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Der israelitische Lehrer · 1870-07-06 · 27 (6.7.1870) · p. Seite 220

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
27 (6.7.1870)
Date
1870-07-06
Page
Seite 220 (sequence 8)
Language
German
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— 2*0 An Deulschtands Lehrer! Die eigenen materiellen Jntereffrn gemeinschaftlich zu wahren, tst das LvvfungSwort der Gegenwart- „Die Zeit de» Individuum« ist vorüber, e« beginnt die j$fil der Afforiation.- In allen Srei'en der mcnicb- "Uchen Gesellschaft zeigt sich da» Bestreben nack, solcher. Auch an die Stufen de» Katheders schlagen — selbst jenseits de» Orran» — die Wegen derselben Perlassen von allen Parteien, ist der Lehrerstavd auf sich selbst angewiesen. Wenn auch hier und da von außen für die materielle Lage der Lehrer etwas gethav wrrden, so ist doch nicht zu selten die Sorge um dieselbe der Spielball verschiedener Parten ichlnngen. Wohl Hot der Lehrerstaod sich fleißig bemüht, nach Innen sich selbst zu heben, nur gering aber und znstrent sind die Persucke, dir moterirlleLage desselben zu vrrbeflern und so auch nach Außen hin, demselben eiur böhere Stellung zu geben. Und doch ist eo llar. daß nnr mit Hebung der materiellen Lage der Boden gewonnen wird, auf dem ein Emporblihen de» Leheerstandes nach allen Seiten hin möglich ist. Es ist daher hohe Zeit in der pädagogischen Welt, mit der Idee eine- „EchutzverdtUldkü für Lehrrr" vor die-Oeffentlichkeit zu trenn. Im Herze», Norden und Süden Deutschlands sind wiederbolt AffociationSgrdanken und eben selche Befirekuugcn aufgetauchl: nur fehlte ihnen der eigentliche KrvstallisationSkern und der entsprechende Organisationsplan. Der Versuch ist gemacht, die hierzu erforderliche Arbeit ist in Angriff genommen. Eine von der Idee de» Sckutzverbandrs oflgemein begeisterte Anzahl hiesiger Lehrer hat die Vorarbeiten für eine größere! Vereinigung feweil gkjördert, daß dir Cchutzverbandsidee in ihren Hauptzügen der ganzen deutschen Lehreiwelt zur Prüfung und beziehentlich zum Anschlüsse vvrxelegt werden kann, und hat sich bereit» zu einem Vereine rvustituirt. Der Sckutzreeband Hai keinen andern 8we<k als den. eine Phalanx zu schaffen, di« mit den Waffen des RechlcS ui d des Fortschritte» für die materiellen Interessen der Lehrer rintrilt. Dem Schuhverbande wird es heilige Pflicht sein, dem sckuldl«» Angeklogtln und unschuldig Leidenden die Hilfe zu gewähren, die er allein nicht im Staude ist, sich zu verschaffen; cS werden reiner Fürsorge und seinem Schutze die ohne Schuld außer Amt und Siebung gekemwenen Mitglieder unterstellt und in BerufSklaffen, für die sie sich qualificiren, nnlergebreckl werden. Der Verband wird recktsgekränklen Mitgliedern durch Unterstützung und Intervention die Betretung des Rechtewegr» bt« in die döckseen Instanzen ermöglichen; er wird ferner Schulgesetze und Verordnungen seiner Kritik unterwerfen Der Schutzrerband wird vor Allem die Presse zur Wahrung seiner Jntereffen.-in Anspruch nehmen, damit das Volk bis in die höchsten und tiefsten Regionen die ehrenhaften und weitgehenden Bestrebungen des Vereins erkennen lerne, und Jedermann zur direkten oder indirekten Mitförderung seiner Zwecke heran;nzieben suchen; er wird sich ferner die Gründung eine» TerbandsblotteS, hauptsächlichbehufS Mitlhe-Iungen statistischer und zweckdienlicher Notizen, angelegen sein lassen und endlich die Gründung einer Darlehnekoss« und anderer dem Wrble seiner Mitglieder dienenden Anstalten anstreben, selbstverständlich aber zweifelhafte und unlautere Elemente von ^er Mitgliedschaft fern Hallen. — Somit unterscheidet sich der Cchutzverband wesentlich von den schon bestehenden pädagogischen und ähnlichen Vereinen. -Tie Erreichung aber der besonders zuletzt genannten Ziele wird-jedoch so große Opfer in Anspruch nekmln, daß sie nur durch Vereinigung der grsammten deutschen Lehrerwrlt möglich sein wird. Darum ergeht vrm hiesigen Vereine aus an Deutschland» Lehrer der Austus, die Zdee zu prüfen und, 1 wenn sie sich derselben anschließen, sich zur Mitgliedschaft bei dem hiesigen Vereine anzumrlden, bis un« später! unter günstigeren VerrinSgesetzen »«glich sei« wird, Zweigvereine zu bilden. Nähere Auskunft erlheilt und ' Anmeldungen zur Mitgliedschaft nimmt «ntgezr» Herr Eautor Roder, Pvliergaffe Nr. 2, I. Etage. i Dresden, awl. Juni 1870. I ' . I Schrrtzveröaud für «Lehrer. ,! LerauewarUich« Redaktion »fc »erlas da» Zofeph Kliugrnstetn, Lehrer zu Ingelheim- Kür dcn Euchhoudel i» kc, Mission bei O^tar Lriurr ü, Leipzig — Z. Sottleben's Buchdruckeret in Mainz. i

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