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Der israelitische Lehrer · 1870-06-15 · 24 (15.6.1870) · p. Seite 190

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
24 (15.6.1870)
Date
1870-06-15
Page
Seite 190 (sequence 2)
Language
German
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— 190 — Oppenheim, Saly Naunheim. Carl Reis, Adolf Ricard. L. A Ricard, Marlin Riköff, Josef Rmo, Emil RooS pun-, LouiS Rosenfeld, Emma Rosenstein, Albert Roth-' barkh, Eman. Rothbarth, S. Rothschild, Carl Pollitz, Felix Sacks, Julius Sachs?. M. Schiff, Juda Scheyer, Bernd. S. Sckle inzer. C-rl Schlesinger Trier, C. W. Schleünger, Bernd. Scknapper, Recha Schuster. Amalie Schwarzadler, Tr. Hch. Schwarzschild, Moses Schwarzschild, Henrn Zeligmann, Gg. A. Sichel, I^nay Sichel, Dr. I. Moroaunt Sigismund, Hch..Lvnnebcrg, - G. Speyer, L. I. Speyer, Solomon Spiegel, S. I. Spiegelbcrg. Rudo'f Spier, Hck. Steffens, Hch.' Stein. August Stern, B. Stern, Siegmund Stern, Theodor Stern, Mar Ztettbeimer, Emil Stiebcs, Rud- Strauß, Gustav Trier. Joseph Trier, Samuel Trier, Saloin. Tebleö. Daniel Uilmaitn, Jul. Ullmann, Geovgine Weil!, Ratban Weiümann, Rosa WeiSmann, Gedrg von -Weiswciller, Eman. Werlbeimber, Louis Wertdeimber, Charlotte Wetzlar, Isaak Wetzlar, Emil Wohl, Salomon A. Jung, Wolfzang Schiparzschild. Frankfurt a. M., den I. Juni 1870. Leopold Daun, Rechner. Limultan-Tchulen. Der Begriff von Simultan-Schulen ist derjenige der Parität; indeß verstand und versteht man diese Gleichberechtigung nur für.die beiden christlichen Eonfessionen. (Mvergl.' auch: Aprilbeft des Central- > blattes für die' gelammte Unterrickioverwallung in Preußen. Ministenalerlaß vom!'). März.) Es ist ein naturgemäßer Forschritt, bedingt durck die Unabhängigkeit des StaatsbürgerrechtS von den verschiedenen Religionen, daß. man die Bildung von confe^sioiislosen Schulen erstrebt. Die Cvnsegnen; der pädagogischen Princip.en.wie. der Ztaatsverfassung erfordert dies. Wo man sick dagegen sträubt, sei eü oben oder unten im Staate, liegt der innere Widersprnck, in den man sich verwickelt, aus der Hand. Daß die Idee consessisiiöloser Schulen sc spar aufiaucht und sogar noch so v^l Wideripruch findet, beweist, wie wenig ernst man eS mit der Gleickberrchtigung dSr Juden meint, wie wenig ne in's .vleij.ck gegangen und in'S Leben gedrungen ist. Man bält eben noch fest an der Idee eines chnfuich germanischen S-a-aks; die Idee der Gleichberecktigüng in dem deurscken Rocke als gelber Fleck angekleot. und-die Deutschen betrachten ibn auch, wie ehemals die Inden den ib-.igen, als Schandmal das ihnen wider W llen. angebä igk und aufzezwungen wordm ist. Alle Lehrbücher?er Simiiltanschnlen, Fibel und Lesebücher, nagen r.-der noch dm christlichen Charakter; keines ist oonse sivnslvs, sie sind f allgeme n christlich, nur nicht specifijch kathslisch oder evangelisch. Aber wenn wir. frage», warum die Idee consesnousloser Schule» «och so wenig praktisch verwirklicht woroen ist. so liegt die Erklärung hierfür, nicht bloS in dem Widerstand, welche» die Regierung deren Errichtung eingegensetzt, und vielleicht auch weil daS Volk nicht durchgängig hierfür vorgebilder ist, sondern auch, weil eS an den ensprechenden Lehrbüchern und vielleicht auch Lehrern hierfür fehlt. Wir sprechen zunächst von dem Mangel an entsprechenden Lehrbüchern, der, mir reden ans Erfahrung, die Bildung ganz consessionsloser Sckiilen zur Jeit noch unmöglich macht. ES heißt den Ban des- Hauses vom Giebel ansaugen und ihn dadurch erschweren, wenn man an die Errichtung. solcher Scholen denkt, ohne entsprechende Fibeln lind Lesebücher vanir zu haben und einzuführen. Es ist mit den jetzigen Büchern weder bei den Lehrern, noch Zwülcrn Verlaß darauf, daß die Richtung deS UnierrichtS eine konfessionslose werde und b'eibe. Wir glauben hier cineu wunden Fleck in der pädagogischen Literatur bezeichnet zu haben, den wir bald auogemerzt zu siden wünschen. Nur durch solchen Ausbau von unten auf ist es möglich, Lehrer und Volk nach und nach für die Idee coufessionSloscr Schulen zu gewinnen und den Widerstand der Regierungen dagegen zu brechen. Man irrt, wenn man glaubt, die Con- JesfionSlv'igkeit sei bergestellt und erreicht, wenn neben "dein christlichen Religionsunterricht auch-jüdischer in der Anstalt ertheilt wird, oder gar, wie jetzt in Bayern, jüdische Lehrer neben den christlichen an den Volksschulen und wie in Posen auch an den Realschulen unterrichten. Es ist dies wohl ein weiterer Schritt zur Verwirklichung der Piritä', aber das specifische Christentbum wirdnicht eher aus dein Un.ercichte schwinden, bis auch neue coafes ionslose Lehrbücher geschaffen werde» und nach ihnen,unterrichtet wird. Von jüdischen Lehrern wird der Unterricht christlicher Schüler nicht confessionell gefärbt werden, weil unsere religiösen Anschauungen und L-brcu keine derartig; dogmatische Färbung tragen, daß n; vom Christentyum verleugnet würde». Wir begreifen darum, daß man sofort einen Schritt weiter ging und mit der Schöpfung confessionSlofer Schulen alsbald auch die Idee der Religionslosigkeit verband. Man will jeden Religionsunterricht auS tcn Schulen entfernt und der Kirche überwiesen haben, wie dies in Genf bereits zur Verwirklichung gekommen ist. Aber weder mit der Au Schließung der Geistlichen noch oes R'ligionSunt.'rrickts ist man dabei in den Hase.: oer Sicherheit augelaugt und vergewissert, daß nickt durch jeden Lehrer jeder Unterrichtazweig religiös u >d' ronfessionell gefärbt werden kann und sein wird, zumal b:i der Morallehre, welche mau dock nickt auSgcjchlessen haben will Wir glauben auch, daß die Religion, wie nicht für das Leben,

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