Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 31 (3.8.1870)
- Date
- 1870-08-03
- Page
- Seite 254 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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254 — schriflstellsr wie auch als sichrer an einer öffentlichen Schule Berlins. - Schmidtist ein echter Schüler Pestalozzi's uvd Diefterweg'S; — von oben her hat er darum nickt am Tank und Anerkennung zu rechnen. Um so erfreulicher ist eS, daß eine große Zahl feiner Freunde und Tlerehrer feine Thätigkeit anerkannt und ihm an feinem .Illbeltage erhebende Ovationen dargebracht haben. Don den Verlegern seiner Schriften — Hugo Kästner und Max Böttcher in Berlin — ist eine sehn schöne auSgeftattrte ZubiläumSfchrift erschienen, die bei dem Elfteren gratis zu beziehen ist. — Die Frage „über die-Mädchen-Erziehung" in der Gegenwart, über die Lebensaufgabe und Stellung der Frauen, über die Lehrerinnen und ihren Beruf ist eine so tiefeinsckneidend'e. "daß sie naturgemäß eine Masse von — guten und schlechten — Schriften hervorgerufen hat. Wir sind kein Verehrer der emancipaticnSsüchligen Damen und gesteben, daß wir immer noch glauben, daß mehr für eine dem naturgemäßen LrkenSberuf deS weiblichen, Geschlechts entsprechende Bildung und für eine dahinzieleude Wirksamkeit im Allgemeinen geschehen sollte, und wir danken Gott, daß diese Frage der, Judenheit eigentlich noch weniger nahe liegt. Doch können auch wir den Blick nicht verschließen vor den großen Gebrechen unsrer Zeit, die soviele arme Mädchen zur Ehelosigkeit verdammen — ein trauriges Geschick! — und müssen anerkennen, daß die Erziehung der Freuen auf ihre möglicherweise Selbstständigkeit mehr und mehr Bedacht nehmen muß. In dieser.Ricktung nun sind in der C. G. Lüderitz'scken DerlagSkmckhandlyng zu Berlin erschienen: Die Berliner Frauen-VereinsrConferenz am 5. und 6. November1869. (Stenographische Aufzeichnung) und eine Schrift über- „d'ie Stellung der deutschen Lehrerinnen, von Maria Calm, und im Selbstverläge des Verfassers (Berlin, Schwedterstr. 9): Aus dem Tagebuch einer sungen Lehrerin. — Noch machen wir auf eine zwar nicht hierher gehörige, doch in das Reffort der Frauen einschlägige Schrift aufmerksam: (Leipzig. Verlag von Eduard Kummer), „die gebildete Hausfrau als wirthfckaftliche Einkäuferin und Verwalterin nach Grundsätzen der Naturkunde, Gesundheitslehre, Oekonomie und guten Sitte. Von Dr. med. Hermann Kl enke. Der bekannte Herausgeber behandelt die einschlägigen Fragen mit vieler Einsicht und Hingebung. Das Werk erscheint in 8—9 Lieferungen zu 4-5 Bogen; Preis jeder Lieferung 6 Neugrofchrn. Schreiten wir zu den Büchern für den geschichtlichen Unterricht fort., Leitfaden und Lesebuch de-d Geschickte für Schulen. In vier Stufen. Don Th. Kriebitzsch, Director der höheren Bürgerschule zu Halberstadt. Berlin. Verlag von Alvin PrauSnitz. Wir haben dies Buch, das jetzt in zweiter Auflage erscheint, in ersten bereits besprochen. Es ist hier daS geschickisicke Material nach der jeweiligen Fassungsgabe der Schüler stufenmäßig bearbeitet. Zn der unteren Stufe wird ein besonderes Gkwicht auf die Culturverhältniffe gelegt und es ist dem Verfasser gelungen, -chiese sonst sehr schwierig zu behandelnden Verhältnisse recht anschaulich darzustellen. Bei weiterem Fortschreiten auf den höheren Stufen wird das Material mehr und mehr vertieft, der geläuterten Fassungskraft angemessen. Die Darstellnng ist lebendig und fließend, — Ein Werk, mehr zur Lectüre und Selbstbelehrung auf histori'chrm Gebiete, ist: Erzählungen auö der Weltgeschichte. Für die Jugend dargestellt von H. Herzog. I. Theil: DaS Altcrthum. (Aarau, Druck und Verlag von I. I. Christen-) Das Luch enthält eine reiche Auswahl interessanter Ereignisie und biographischer Bilder auö der Geschichte deS Alterthums, in interesianter, theilweise poetischer Form. — Eine mehr übersichtliche historische Darstellung bietet: Leitfaden der Weltgeschichte von 0. Sommer. (3. Auflage, Preis 5 Sgr. Verlag von Harald Bruhn in Braunschweig.) Aeußerst praktisch und übersichtlich, für die Hand der Schüler geschaffen und demselben auch für die geschichtlichen Thatsachen Anhaltspunkte bietend. — Hierzu als Anhang: A b r i ß d e r preußischen und hannöverischenGeschichte. — Tabellen zur Weltgeschichte, in mehreren durch den Druck geschiedenen Kursen, ausgearbeitet von vr. Gustav Schuster. (3. Auflage. Hamburg, Otto Meißner 1870.) Eine bloß die Daten der Geschichte bietende Schrift, ein Gerippe, das der Lehrer mit Fleisch und Blut zu umkleiden hat. Don demselben Verfasser (und in derselben Verlagshandlung) sind erschienen: 100Zahlen aus der Weltgeschichte die wir für gewöhnliche Schulen als recht praktisch' anerkennen müssen. Wir haben fernerhin ucch ein Werk zu erwähnen: Die deutsche Geschichte mit Berücksichtigung der preußischen. Ein Wiederholungsbuch für Schulen. Herausgegeben vo» W. Di e tlein, Rektor der Volksschulen in Nordhausen, II. Auflage (Verlag und Druck von Ludwig Leop. Franke in Qnedlinburg), welches in mehr erzählender und zusammenhängender Form die d e u t s ch e Geschichte so erzählt, wie sie für Kinder anziehend und lehrreich ist und dabei auch den Culturintereffen, der Geschichte des Volkes, einen größeren Raum gönnt. (Fortsetzung folgt.)- Feuilleton. Sind Pferde und Esel schon von den ältesten historischen Zeiten an in Egypten als Hausthiere vor-