Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 30 (27.7.1870)
- Date
- 1870-07-27
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 245 — Die Antecedentien de- GrenzcomiteS und seine Aufgabe ist uns bekannt. Wir wollen hier nur auf daeingehen, was diesebereits geleistet hat. Es hat 371 Personen zur Auswanderung verhelfen, worunter 1 nach Constantinopel, 1 nach Frankfurt a. M., 9 nach Hüll, 1 nach Leeds, 32 nach London, 14 nach Manchester, 286 nach Newyork, 12 nach Paris, 15 nach Wexio in Schweden. Die Auswahl war eine strenge, fürsorgliche. Zn Newyork hat sich jetzt ein Comitö gebildet, das die Auswanderer empfängt und sie passend unterzubringen bestrebt sein wird. < (Fortsetzung folgt.) Literarisches. Ober-Ingelheim, den 18. Juli 1870. Während sie draußen die Schwerter" wetzen zum Kriege und die Musen und Grazien, die Künste des Friedens scheu zurückweichen vor dem Getöse, das vielleicht die stille Geistesarbeit, die Fortentwicklung der Menschheit für Jahre hin stört und unterbricht, liegt uns die im Ganzen angenehme Pflicht ob, eine g^toße Masse von Schriften, die sich seit lange bei uns angehäuft, der Besprechung zu unterziehen. Wir werden so die Vermittler sür die Geistesarbeit Anderer,' um sie zur Kenntnis einer größeren Masse von Interessenten zu bringen und die Gedanken und Ideen der Einzelnen glächsam zu vervielsältigen. Wir wollen diese Aufgabe jetzt und für die Folge mehr im Zusammenhänge erfüllen, um den Ueberblick über daS WachSthum der geistigen Produkte zu gewinnen urd zu erhalten, die uns vorliegen. Wir wenden unsere Aufmerksamkeit zuerst Schriften zu, die bereits bekannt und von denen wir blos das Fortschreiten in der alten Weise zu constatiren haben. — Don der im P a y n e'schen Verlage erscheinenden „illustrirten Prachtbidel für Israeliten" snp liegt jetzt das 28. Heft vor, welches bis zum 9. Kapitel deS Propheten Jesaia reicht. Der innere Werth und die äußere Ausstattung erhalten sich auf ihrer Höhe. ES wird das ein prachtvolles Nationalwerk geben. — Wir wollen uns hier einen Abstecher auf ein älteres, hierhergehöriges Schristchen erlauben, das, wir glauben so, leider nur wenig bekannt ist, und doch eine größere Verbreitung verdient: Bon Dr. M. Stern, z. Z. in Berlin, erschien für Schulzwecke vor längerer Zeit „no1?» ’P»d, die Sprüche Salomo'», methodisch, für den Schulgebrauch bearbeitet und mit einer leicht faßlichen kurzen Grammatik der Hebr. Sprache, sowie mit einem Wörterbuch versehen. Ein sehr empfehlenSwerthe«, gut gearbeitetes Schriftchen, das Schulen, welche im Stande sind, die Sprüche Salomo's, diese Quelle der Weisheit, diesen unerschöpflichen Born für die Jugend, in ihr Unterrichtsmaterial aufzunehmen, ganz vorzügliche Dienste thun wird, das aber auch Lehrern und Freunden der Hebr. Sprache und besonders der Sprüche Salomo's Ane sehr willkommene Gabe sein dürfte. Zu beziehen durch den Herausgeber selbst Hrn. vr. M. Stern, Prenzlauerstr. Nr. 39, Berlin, wenn wir nicht irren, zum Breise von t/z Thlr. — Don Sammelwerken erwähnen wir hier die: Sammtuug gemeinverständlicher wissenschaftlicher Verträge, hereuSgegeben von Rud. Dirchow und Fr. v. Holzendorf. Von den neuesten , bis zu Heft 103 fortgeschrittenen Heften der 5 Serie erwähnen wir noch; 98, Physiognomik und Phrenologie; 99 da« Zwölf-Göttersystem der Griechen und Römer; 100, der ärztliche Beruf; 101, Reform der Vormundschaftsgesetzgebung; 102, Arbeitsvorräthe der Natur und ihre Benutzung und 103 Aristoteles und seine Lehre vom Staat. Ueber die.deutsche Sprache und den Sprachunterricht liegen uns mehrere Schriften vor. Im Verlag von Herold Bruhn in Braunschweiz sind erschienen: UebungSstoffe fürdeutschen Sprachunterricht von L. Heinemann (Preis 4 Szr.) Ein recht praktisches Büchlein! —Im Berlage der I. S t a u d i n g e r'fchen B u ch h. zu W ü r z b u r g ist v o n einem Elementarlehrer ein Sprach Küchlein für die ersten Schuljahre erschienen, das planmäßige Uebungen im verbundenen Sprach Auffatz und Rechtschreibunterricht enthält, und ganz gut angelegt ist. Der Grammatik scheint uns für diesen Schülerkreis jedoch ein zu weiter Spielraum eingrräumt. — Die deutsche Schulz ra mm atik von Gottfried Gurke (5. Aufl. Hamburg. Otto Meißner 1870) dürfte unfern Lesern ans früher besprochenen Auflagen bekannt sein; steift eine Schrift, die auch für weiterzehende Schulen ausreichendes Material bietet, rbens» wie das Lehrbuch der deutschen Sprache von Dr. H. Th. Traut, Lehrer an der kaufmännischen Fortbildungs-Schule, zu Leipzig (Halle, G. Schwetschke'scher Verlag 1869), das für höhere Schulen, insbesondere Fortbildungsanstalten bestimmt, sehr reichhaltig ist und durch seine Vergleichungen mit altdeutschen und auch fremdsprachlichen Ausdrücken zu eingehenderem Sprachunterricht pasienden Stoff bietet. — Lei Reinhold Pabst in Delitzsch ist von Friedr. Aug. Steger ein