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Der israelitische Lehrer · 1870-08-03 · 31 (3.8.1870) · p. Seite 250

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
31 (3.8.1870)
Date
1870-08-03
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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— 250 — mngen in dieser Frage, »on^enen di« ei«e di^Er, werbSthätigkeit, die andere die HLusliche THLtigkeit in den Vordergrund stellt, für die zweite Richtung. Er beantragt auszusprechen: 1) die weibliche Bildung , wie sie jetzt in den höhern Schichten der Gesellschaft, aameutlick in vielen Sckulm, angestrebt wird, genügt nicht. 2) Die Schule soll .deßhalb bei der den Frauen zu gebenden Bildung vorzüglich dm Zweck, für Häuslichkeit und Familie ju erziehen, in’« Auge fassen. 3) Auch die oft erforderliche Erwerbsfähigk?it soll angemessen berücksichtigt werden. '4) Sie soll die verderblichen Einflüsir auf Charakter und Sittlichkeit, welche die jetzigen gesellschaftlichen Zustände auf die Familie üben, energisch bekämpfen. Herr Lederer aus Pest beantragt: 1) Die Mädchen der armen und unbemittelten Volks klaffe sollen im Alter von 12—16 Zähren den zur sittlichen Existenz nothwendigen wissenschaftlichen Unterricht erhalten. 2) Das Ziel der Frauenbildung ist, sie zu befähigen, in jeder Stellung das eigme Glück und da« ihrer Umgebung mit allen möglichen moralischen und intellectuellen Mitteln zu förv.rn. Unter den 13 vorgemerktm Rednern erhält nun Fräul. Auguste Weyromch aus Berlin vor Allen daS Wer'. Die Frau, sagt sie, habe keine dienende, untergeordnete Ausgabe.» Sie habe nicht bloß das innere Familienleben aufrecht zu erhalten; sie habe gleich dem Manne eine E.ulturausgabe zu vollziehen, die sich an daö Menschheitsganze wendet. Diese Aufgabe finde in der erziehenden Thätigkeit zuerst ihre Lösung; dieselbe umfaßt sowohl die rationelle LeibeSpflege, als die höchsten Ziele des Menschheitsganzen. Heißt aber daS Geschick die Frau allein in der Welt stehen, so hat sie eben sowohl wie der Mann die weitere Aufgabe, ihre Arbeitskraft auf allen denjenigen Gebieten zu bethäkigen, zu dmen sie Kraft und Befähigung in sich trägt. Die Arbeit, die den Mann frei macht, führt auch die Frau zur edelsten Freiheit; unsere Töchter müffen daher auch für jede ehrenhafte Arbeit außer dem Hause erzogen werden. Reduerin schließt unter großem Beifall mit den Anträgen:.1) DaS weibliche Geschlecht soll durch Er- , ziehung und Unterricht für seine speziell erziehliche! Aufgabe nach allen Seiten hin sowohl praktisch als! theoretisch vorberditet werden. 2) Erziehung und Un-! terricht des weiblichen Geschlecktes muß derart sein, ' daß da« Mädchen nach vollendeter Schule ausgestat-! tct ist mit solidem Wissen und Können, daß es ge- I schult ist im klaren Denken und sittlichen Wollen; nur eine solche BafiS wird die Frau befähigen, sowohl ihre erziehlicke Aufgabe bewußt zu lösen, als sie dieselbe lüchtig macht, in jede etwaige Fachschule einzutreten. In demIlben^ sprechen noch Hie Herren Pollak aus BoSkowitz, Stojanvic aus Semlin. Toselowsky aus Berlin, Zanson auS Bremen, Köhler aus Wien, Heinrich ans Prag; letzterer weist auf die Nützlichkeit der Kindergärten für Mädchen hin. Fräul. Jsabella Santi aus Rudolfsheim (nächst Wien) hält für daS einzige Ziel der Schulbildung de« weibliche» Geschlechts: Erwerbsthätigkeit; Arbeit ist die Losung unseres Jahrhunderts und sie spricht .zum W«be wie zum Manne. Verhält sich auch die Arbeitskraft de« Weibes zu der des Mannes wie 1 : 10, so geht dock mit der Vernachlässigung der weibl. Erwerbsfähigbeit eine riesige ProduktionSkrast für die NationalwDhlfahrt verloren. Deßwegen wird über i kurz oder läng eine vernünftige Fräuenemanzipation \ eintrete». Upd vor Allem mstffe dgs. Woib in der j Schule seinen Platz finden. „Setzet Mütter in die j Schule und ihr werdet Mütter erziehen.* Der ebe- 1 liche Beruf hindert dir Frau nicht, Lehrerin zu sein, , und sie ist zu diesem Berufe als Muster besonders geeignet. Nachdem der Referent vr. Maier dagegen prolestirt, daß man das eheliche Verhältniß der Frauen - nicht als die Hauptsache betrachtet, wird zur Abstimmung geschritten und eS wurden angenommen:! Die Anträge des Fräul. Weyrowitz; der 1. und! 4. Antrag des Ör. Meier. Der 1. des Dir. Lederer. 1 Die Anträge deS Or. Pollak aus BoSkowitz: 1) An! den höhern Tächterschulen werde.Erziehungslehre als 1 obligater Lehrgegenstand eingeführt. 2) In den grö-! ßeren Städten werden regelmäßige öffentliche Lehrkurse abgehalten über Erziehung mit besonderer Berücksichtigung der Behandlung der Kinder in den ersten Lebensjahren für Frauen und vielleicht getrennt davon in populärster Weise für diejenigen, die mit der Beaufsichtigung und Pflege der Kinder betraut sind und endlich folgende Anträge des Herrn Sonkup aus Wien: 1) Die klösterliche Erziehung ersetzt nicht den Hort der Frauenbildung, die Familie. 2) Es sind Fortbildungsschulen enlweder selbstständig zu errichten oder an die Mädchenschulen anzuschließen. (Schluß folgt.) Jüdische und christliche Schriftauslegung. (Fortsetzung.) DaS mosaische Gesetz stellt diesen Ausspruch dagegen als einen Artikel des öffentlichen Strafrechts hin, von welchem die Principien der Nachsicht und

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