Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 17 (27.4.1870)
- Date
- 1870-04-27
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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. — 135 — "yir, Cie Ihr schlecht platirt seid: ein gutes Werk in ein vollgültiger Ersatz für einen schlechten Platz. «Lachen.» Nächstes Jahr wird unser Saal gröszer sein, und doch — soll ich es Ihnen sagen? — doch hoffe ich, er würde wieder nicht genügen und es müßten die, welche schlecht ätzen oder stehen? sich trösten, wenn sie diejenigen an >ehen. die gut ätzen. «Allgemeines Aachen.» Ja, ich bin es überzeugt, Paris wird das Beispiel geben und in unseren Subicriptionen iverden wir die Pariser obenan stehen 'eben. Die Panier! Sie begreifen die tiefe Bewegung, die mich ergreift, wenn ich dietz Wort: die Pariser! ansspreche. In meinen alten Tagen kam dieser Paris zu mir und forderte meine hingehende Vaterlandsliebe auf: seit I* Jahren von der Rednerbühne entfernt hat dennoch Paris sich meiner erinnert unter den Männern, deren Andenken es bewahren wird; ich, der Mann der Regierung des Jahres I848 erhielt 1800 nahe an 21000 WaHlstimmen. , Anhaltender Beifall.) Ich weist, ich weist es, meine Freunde, Euere Freude kam 'ast der meinigen gleich. Ich war tief gerührt und als Ihre Abgeordneten zu mir kamen und mir ihre herrlichen «Glückwünsche därbrachlen — wissen Sie, was ich yi Ihnen sagte? „In dem Maste, wie man mir ..jede Viertelstunde die Anzahl der für mich Stimmenden „berichtete und diese Zahl sich so bedetitend verinehrte, „stellte ich mir immer vor, dast mein Propaganda-Aus- „schütz 'ür »«ich wirkte." «Allgemeines Lachen, Beifall.» Meine Herren, neue Pstichten sind wir auferlegt, ich werde sie erfüllen. Der Deputirte will «ür Frankreich die Freiheit, der Präsident der Alliance will für die Juden die «Gleichberechtigung, die G1 e i ch b e i t. Freiheit für Frankreich bedenket den W.'ltsjeg der grosten Ideen, welche die Erde umgestaltet haben: (Gleichheit für die Juden «st der Sieg der Bildung, die sich endlich auf die-ganze Menschheit erstrecken wird.- Lang anhaltender Bestall folgt dieser Rede. . - Hr. Oberrabbiner Isidor richtet folgende Ansprache an die Versammlung: r Meine Herren! Mein Raine sindet sich auf dem Programm, ich bin zu sprechen eingeladen. Ich 'nehme diese Ehre an. weil sie nicht an mich, sondern an unsere theuere A llia n ce sich richtet, deren Ruhm und Triumph wir Alle wollen: ich fühle mich dadurch um so mehr geschmeichelt, da eS für mich eine groste Ehre, von Ihrer Seite, m. aber ein groster Akt des Wohlwollens und des Muthes ist: wahrlich! es bedars vielen Muthes und grosten Wohlwollens, um noch Worte, wie die meinigen, anhören zu «ollen, nach de» schönen und grosten Worten. die wir so eben aus dem Munde des Meisters selbst veriwmmen Haben. Meine Aufgabe ist eine schwierige, »«. H„ und ich sehe nur ein Rettungsmittel für mich, nämlich: kinen Gegenstand zu wählen, der durch das Mitgefühl, das er einstöstt und die Begeisterung, die er weckt, meine Worte annehmbar mache und ihnen Eingang schaffe durch die Idee, welche sie vertreten — wie man in der Sprache des Völkerrechts, sagt: dfe F lag g ed eckt di e W aare. Das letzte Mal, als ich vor Ihnen auszutreten die Ehre hatte, hielt ich unserem Eremieur eine Lobrede — ein Ge.lenstand. der Ihnen Allen wie mir thener und angenehm war: Sie wissen, wie sehr ick ihn liebe, wie wir Alle ihn lieben. Ich brauchte nur mein Her; zu öffne», nur es sprechen zu laffeii; denn die Worte, die aus dem Herzen kommen, wie sie auch sein mögen, sind immer schön, gehen immer wieder zum Herzen. «Beifall.) Heute, m. H., will ich zu Ihnen über einen «Gegenstand sprechen, der uns nicht minder thener und angenehm ist — von unserer Alliance: diese Raine ift's. der. wie der Raine Crömieur's. einen Wiederhall in Ihren Herzen sindet! Ueberdiest vermengen sich ja beide Ramen. sind unzertrennlich in unserem Herzen und in unseren «Gedanken und von der Alleance sprecheil — Heist das nicht auch zur gleicher Zeit von Ervmieur sprechen, der sie io schon, der sie zu dem gemacht hat, was sie in der Welt ift? Mit tiefer Rührung begrüste ich sie denn, auch im Ramen ihrer Aller, verkünde ihren Rum Angesichts dieser Versammlung, empfehle sie den Herzen unserer Frauen, der Energie unserer Männer, Ihren eifrigsten Mitwirkung. Ihrer grostherzigsten Hingebiing. Ich sage nicht, m. H„ die Alliance ist eine schöne Einrichtung, diest würde meine Ansicht nur unvollkommen ausdrücke» aber ick ,'age Ihnen, es ist die schönste, die fruchtbringendste. die frömmste von Allen, welche die Neuzeit ins Leben gerufen hat.' «Anhaltendes Bravo!) Und Sie sind s. > in. H. die sie gegründet haben. Paris hat sie entftehei? sehen! Sehen Sie den Weg. den sie gemacht hat. unsere Alliance! .Raum waren wir vor fünf oder sechs Jahren ein paar Stimmen.: ein kleiner Verein von Ehrenmännern war es, die sich ihre Gedanken schüchtern einander mittheilten: einige Stimme» waren wir und sind nunmehr die beredtsten, die geachtestten Stiiinnen. wir sind die ganze Welt, unsere Idee ist zum «s-emeingut geworden! So. in. H„ geht es mit allen grosten Prinzipien: in ihnen, in der «Gerechtigkeit, in der Wahrheit liegt eine Rraft, die immer stärker wird, die, wie. der fallende Stein, an Schnelligkeit zunimmt, je inehr sie sich ihrem Ziele nähert, die, an ihrer Quelle, machtlos jedem Hindernist gegenüber, zuletzt den Fels des Irrthums zermalmt. wie der Hammer das Glas in Splitter schlägt! Ja, sie ist schön, unsere Alliance! Alle jüdischen Gemeinden in der Welt beneiden uns darob! Jede