Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 27 (6.7.1870)
- Date
- 1870-07-06
- Page
- Seite 216 (sequence 4)
- Language
- German
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— 216 Oppenheim (Warburgf fteüt den Antrag, die Conferenz möge für unsere S bulen ein Religionsbuch auSarbeiten, welchem diejenigen Abschnitte ans drm! zrids einverleibt werden, die sprciell die Heiligung i unseres Lebens, dg» Verhalten in der Synagoge rc.! enthalten, und welches ferner die Unterscheidung»-! lehrenzwischen Judenthum und Cbristentbum genau i uud scharf bezeichne. In seiner ausführlichen Motioirung j hält Antragsteller namentlich letzteren Punkt für die : jüdische Jugend unserer Zeit für unerläß'ich, aber in i keinem der vielen vorhandenen ReligionSbnch.'r aenügead dargestellt. Die Versammlung, die. den Ausführungen des Redners mit wielern Interesse folgte und sich an der Debatte lebhaft betheiligte, hielt die Grundidee für anstrebenSwertb. ebne indessen einen bestimmten Beschluß zu fassen. — Seminar-Direktor Or. Kroner hatte in der Versammlung einen „Lehrplan der Elementar- und Seminarabtheilung der Marks Haindors'jch'» Stiftung* vertbeilenlassen, eine Arbeit von pädagogischem Werthe, über w'lche später eingehend zu reieriren wir uns vorbcbalten. Bemerken wollen w>r bier nur, daß das Ziel bock gesteckt ist, und wenn dasselbe auch nur annähernd erreicht wird, wir dem Münster'schen Seminar zu seiner „Reorganisation* Glück wünschen können. Dem Unterrichte in der Anstalt konnten wir bedauerlicher Weise nicht beiwohnen,, weil die Schulen wegen des dort herrschenden Scharlachfiebers geschlossen waren. Doch gewann Schreiber dieses durch Antop ie die Ueberreugung, daß die Einrichtungen in jeder Be i ziehung zweckentsprechend und den Anforderungen der Jetztzeit gemäß stnd. — Ein beantragtes „Gutachten über die Jrage: Ob die Bibel ganz oder i;n Auszüge d'n Elemratarschülern in die Hände zu geben,* wird einer späteren Conferenz mitgetheilt werden. Desgleichen soll der selben die Jortsehung oes „Unterrichts im Hebräischen, namentlich im Pentateuch* aorbcbalten ble'ben. — Die Anordnung der Tagesordnung für die nächste Conferenz wurde dem Vorstände überlasten. — Al» nächster Conferenz o r t wurde Bonn vor geschlaqen und angenoimneu - und wird die Zeit noch angegeben werden. 7 In Veranlassung oes berüchtigten „Ostenen Sendschreibens* eines Dr Pinner wurde beschlossen, eine Petition an das Abgeordnetenhaus und den Reichstag des Norddeutschen Bundes zu senden, des Inhalts ,daS Gesetz vom 2 »- Juli 1^47 nicht, wie jenes Sendschreiben bezweckt, aufzubebeu, bi» andere, die Gemeinde und ihre Anstalten regelnde gesetzlich: Bestimmungen erlasten seien. Die bloße Aufhebung des fraglichen Gesetzes ohne ein anderes organisatorisches an seiner Stelle würde ein Unglück sein und unabsehbare, heillose Verwirrung in der Jnd»»heft Preußen» Hervorrufen, da die Gemeinden dem Zufall üb erlaffen und sich auslösen würden. Das Pinner'sche Conglomerat von Beschimpfungen und Verleumdungen wurde für eineSchmach*) erklärt, das allgemein nur die höchste Indignation hervorgebracht habe. Eine gewählte Commission arbeitete sofort die Petition ans, welche von der Versammlung ohne Debatte angenommen wurde, und übernahm es der Vorstand der Gemeinde Münster bereitwilligst, daS Schriftstück zu vervielfältigen und allen Gemeinden Rheinlands nnd WestphalenS zur Uiterfchrift, rcsp. zur Beitrittserklärung einzuseade« — Nunmehr folgte daS warm: und erhebende Syluß- } wort des Vorsitzenden, worauf Spier d:mselben den Dank der Versammlung aussprich, und nachdem jener dem Schriftführer ebenfalls gedankt, wurde die Conferenz geschloffen. — Herrmann». Wo «henbrricht Ober-Iugrlbei», 1. Juli. W r empfingen: Lehrplan der Elementar- und Seminar- - A btb eil un g der Marks- Haind o rftschen Stif- . tung. herausgegeben vom Direktor Dr. i Kroner und den Lehrern der Stiftung.! Wir werden dieses höchst beachtenSwerthe Schriftstück einer eingehenden Besprechung unterziehen, sobald der 1 Raum eS zuläßt,^wir wolle» jedoch hier schon mit! V'ranügcn aussprechen, daß wir von denfelbeir wabrhaft befriedigt worden. Es weht ein im Ganzen gesunder Geist darin. MZge er rbenso in der Anstalt selbst weben! Ans Nuterfcankeu. Die in Nc. 24 erschie-- nene» Ehrenmitglieder unsere» Vereines dokumentlrr» eine Tbat. d>e e» wohlverdient, nicht ganz stillfchweigmd darüber hinweg zu zehen. Dieiec Thal liegt eine wahre Sympathie zu Grunde, welch: mau in gebildeten Kreiien gegen dieses junge Uaternehnr'n fühlt. Obnc Zoeifel ist die» den B:mühanzen der Herren Verwaltungs-Mitglieder insbesondere in Frsnkfnrt a. M.**> zu oerdanken. Herzlicher Dank diesem *> Zn vie4Ehkc! Das ganze Machwerk, da» wir »ur im Auszüge gelesen, dünkt uns mehr spaßbaft, fast eines Tollhänslcrs würdig und eines ernsten Wirtes einer s» erleuchteten Versammlung nicht werth. Es erscheint uns geradezu darauf auSzugehcn, die Orthodoxie lächerlich zu machen. Es stellt sich, >o angefayt, ebenbürtig neben Älabdcravaksch, Wessen und dergl. Berliner Erscheinungen. Redaction. **> Und insbesondere auch de>n Herrn Gastao Dann» Schwager des Herrn Leopold Dann und Bruder des Schwieacr- I sohns Dr. Steins — Herrn Ludwig Dann —, der mit walwhaft unermüdlicher Hingebung für die Achawa wirkt um» an. ihrem <»edeibe» den lebbastenen Antbeil nimmt. Redactroi».