Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 26 (29.6.1870)
- Date
- 1870-06-29
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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—-209 gleich Jupiter vom Olymp di« Blitz« des Ban»«» und ^Fluches in unzähligen Strahler auf die Häupter fast 'ver gesammtcn Menschheit, mit alleiniger Ausnahme einer ganz kleineil Minorität wirklich oder auch nur dem Anscheine nach Blindgläubiger, trotzig zu schleudern wagt. Solch' musterhaftes Vorbild, gewiß, daö ist zu verlockend; (Ps. 103, 35) „sie mischten sich unter die Völker und lernten ihre Handlungsweise;" warum, denken unsere „Hiligen," wenn drüben die Minorität die Majorität majorisirt, sollten wir nicht auch das speiche thnn kö>nen? fürwahr! gar edel gedacht, nur (Heut. 32, 29) „wären sie weise, würden sic das Orube bedenken" und dann einseheu, das; sie gleich eenen im jenseitigen Lager nicht nur ihrer eigenen Sache -nahezu den Todesstoß versetzen, indem sie gegen diese die allgemeinste Aversion Hervorrufen un) sie um allen Credit bringen, sondern auch der Neligiosität überhaupt dadurch tiefe Wunden schlagen, die nur ein scharfer Gegenstoß von der anderen Seite her ullmälig wieder wird Keilen und schließen können. 3» dieser Anschauung der Dinge, welcher jeder, der Geschichte und GcschichtSphilosophie mit ungefärbtem Glase zu betrachten geneigt und fähig, wohl beistimmen wird, werde ich durch das gegenwärtige Tbun und Treiben gedachter heiliger Parteiin unserer Gemeinde mehr U'd mehr bestärkt, da sie Kraft ihrer fanatischen Agitationen in derselben zwar scheinbar immer mehr Terrain erobert, in gleichem Maaße aber aller Denkenden und ira-mdwie Intelligenten Achtung sich total verscherzt. „Indentbmn." daü von Abraham und MoseS berab durch ProphetiSinus, TalmndiSmut und neuere viffenschastliche Forschung bindurch die stteligion der Entwicklung gewesen, und „UltramontaniSMsts " d. h. Stillstand, stkückgang, Verketzerung aller vernn:rstizen Kritik und Verdammung alles daraus resultircnden Hortichrilts, sie sind so stricte „Ertreme," daß sie sich zwar,einen Augenblick „berühren," nie aber sich mit einander versöhnen und befreunden können. Wer da« licht erkennt und anerkennt, gewiß, der isi entweder ielbsi mit Blindheit geschlagen oder sucht Andere durch Blendwerk zu täuschen! Das ülermit gewonnene Resultat ist, w e leicht ersichtlich, eine besonders für den jüdischen Pädagogen nicht zu übersehende Wahrheit, da er ja seinen Iög 'ing wie zum wahren Menschen, also auch zun rch c:i and lauteren ISraeiiten erziehen soll, und er cs sich daher in diesem Betracht zur unerläßlichen A rfgabe iiachcit muß, alles, was an Ultramontanismuo kwic er oben desiuirt worden) irgend streift und ihm-verwanc:, von jenem fern zu halten. Ingleichen wird ar auch seinen Einslnß, den ihm der Lehrberuf in seiner-Gemeinde verschafft, in solchem Geiste geltend;n machen haben, unbeirrt dadurch, ob er darum auch rieseS und jenes Fanatikers oder Hypckriten Eifer erregte und seinen Unwillen sich znzüze. (Ps. 118, 2> Ist der Herr mit mir, so fürchie ich nichts, was können Menschen dann mir thun?" lür M. Stern. Norddeutschland. Vergangene Woche wurde mitz-lheilt, daß. w.e aus mehreren Beispielen constatirt worden, die Praxis nicht mehr besiehe, welcher zufolge Juden nicht e:c Vormundschaft über ch-istliche Kinder führen durften. AnS Sobran wird nun berichtet, daß erst am l >. l. M. das dortige Kteisgcricht die Vormundschaft eines Juden über ein christliches K:nv als „ungesetzlich" zurückwieS. Unterzeichnet ist die betreffende Verfügung von den K.eiSgerichtS.ath Affmann, dem bekannten früheren Abgeordneten. — Hannover. Die erwähnte Magi'tratsvirfügunz, wonach der Sohn eine» Arztes, trotz der unterlassenen Beschnciduug. in das Geburtsregister d r isr. Gemeinde cinzutragen fei, hat die köuigl. Lanskroitei. d:r Einrede de» Herrn stk rbbinerS ^unbeachtet, bestä'.tigt. — . Kopenhagen den 10. Inni. Gestern Abend starb hier xlötzstch der Hof Mannfaetnrhänoler M. M. stkuben. C)ef eines der bedeutendste,n Geschäfte der Hauptstadt. Der Verstorben; war ie.br mildthäüg und entfaltete als Mitglied des Ve wrltungsrarhs mehrerer mildthätig?» G fellichafren und Institutionen eine große Tdätigkeit. Besonders ee-warb er sich die Hochachtung feiner Mitbürger als v'eljäbriger Präsident des jüsiichen Krankeu.xstege - Vereins. M. M. Kuben wurse au % zu wstderboltcn Malen zum Mitglieo^der stt.präientantfchaft der ierael. «Gemeinde erwäblt. — 2'd>meii. D: e <' czieb nngSccmuiifsicu von Chaurdefcstd (stkeuicharelt .beantragt bei der Erziebungsdirecnon des großen stkolbs^ folgendest der religiöse Unterricht wird von den', übrigen Lebrgcgenstäuden anSgefchicren n.:s ecui Schuiprogra r:.l aeilrichen. Die Schullehrer f\Jiiricateii find sticht verrsiichlet, in der stkeiigionslebreeine Prüfung zu besteu.n. Der Lehrer bat sich in 'einem Unterricht über weit! che O' 'genstände aller consefücnelleit e.endeu>cn zu enihalttn. Das Gebet am Anfang und Schluß der Schule soll kein konfessionelles Gcrräge haben und fakultativ seit'. Die Verlheilnng voit religiösen FInnb'.ätlern und Traktärcken unter die SchülerDst nittetiaat. — Sollten die beiden ersten Paukte verwoif-'n werden, so wird :v nigstenö Abänrernng der religiösen I'.nrhüch'r verlangt, so daß man den st nee.n sie ebne iyariu in "bic Hand geben bür;«, i— Die Cornm ision wünscht außerdem 4-»-6jährliche E neueruugswabl der Lehrer itnk Lcbrerinneu uns Erholung der Lebrergebalte..— U*>- 3") - Paris. Man liest im «rele : ie Herren OE-naisux ra, re sind in A gier ang.ksmn-en. Sic werden rorescw 3 Gerechisbe'.'von Algier,