Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 20 (18.5.1870)
- Date
- 1870-05-18
- Page
- Seite 157 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 157 — einen Kapitalstock von 8000 fl. angesammelt. Die Achawa hat also dm „J»r. Lehrer" nicht zu ihrem Organ gemacht, sondem der „J»r. Lehrer" hat die Achawa gemacht. UebrigmS ist die Achawa selbstverständlich nicht für de» „JSr. Lehrer" verantwortlich, hat also mit der Klingenstein'schen „Leere"durchaus mchtS zu schaffen, sondern sie bedient sich nur diese» Organs zur Veröffentlichung ihrer Quittungen und sonstiger amtlichm Bekanntmachungen. Daß sich die Achawa hierzu dieses Organs, da» die Veranlassung zu ihrer Gründung gab, bedient, ist naturgemäß. Dienur im Jntereffe der Sache der Achawa, die von jedem Parteihader fern bleiben soll, im Jutereffe und zur Beruhigung dter orthodoxen Mitglieder unseres Verein», von denen Viele, nebenbei gesagt, zu meinen besten und intimsten Freunden gehören. Ich rufe in Bezug auf diesen Verein dem Herrn Correspondenten die Worte de» Propheten zu: nw notO .122' ub nno nivoi hd»’ to pnn rup DSPD Bedürfte e» für meine Worte noch eines Beweise», so dürfte er in dem Umstand« zu finden sein, daß ich s. Z. Herrn Dr. Dessau in Offendach zum Mitgliede der Verwaltung d. A. vorgeschlagm hatte und sehr bedauerte, daß derselbe ablehnte; daß dessen Name jedoch unter dem eben versandten Rechenschaftsbericht als von der Verwaltung erbetener Revisor steht. Die persönlichen Juvectiven gegen meinen edlen und wahrhaft hochwürdigen und geachteten Bayr. Korrespondenten und Freund, sowie gegen meine Wenigkeit sind für un«, als von jener Seite ausgehend, die. allenicht zu ihr gehörige und unbedingt zu ihrer Fahne schwörende verunglimpft und beschmutzt, zu ehrend, als daß wir sie abweisen möchten, zudem die von unserem Correjpondenten angedeuteten Thatsachen nicht entkräftet wurden. Ergebenst I. K l i n g e n ft e i n, Lehrer und Redacteur de» „J»r. Lehrers", Geschäftsführer der Achawa. Die» mehr al» zur Genüge. Wir haben es nicht so gewollt; wir wollien die ganze lange Epistel vermeiden und die Sache nach ihrem wahren Werthe beurtheilen. Taut de bruit pour une omelette. Wissen wir ja, daß jede nicht durchaus verdorbene Menschennatur sich mit Eckel von solchem Gebühren abwenden muß; nur gemeine Naturen werden sich freuen^ daß sich endlich wieder einmal Gelegenheit geboten hat, über uns eine solche Maffe von Gift und Galle, eine solche Fülle von Gemeinheiten auszugießen. Un» beirrt das nicht. Wir lasen den Artikel deS „Israelit" am t nDD Dip; mit Hinwegräumung de» Unreinen und Gesäuerten hatten wir auch die» schon wieder fortgeschafft. ES waren an jenem Tage gerade 9 Jahre seit der Gründung de» „JSr. Lehrer". Unsere Kollegen, die für ihren Stand, für die Würde und Jntereffe» de» LehrerstandeS fühlen, werden un» da« Zeugniß nicht vxrfazen können, daß wir in dieser ganzen Zeit mit einer Hingebung, mit einem Muthe, mit einer Kraft und zäher Ausdauer auf unserem Posten standen und kämpften, wie eS unserer hohen und-schwierigen Aufgabe würdig ift- Lohn haben wir nicht gesucht und nicht erhalten — aber Undank in Hülle und Fülle geerndet. Wir haben für alle unsere Mühe, für alle Hingebung, für alle die großen Opfer an Zeit und Kraft auch heute nicht» als da» Bewußtsein redlich erfüllter Pflicht. Thut nicht»! .imspr« 'liasodp Wir zweifeln,ob da» von den Vertretern der Zeitschriften, die unstet» befeinden — und da« ist der „Israelit" nicht allein, — in gleicher Weise gesagt werden kann, ob diese eine gleiche Uneigennützigkeit, ein gleicher Eifer für ihre Sache beseelt.. Aber wir wiffe», daß der „Jsr. Lehrer" ein Bedürfniß ist für den iSrael. Lehrcrstand und darum harren wir au», so lange wir noch athmen. Hätten die Lehrer CorpSgeist, wüßten sie die Arbeit und da» Streben ihrer College,» zu schätzen, so würden sie solche Blätter, die von den Gegnern und Feinden de» LehrerstandeS ausgehen, nicht unterstützen. Nur die Lehrer halten die jüdischen Blätter, und nur sie kräftigen und unterstützen damit die, die im Ganzen die Feinde des Lehrerstand-S und der Hebung und Förderung deffelben sind. Was haben sie noch rür denselben gethan? Mit hämischer Eifersucht suche., sie da» zu unterdrücken, waS von einem Lehrer für die Lehrer geschieht — es ist die alte Leier; nie haben sie ein warmes und aufrichtiges Wort für diesen Stand; nie eine Thal! Wenn dies die Lehrer Alle, ohne Ausnahme, einsehen wollten, wenn .sie erkennen wollten, wer für sie und wer gegen sie iss, daß da» Heil nur durch festes Zusammenhalten zu begründe» ist, dann sollte e» bald anders um uns und unsere Sache stehen. Ein Blatt, das einen alten verdienten Lehrer das „W rack eines Lehrers nennt, darf von einem sittlich denk endend menschlichfühlenden Lehrer, welcher religiösen'Richtung er auch angehöre, nimmermehr gehalten und^ unterstützt werden. Wer daS nicht weiß und fühlt, ist kein Lehrer. Laßt uns zusammenstehen gegen die Feinde unsere» Standes. — Und damit genug davon — für immer! Wocheirber ich t. Worws, 21. April. In Ihrer Zeitschrift Rr. 11, vom 16. März, wird in einem Artikel „Berlin" eme auswärtige Gemeinde erwähnt, welcher von 'inem reichen und einflußreichen Gemeindemitglied deßhalb eine Synagoge erbaut wurde, weil ihm das Sprechen beim Gottesdienste von einem Vorsteher untersagt