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Der israelitische Lehrer · 1870-07-06 · 27 (6.7.1870) · p. Seite 217

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
27 (6.7.1870)
Date
1870-07-06
Page
Seite 217 (sequence 5)
Language
German
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— 217 rdlen Männern! ES scheint hier aber geboten zu sein, sieben der scbuldi gen Anerkennung einen prüfenden Seitenblick auf die Thätigkeit der aktiven Mitglieder, nicht sowohl auf deren dienstliche Wirksamkeit als vielmehr auf ihr Streben zur Hebung nnd Kräftigung diese» Vereine» zu wrrfen. Wahrlich! man muß die Fiber de» Ehrgefühls fast aller unserer College» in Bewegung sehen, wrnn i dieser Beitritt von 128 Ehrenmitgliedern in Frankfurt mehr eine unS ehrende, und nicht eine «eit wehr uuS beschämende Thatsache genannt werden soll. Sie ist ehrend in der That und adelt den edlen humanen Zweck des Vereines, wenn wir in gleicher Weife tbätig wirken. Sie treibt aber die Schamrötbe in das Angesickt desjenigen Lehrers, der es unterläßt, für die Theilnahme Und Entwicklung des VereinSzweckeo. sei eS aus Indifferentismus oder Nonchalance, oder sei eS aus sonstigen kleinlichen Motiven, seine Tbätigkeit einzusehen. Und überschauen wir prüfend die Erfolge der Lebrer nach dieser Richtung, wahrlich' die Resultate sind nichtweniger als erfreulich. Wenige Ausnahmen abgerechnet, finden wir hieb ncch einen bedeutenden wunden Fleck, der radikal geheilt werden muß. wenn wir gegen unser« Reputation nicht : gleichgültig sein wollen, die wir doch sicher unter kei- ) ner Voraussetzung und von Niemandem anzweifeln - oder gar angreifen lasten dürfen. Diese Erwägungen j dürften genügen, um eine bessere Thätigkeit unter unS! zur Sammlung von Beiträgen wachzurufen, um solche gewiß nicht ungegründete Reprimande» verschwinden i zu machen. Die meisten Collegrn werden keine große Mühe haben, ihren guten Willen im wahren Lichte zu btthätigen und zu zeigen. Was Einzelne thun können Alle thun; dann erst werden wir den so zahlreich beigetretenen Ehrenmitgliedern in Ehren nn« gegenüber stellen dürfen mit dem beruhigenden Bewußtsein, auch unsererseits das Möglichste geleistet zu haben. Diüncfien. Wiederum rin neues Blatt der jüdischen Preste. Die klerikale Partei ist entschieden und offen judenfeindlich, die liberale Presse nimmt -nicht Partei für die Juden. Hierin hat man die Notb Wendigkeit zur Gründung eines eigenen Organs erkannt, welches sich nicht von vornherein nnd ausschließlich als jüdische» zu erkennen gibt, aber doch die Zurückweisung der judenfeindlichen Angriffe zu einer seiner Hauptaufgaben macht. DaS Blatt wird den Namen „Union" führen und unter Redaktion des Herrn I. Rubin erscheinen. lHn Eonsortium bat dafür das feit l6 Jahren bin erscheinende und weit verbreitete Blatt: „Deutscher Theaterfreund" angrkaufl, um sofort einen Boden für da» neue Organ zu hoben. An jedem Sonntag erscheint eine Nummer, am 3. Juli die erste, für t Gulden pro Ouartal Ho"» Blatt wird!n > Theii« zerspalten, einen für Politik, einen zweiten für Tbeater und Kunst und einen dritten für Satire» Da» Blatt verdient allseitige Unterstützung und Ber» breitung auch namentlich in christlichen Kreisen, in welche die exclusiv-jüdische Preste bisher fast gar nicht ge- ' drungen ist. Es ist daher ein sehr guter Gedanke, ein allgemein politische« Kunst- und Witz Blatt, welche» üh bereits der Aufnahme in christliche Kreise erfreut, zum Leiborgan de« Judenthum« zu machen. Glück auf!*) €£p(b. Die „Kölnische Zeitung" veröffenlicht im Reklame-Theil, also gegen doppelte oder dreifache JasertionSgebühren und vielleicht für de» Inden ge-, raubte« Geld, eine-Verthcidigung der Rumänischen Judenverfolgungen, die man mit Unrecht als einen Religionokrirg schildere, in welchem alle Irden geschlachtet und masjacrin würden. Die Berichte find übertrieben, sagt der Berichterstatter! es handelt sich eben nur um ein paar Inden, die man von Zeit zu Zeit todtfchlägt und deren Vermögen man raubt. Leugne nun nock Jemand, daß das Cbristenthum allgemeine Menschenliebe predige und Cwilisation verbreite! Berlin. Der Jnitizminiiter L e o n h a r d t hat einem jüdischen Astestor zu einer Sladtrickterstelle verholfen. Es ist anzunehmm. daß der ,vaü nicht ein vereinzadter bleibe» wird. Die übrigen Restortcker» geben dem Beispiel de» Jüftizmiaiirers nicht Folge, obwohl die Anstellung eines Javen za einem SiaitSamt nicht« ist, wa» ^u besondecm Lob Stost bietet, weil dieBersastung ausdrücklich vvrsckreibt, daß die A lstellung im Staatsdienst nnabbärgig sein soll ovn dem religiösen Bekenntniß. Hamburg, 26 Jnm sEin Mißbrauch in einigen hiesigen P r i v a t s ch u l e n.) *•) ES dürftan der Zeit sein, einen Mißbrauch öffentlich zur Sprache zu bringen, der in einige» unserer Privatschulen herrscht. Ich gehe an die Erörterung dieses Gegenstandes in der Hoffnung, daß die Macht i der öffentlichen Meinung auch hier eine heilsame Wirkung üben werde. . Die Vorsteher und Vorsteherinnen mehrerer Privatschulen stellen an dir jüdischen Eltern, welche ihre Kinder denselben zum Unterricht anvertrauen wollen, die Forderung. daß diese Kinder an dein in der Schule von ckristlichen Lehrern erlheilten Religionsunterricht Antheil nehmen und macken die Erfüllung *) Das Probeblatt rst enäneiien uns mrbalt eine» tref- . senden Artikel von Elsässer. Teck balle» wir eine Zeitschrift, ' welche zumeist künstlerische »jittfreffen, da? Theater vertritt, nicht für den gee-gneien Boden für diesen Zweck. Das kann! nur ein tüchtiges votiliischcs Jonrnnl sei» Redaktion. , Da de esc r Mrs-brauch auch in viclen andere Schulen * dieser Art stactnadct, ro fanden wir es angcjcigt. diesen Sr» ' -IM Ius'/.e-z-bin-n

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