Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 27 (6.7.1870)
- Date
- 1870-07-06
- Page
- Seite 219 (sequence 7)
- Language
- German
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— 219 — l rechnet, ein K'ndeShcrz unsanft zu berübrm, wenn eS nicht um der Heilung eines Schadens willen geschieht. Welche- Aussehen aber würden die Sachen annehmen, wenn, was Einige gar nicht verheblt haben, bei den Meisten oder gar bei Allen der Fall wäre, wenn sie den oben angegebenen Grund nur verschätzten, um zu verbäten, dag nicht eine zu große Anzahl von jüdischen Kindern in jene Schulen eintreten. Ich will nicht auf die hier herrschenden gesrll- »chafllichen Verhältnisse einzehen, die in der Thal der Art sind, daß das Interesse von Schulvorstehern durch den Eintritt einer unverhältnißmäßigen Zahl von jüdischen Kindern leicht gefährdet werden kann. Kein billig Denkender wird es den Privatunternehmern von Schulanstalten verübeln," wenn diese etwas vermeiden wollen, wa« ihrem Unternehmen, wie die Lachen einmal liegen, vielleicht erheblichen Nachtheil bringen kann. Aber ist eS wohl, abgesehen von dem Mangel an Offenheit, statthaft, sich deS Religionsunterrichts gleich als einer Vogelscheuche zu bedienen, durch welche man die Aengstlichen abschreckt, die Sorglosen und Dreisten aber nicht? Daher bezeichne ich die bejprochene Einrichtung als einen Mißbrauch, der im Intereffe der Religio» und Erziehung überhaupt dringende Abhilfe erheische. Um diese Abbilfe ohne Schädigung des wohl zu erwägenden Privat - Interesses der Schulvorsteher zu schaffen, mögen dieselbm, sobald durch neue Anmeldungen die Ueberhäufung. ihrer Schule mit jüdischen Kindern beginnt, den Betreffenden offen erklären, daß und warum sie sich außer Stande sehen, noch mehr jüdische Kinder aufzunehmen. Wenn da» in einer angemeffenen Weise geschieht, >o werken jene Schulvorsteher und Schulvorsteherinncu besser als jetzt ihren Zweck erreichen, und sich in ihren 'chulinännischen Gewissen beruhigt fühlen, das. wie ch nicht zweifle, gegen die hier zur Sprache gebrachte. 'Einrichtung noch vielfach ankämpfen wird. („Hamburger Nachrichten* v»26. Juni.) Prag. Außer dem gelehrten Wesselv wurde auch kürzlich der einflußreiche v. Porlheiin begraben. Er bat Memoiren binterlaffen, welche uns über s,inen Aufenthalt;m Schlöffe der Frankisten in Qfscnbach -genaueren Aufschluß geben können. Seine mündlichen Mittbeilungen bat damals der mit ihm befreundete ldr. A. Stein von hier ausgezeichnet und in dem Jahr», "buch der „Acbawa" 1*6$ veröffentlicht. Brüssel. Ibrc Leser werden von der Prozession wissen, welche die hiesige Elerisei zur I ibelseicr der :m Jahre 1670 vollzogenen Indenverbreurnng in Scene setzen will. Der Magistrat und die Regierung halten sich passiv, wollen die Frier in Rücksicht auf die ^'elheik des EultuS nicht bindern, aber rchben von oer Tbeilnabme ab W>r glauben, hier geht d»» Toleranz zu weit. Der Staat hat die Ausgabe nnd> Pflicht, sich zu vergewissern, daß die Religionen, welche im Staate geduldet und geschützt werden. Nicht» lehren und treiben, was den allgemeinen Interessen der Gesellschaft zuwider oder geiöhrlich ist. L>egt e» nun im Intereffe de« Staats, Judenverfolgung und» Verbrennung gut zu heiße»? Wenn nicht — hat der Staat nicht die ^Verpflichtung. solchen Lehren und Neliziousübungen hindernd eutgegenzutreten? Wrr halten uns überzeugt, den Juden gegenüber würde der Staat sich eventuell anders verhalten. Man würde über die sittenverderbenden und gefahrbringenden Lehre« und Ceremonien des Judentbnms ein Zeter erheben und einen gegen Inden und Judenthum predigen. Hier ist es .-feit zu reden und nicht zu schweigen. WM" Vaeanzerrliste •) "MW | Schiefbabn. Kr. Gladbach, ReligionSlehrer- > und Vorbeterstelle, Vorsteher, Iiaak Kaufmann. I Ereinfeld, Kr. Lauterback in Oderhessen. Religionolebrer und Porbeter, Gehalt 200—250 fl., und freie t Kost und Wohnung, Nebenverdienste; Vorsteher I. Heß. Eiten seid mit Buchenau, Kreis Hünfeld, i,Elementarlebrer, Vorbeter und Schächter l50 Thaler Gehalt." 70 Sbaler Accidenlieu: Meldungen beim Vorsteberamt der Israeliten i« Fickoa. Müblhausen. Lehrer und 'Vorsteher. Gehalt 650 fl.z frei« Wobnnug, ca. 20.» fl. nichtzärantrrte Nebenverdienste. Gewünscht werden Kennlnissö in der Musik und neuere» Sprachen. Meldungen bei de« Vorsteber der Cultusverwaltung. Michael Katzenstein. Getdrrn, Lehrer und Borbererj Gehalt 600 Tblr., Eintritt 1. Sept.; .Vornebca N. Franken. Grauden z, Religionslehrer und Eanlor. Gehalt 600 Thlr. «nd Aecidenzien, Meldungen bei Ahron «. Bohm. - *) iSiv bitlrn unsere College», durch Mitlheilrmg von »acaitteu — insbesondere guten — pehrerstelleu zur Vcr» vollstäudrgung vieler Piste bcizutrage« Anzeigen. kie Adjuncre» Stelle eines Vorsänger-, Lehrer» )nud Schächters soll sofort unker günstige» Bedingungen und mit t>er Hoffnung aus Nachfolge mir einem unvcrb.'irald.r.'u Man».' de>es: wer den. Ouaiistcirte Bew'bei wollen sick unter Einsendung ibrer Ze>zan:»''e diet in den ll-uerzeicknerer» wenden. W.o l s e u h ü t t e l. den L6. Juni t>>70. (Hecz»,rbum Br->nu>chn>eig.)