüber Betrachtungen anzuslellen, waS eigentlich Schulamtszöglinge Alles im profanen Wissen lernen müffen, wenn sie mit Ehren unter ihren nichtjüdischen College« bestehen sollen; daß nicht alle Menschen, folglich, auch nicht alle Seminaristen, sprachliche und mnemonischeGenies sind, dann das aufgewendete Zeitmaß mit dem Materiale zu vergleichen und sich schließlich zu fragen: ob. sie aus diesem Plan klug werden können? Wir sind es nicht im Stande. Es besteht ein orthodoxes Seminar in Würzburg. Wir möchten ernstlich fragen, ob man dort solche exorbitante Anforderungen stellt? Wir zweifeln sehr. Und dann , wir stellen ein einfackes Rechenexempel auf. Die Thora hat 54 Sidra's, jede Sidra 7 Parschio's. Angenommen auch, daß viele nur Nein sind und Siele ans anderen Gründen unberücksichtigt bleiben mögen., so glauben wir doch behaupten zu dürfen, daß selbst bei täglich einstündigem Unterrichte mindestens ein volles Jahr daraus geht, um die Thora mit Commentar rinzuüben und klar zu legen. Wir verstehen darunter natürlich nicht ein einseitiges Raschilernen, sondern ein möglichst klares Auffaffen des Bibeltextes und seiner Commentare. Erklärung und Entwickelung sprachlicher rc. Schwierigkeiten auch vermittelst der neuern jüdisch-deutschen Erklärer. — Philippson, Herxheimer, Fürst rc. — Bei wöchentlich 1 Stunde wird man damit in 3 Jahren Nichts zuwege bringen, wird man kaum soweit kommen, daß die besten Zöglinge sich darin selbst vervollkommnen können. Wir möchten darüber eine« Zögling des Hannöverischen Seminars hören, wo dieser Unterricht von De FrenSdotff tüchtig und einsichtsvoll ertheilt wird. — Wir gehen weiter: ES sind ca. 60 Haphthora'S vorhanden. Wir fragen jeden einsicktsvollen Lehrer, ob nicht zur Uebersehung und Erklärung der meisten eine volle Stunde nöthig ist? Und wir glauben mit Bestimmtheit die Uebereinstimmung Aller zu haben, die sich mit diesem Unterrichts - zweige befaffen, wenn wir behaupten, daß, abgesehen von Vj, zu i.i'pv' ein Jahr, zu i.tet ein Jahr, zu E'^nn und 'dvE ebenfalls ein Jahr, also zusammen 3Jabre nöthig. sind, bei wöchentlick mindestens zweistündigem Unterricht (und Herr vr. Kroner widmet den nur int oberen Cursus eine Stunde wöchentlich), wenn dieser Unterricht auch nur einigermaßen genügend betrieben werden, wenn diese großartigen Schriftwerke nur cursorisch übersetzt und erklärt werden sollen. Wo bleiben da die übrigen Theile der Schrift, für die dock auch etwas gethan werden soll; die Herr vr. Kroner sämmtlich berücksichtigen will? Und nun: E'Ei'v, nn-.E, ReligionSpbilosophie (also Jkkarim, Choboth Hallebobath oder dergl., wenn wir recht verstehen; oder gar der More oder Kusari?) und endlich eriEa! Gemoro wöchentlich 2 Stunden und pDts i Stunde!! Wir fragen nicht, was sollen 2 Stunden wöchentlich in einem solchen UnterrichtSzweige im combinirten Cursus; wir wollen nicht daS Zeugniß aller Einsichtigen, daß damit auch gar nichts fertig gebracht werden kann; wir fragen nur: was soll maa für den Lehrer unserer Zeit? DaS ist eine so ernste und gewichtige Frage, daß wir sie etwas eingehender besprecken müssen. (Fortsetzung folgt.) * beißt w und nickt umgekehrt min;., wie man vielleickt anzunebmen gesonnen sem mcckte.