Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 24 (15.6.1870)
- Date
- 1870-06-15
- Page
- Seite 191 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 191 —i so auch nicht für Unterricht und Erziehung outbehrt j werden kann und die Moral ihrer Zurückjührung auf j Gott und ihres religiösen Ursprungs und Zusammenhangs entrathen kan» und soll. ES kann demnach auch hier nur ein Lesebuch für Moral, Religion und biblische Geschickte Hellen, welches frei von aller fpecifisch confessioiiellku Färbung ist. Auck ein solches muß noch geschaffen werden; sonstjagen wir sür die Verwirklichung der Idee confessionslcs r Schulen, wie der praktischen G'ltendmachung der vollständigen Parität zwischen Zudcn und Christen in politischer und socialer Beziehung, noch lange utopischen Bestrebungen nach. A l z e tv Dr. R. Wochenbericht. Aus Urtcrfrankeu. Vorstände von Privatlkhronstalten ans der bayerischen Psalz haben in Verbindung vit enderen diesseitigen Städten Eingaben an unfern gksennärtig versammelten Landtag eingereicht, thiilS um ^Zulassung ihrer Zöglinge zu den Abiturientenprüsungln der EcwerkSsch ulen petitionirend, Behufs Erlangung des Maturitätszeugnisses für den einjährigen Freiwilligendienst, theilö auch unter bestimmten Voraussetzungen um organische Einreihung zu jenen Anstalten, deren Akgangszrrigr.ist zum einjährigen Freiwilligendienst berechtigt. Diese Eingaben sind dem fressenden Fachausschuß übergeben. Wir wollen hoffen, dasi diese Frage gr listiger beschieden wird, als in dem letzten Landtage, denn eine wiederholte Abweisung wäre ein Todeeurlteil, da ohnedies; durch die Errichtung von Gewcrbsäile» an verschiedenen Plätzen der Stand dieser Znsiilutr selr prekär gev orden, und ihre Tage gezählt sein dürsten. — Zn einrm früheren dntartilcl „Zur Aüawa^ sind Unter- Anderen die Erünte geziichnet', die manchem Lehrer den Beitritt ersetweren. Ohne die Frage zu untersuchen, wie sich u it dem dorr Gejagten die Selbstständigkeit des Lehrers und die Rücksichten, die er seiner Familie schuldig ist, vereinigen läßt, erlaubt nia» sich dennoch zu bemerke», dost es jedenfalls nicht zu r» schuldigen ist, daß selbst diese 200 Mitglieder des Vereins so wenig sür dessen materielle Hel ring lhun wollen. Wenn jeder jährlich einerEpendensammlung von nur 5 fl. sich unterziehen wollte, — und daß kann b e i gutem Willen n » st r e i t i g jeder Lehrer, — dann müssten im allergeringste» Falle jährlich tOi'Ofl. erzielt werden; und bei einiger Ausdauer kann es auch auf das Doppelte gebracht werden- Das; ' es aber nicht der Fall ist, das eben ist und bleibt ein^grosies Unrecht für die Mitglieder. Lehrer in gröberen Gemeinden können viel leisten wenn sie wollen — jene kleiner Gemeinden sind auch ost in der Lage, rin gutes Wort dafür einzulegen; es geschieht aber auch nickt. Unter solchen Verhältnissen darf man sich auch nicht wundern, dast das Stammkapital nur langsam voranschreitet. Möge dieser Vorwurf ein j ntpyi Veip:« zur Folge haben. Bayern im Mai. Zn unserer zweiten Kammer, -in welcher bekanntlich die Ultramontancn die Majorität zur Zeit roch bilden, sind von diesen schon öfter ungerecktserligte Ausfälle gegen Inden ersolgt, welche unser allezeit schlagserti^cr Dr. Frankenburger mit Sachkenntnis; und Würde abgewiesen hat. Wie würden sie sich nach Art ihrer Presse in diesem Hanse tummeln, hälfe» sie nicht eine sofortige Zurechtweisung m gewärtigen! Bedenklicher ist, daß Minister v. Schlör, als er sich, offenbar and Rücksicht auf jene Partei, zu der nagelneuen AnstellungSweise auf dom technischen Gebiet, nämlich nach Verhältniß der christlichen Confessionen bekannte, ans hie Anfrage Frankeiibnrgerch wie cr'S denn mit den andern Confessioncn in diesem Stücke halten wolle, ein vielberedteü Schweigen beobachtete. Hoffen wir jedoch, er werde, wie er hintenher in erster Beziehung seine Worte anders verstanden wissen wollte, auch in Bezug auf Juden der Zeit und dem Rechte Rechnung trogen. Wieder zeigt sich'S, wie schwer sich in Payern, trotzdem daS rhristl. Volk in seine Vrrtretuugcn Zuden wählt,*) unsre Staaten änner sick ganz c uf die Höhe der Zeit stellen, denn wenn man schon in den tcchnischon Lehrfächern EonscssionSrücksickten und-nickt Tückligkeil roranstellt, was wird's dann erst in ton andern Staats Branchen sein? 1 Zn »»»ui, Rablines-Wesen wirdö in Kürze zu b'l.ulenbon Verändliungcst konnien nod.noar aus den drei eisten stellen 'ii'cÜH/t en, Fürtb und Rnri b rg. Rabbiner Aub soll ritt Lcnsienirt weroen nid eS ist irrlbümtich, wenn Sie in Parenthese in meinem letzten Bericht anders sagen. Auch Dr. Löwn in Fürtb, sckon. länger Iiitend, soll io röerden. Es haneeil sich in beiden Fällen nur noch um die Höhe des PenfionSbezttgS. Während Heide Geneinden ihren Rabbinen dir orkluklicke Summe von je 2000 fl. bieten, beanspruchen Beide den ganzen Ertrag ihrer Stellen. De» Funklioneu eines R btiners, Trauungen vorzu- »ihmen und au de» .Festlagen allenfalls zu predigen» wie dies bei beide» Herren der Fall war, vermöchte allerdings ein Vicar oder Assistent auch völlig zu genügen. Wir besitzen aber keinen neuen tüchtigen Nachwuchs und wäre er da, würde er sich bedanken, Andern den Nahm abnrhmen zu lasten, wie Bismarck sagte. Die Würzburgerei ist ja doch nicht im Stande gewesen, *) Hier must jedoch btnicrkt werden, daß das obersränkis仫 Landratbomiiglied Lilbermanir kein Jsrarlite ist. Eor.) «Und das pandragonrilglied Herz, das schon öfter so warm sür die Fudni gesurochcn k Red.) >