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Der israelitische Lehrer · 1870-05-25 · 21 (25.5.1870) · p. Seite 167

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
21 (25.5.1870)
Date
1870-05-25
Page
Seite 167 (sequence 7)
Language
German
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167 — bilden, denn auch Ausländer sind schon mißhandelt worden. Geschrieben ist jetzt genug, auch genug diplomatisirt; eS ist jetzt Zeit zum handeln, zum thatsächlichen Einschreiten der Schutzmächte. Großwardetn. Ein junger jüdischer Mediciner kehrte in diesen Tagen von der Universität zurück, nebst seinen Büchern auch ein Menschen-Skelett mit stch führend. Sobald diese« in seinem Zimmer aufgestellt war und von Außen bemerkt wurde, sammelte sich die neugierige Menge, in ihrer Bornirtheit und Bosheit wähnend, daß bier der Thatbestand einer jüdischen Mordthat zur Beschaffung österlichen Christenbluts vorliege. Selbst da« Gericht gab in unglaublicher Weise dem Gerüchte Gehör und sah sich zur Intervention 'veranlaßt. Durch Aufklärung anderer Mediciner wurde die Aufregung beschwichtigt, und das Gericht zog stch beschämt zurück. Beirut. Katholische Priester veranlaßten die in einem jüdischen Hause dienende Magd zur Flucht, um Veranlassung zu haben, über die Juden da» Geschrei nach Christenbkit erheben zu können. Die Flüchtige wurde noch rechtzeitig anfgefunden. (Hamagid.) Detuan. Am 12. März starb hier der angesehene Rabbiner Isaak Ben Walid. Taphed. In Angelegenheit des von d m holländischen Palästina-Comite verkündeten Bahr Cohn veröffentlicht Hamaggid eine Original-Correspendeaz, nach welcher in der That der Betreffende Auftrag erhalten. für Errichtung von Schulen, eines HoSpitalS undeiner Apotheke zu cvllektiren und zu diesem Zwecke auch vo» der Alliauce »ommstirt und unterstützt wurde. Die Sache scheint jedoch von Aafang iu Saphed Feinde, wenn auch nicht persönliche, doch sachliche^ gehabt zu haben und deßhalb geheim gehalten worden zu sein. Als sie indeß durch die Unterstützung und Befürwortung des norddeutschen Bunde» hier bekannt wurde, erhob die Menge bei dem Worte „Schulen!" „Schulen!" ein revolutionäre» Jammergeschrei. Hierdurch wird uns die Verfolgung de» Cohn Seiten» der orthodoxen Holländer klar. Sie ist nun in gleicher Weise charakterisirt wie der Protest von Seligmann Bär Bamberger in Würzburg und Consorten gegen die Errichtung von Schulen für die westrussischeu Juden. Recenfione«. Hebräische Wandfibel für den ersten Unterricht in der hebr. Sprach«. Von Lehrer Kohn. 7 Wandtafeln mit Ve-leitwort. Kreuznach. Verlag von R. Voigtläuder. Den Lehrern, welche die Hecht'sche Fibel eingeführt haben, wird dies« Wandfibel al» bessere» Lehrmittel für größere Leseklassen sehr erwünscht sein. Die Anordnung ist gnt; Druck und Buchstaben sehr schön und deutsich; da» Ganze also brauchbar. Leitfaden beim Unterricht in der Geschichte der J-raeliten, von den frühesten Zeiten bi» auf unsere Tage, -nebst einem kurzen Abriß der Geographie Palästina's für israel. Schulen. Von M. Elkan, israel. Lehrer. 6. vermehrte und verbefferte Auflage Oeynhausen und Leipzig. Verlag von Eßmann und Comp. 1870. Wir haben kaum nöthig, auf das weitverbreitete und anerkannt brauchbare Werkchen besonder» eingehend aufmerksam zu mähen, nachdem wir bei Erscheinen der 5. Auflage s. Z. un« gegen die au»- sprachen, die mit jenem Hohne, der bei manchen Gelehrten den Lehrern gegenüber so oft gebräuchlich ist, ihr: vt.1 a'8«'3J3 3'res in die Welt hinanschrieen. Seitdem sind verschiedene, in dies Gebiet einschlägige Schriftchen erschienen, von Gelehrten und Ungelehrten. Und wenn wir auch nicht leugnen wollen, daß auch diese» seine Mängel hat, die jedoch im Stoffe selbst liegen, dessen allseitig befriedigende Bearbeitung au» manckfachen" Gründen ungemein schwierig sein dürfte, so dürfen wir doch auch behaupten, baß ein bessere« oder nur annähernd eben so brauchbares auch bis heute noch nicht da ist; es muß eben dem Lehrer anhcimgegeben werden, den dargebotenen Stoff schulgemäß zu bewenden, eine lebendige Darstellung zu schaffen. Shaksp'ere'S Werke. Herausgegeben und erklärt von Nikolaus Deliüs. Neue AuSg. (Elberfeld, bei Friedrichs) in engl. Sprache. Wer kennt, wer schätzt und liebt nicht Shakspere*) den wunderbaren Meister, au den keiner der gefeiertsten Flamen neuerer Dichter hinanreicht, den Heros, mit dem unser Lessing uns deutsche von dem Alexandrinertheater der Franzosen erlöst and zur NatUr und ächten Poesie zurückgeführt hat! Nachdem der Lehrer die einheimische Literatur kennen gelernt, an unfern Klassikern sich Geist und Herz gebildet hat, rathen wir jedem Cellegen, der sich über das Alltagsleben und den Troß der Mittelmäßigkeiten erheben will, an das Studium de» großen Briten zu gehen. Wohl dem, der e« in der Ursprache zu tvun vermag! 'Aber wer r» je versucht hat, sich in Shakspere'S Sprache, das Englische des XV l. und XVII. Jahrhundert», hineinzuarbeiten, wenn Shakspere'S Fehler, in denen er seinem Volke und seiner Zeit Rechnung getragen: seine Witzeleien und Wortspielereien je in gelinde Verzweiflung geletzt - der wird gleich un«, mit hohem Vergnügen nach der DeliuS'schen Ausgabe greifen, die keinesprachliche oder logische ^Schwierigkeit unge» *) Der Name wird bekanntlich ^sehr verschieden geschrieben, Delnis bat die richtige von Sbaksperes selbst gebrauchte, aber auch ungewöbnlichite Schreibung gewählt. i

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