Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1870-07-06 · 27 (6.7.1870) · p. Seite 215

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
27 (6.7.1870)
Date
1870-07-06
Page
Seite 215 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4896751-5428708-5432133--2983-4899279
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

215 — Herr $bb nahm hierauf das Wort, sprach der Versammlung zunächst sein?« Dank ans <ür daS ehrende Angedenken seines seligen Schwiegervaters Haindorf und koste dann einen Rechenschaftsbericht über , die UnterstützunaSkofse vor. Wir entnehmen demselben, dass daS Vermögen der Kaffe fit auf ra. -i!lOO Tblr. belänfr. lobend wurde einzelner Mitglieder - gedacht, die »ich Srwmlunaen vnterrogen. ebenso einer Anzahl Gemeinden, di? feste Beiträge zahlen. Wurde nnn auch die erfreuliche Ueberrengiina gewonnen, daß daS wichtige Unternehmen lick fortschreitend entwickelt, so oilt die« wobl mit Rücksicht aus sein Bestehen und die paH der Mitglieder. Aber im Hinblick auf die nothwendiae und schwere Ausgabe desselbcu; im Hinblick auf daS LooS der hinter- und nur, zu oftverlassenen Wittwen nnd Waiden von Männern, die ihre besten Lrä'te dem heiligen Berufe derZuaenderziebnng und Bildung geopfert haben; im Hinblick ans den naben Beginn der Auszahlungen und der Wirksamkeit der Kasse; endlich im Hinblick darauf, daü daS gesetzlich nothwendiqe Kapital von 8000 Tblr. noch gar nickt vorhanden. — müssen wir die Stellung des Vereins nnd das Resultat der bisherigen Wirksamkeit leider als geringfügig und unzureichend bezeichnen. An Vorschlägen verschiedener Art, zu helfen, fehlte e« nickt. ES wurde die Erwartung auSaesprocken, daß zunächst jede« Mitglied persönlich kür die Sacke nach Möglichkeit eintreten werde. Hoffen wir aber anck. daß die wohlhabenden GlonbenSaenoffen und Gemeinden beider Provinzen es a'S eine Ehrenpflicht erkennen, die Lebrer der Zuaend für ibr schwieriges und wenig lohnendes Tagewerk in den Tagen des Alters und der ArbeitSimsäbiakeit nicht der Armntb und öfsentlichen Mildthätiakcit anbeimfallen nnd ihre Wittwen und Waisen nickt darben zu lassen. DaS Mittel ist in der UnterstützunqSkasse geboten. Möge dieser vor erst schnelle.uno reichliche Unterstühung zu Theil werden! Der Borstand wurde anch darauf aufmerksam gemacht, bei der zuständigen Behörde Sckrktte zu tbun, daß der Verein die Rechte einer j n r i st i s ch en Person erhalte. Rach der Neu- resp. Wiederwahl des Vorstandes schritt man zur R e v i s i o n der „Statuten derUnterstützungSkasse." Sämmtliche § § ber Statuten werden besprochen viele umgeändert, andere präcistrt >»nd verbessert. Wir glauben, die Einzelnbeiten der Beratbungen über diesen Gegenstand hier übergeben zu dürfen, da nach erfolgter Genrhrnigong der Abänderungen von Seiten der Königl. Regierungen diesüben gedruckt st» tzje Hände, der Iulrrrjseuten gelange« »erden. . <J Die Zeit war inzwischen vorgerückt, und eine gewisse Abspannung hatte Platz gegriffen, als die Statuts-Debatten beendet waren; da erschien ein Mitglied oeo Gemeinde - Vorstandes und lud die Versammlung auf den Abend zu einer „kleinen" Festlichkeit rii>. Erwähnen müssen wir noch, daß die Conferenz beim Beginn der RackmittagSsitzung eine Deputation j an de» ehrwürdigen Kjjährigen Lehrer E o b e n gesandt. um demselben ibre Achtung zu bezeigen und ihm die Grüße seiner Scküler zu überbringen, was dem treuen Lehrer dermaßen rührte, daß ihm die Hellen Tbiänen über da« gutmütbige Gesicht perlten, und er unfähig war, zu sprechen. Die „kleine^ Festlichkeit, veranstaltet von den Vertretern der Gemeinde Münster, versammelte Abends sämmtliche Theilnehmer und die hervorragendsten Gemeinde-Mitglieder, sowie andere Lehrerfreunde in dem großen, festlich decorirten Saale bei Schwartz und gestaltete sich zu einem großartigen Feste. Der Präses de« Gemeinde - Vorstandes, Herr EmS, begrüßte die Feftgenosten und sprach seine Freude darüber aus. daß diejenigen so zahlreich erschienen, denen die Bildung der Zuoend anverlraut, erschienen hier, wo das Fundament gelegt wurde zu ihrem wichtigen Berufe und zu der ehrenwerthen Stellung, die sie in den verschiedenen Gemeinden einnebmen. Or. Steinberg und vr. Aroncr hielten glänzende Reden, der wackere Treu trug ein wvhlgelungeneS Festgedicht vor, und nnn folgten Toast auf Toast in gebundener und ungebundener Rede ernsten und scherzhaften Inhalts, Lieder und andere Vorträge, worunter ein Trinkspriick auf „Frau Musik o" von Professor Bisping und ein „Hoch" auf den „Fortschritt" von I)r. Kroner bei den Anwesenden gewiß unvergessen bleiben werden. heiterster I Stimmung trennte man sich erst lange nach. Mitteri macht mit dem vollen Bewußtsein, ein schöne« und 1 seltenes Fest in schönster Harmonie gefeiert zu haben.— Der zweite Eonfcrenztag wurde eröffnet mit einem R-feral über die ersten Bogen eine- Werkchen« „für den ersten Unterricht im Hebräischen" von dem um diesen UnterrichtSgegenstand so sehr verdienten Leeser in Lübbecke, die derselbe der Conferenz zur Beurtheilung eingesandt. Dir Art und Weise der Behandlnng wurde im Ganzen gebilligt und glaubt man, sich von , dieser Methode günstige Resultate versprechen zu dürfen. Um die Herausgabe zu sickern, wurde sogleich auf 100 Ex. subscribirt. Zn der vorigen Eoinerenz war der Plan mitgegetheilt worden, ein Blatt recht eigentlich für Schule uud Gemrindezwecke hrrauszugrben. Auf eine de«- fallfiqe Interpellation berichtet Treu, daß da« Unteruehmra au materiellen Schwierigkeiten gescheitert sei.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.