Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 17 (27.4.1870)
- Date
- 1870-04-27
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 136 — TeSiifdjte, die einfache und große Idee der Alliance Isr. Hh. gehabt -zu haben,,jede möchte den Titz derselben in ihrem Schoße wisieiu -- Hören Sie, m. H.' Vergangenen Somuier befand ich niick an einem Vadeotte in Deutschland. Ich iah da Glaubensgenossen aller Länder, aller .stlassen — Sie wissen, wir Alle haben einen gewissen Hang zum Reisen, zu Sommcr-Ansflugon, «zur Yillegiature); es ift dies kein Fehler, eS ift ein Beweis von Verstand und Vildüng. — Ich pflog Häringe Unterredungen uiil vielen unter ihnen und Folgendes ist der Hauptgedanke, der für nrich daraus Kervonging. „Dir traben Euch nichts niebr zu beneiden, ragte uian mir, Euch.französischen Israeliten: wir habeir dieselben Rechte, dieselben Freiheiten, sind eben so begünstigt wie Ibr. Zwar wird iu unserer Heimatb der israelitische Cultus noch nicht vom Staate besoldet. Und das in wobt schön, groß, istcher leuchtendste Beweis der Euch bewährten Gleichheit und die Feder, welche neben dem katholischen und protestantiswen Eultns auck den israelitischen Cultns ins Budget eingeschrieben, lnrt mit dem gleichen "Federzuge die lenken Spuren der Ver.olgnng und Intoleranz durchstrichen. Aber die Medaille l?ctt doch auch ihre Kehrseite. Durch diese Uebernabine Seitens des Staates habt Ihr Euch entwöhnt, habt Ibr es verlernt, Opstr für Euren Eultus zu bringen. Ihr kennt jene Iuaugiiffnähme der Einzelne«« nicht mehr, die aitderwärts >o große Wunder geivirkt nird, ohne die geringste Beibülfe der Behörden komrmn wir eben so weit, ja weiter als Ihr. Schon Sie, >agte ein Berlin^ zu mir. wir haben, wie Ihr, eine große' Synagoge erbaut, haben, wie Ihr Millionen aufgewendet. Unser Präfect bat sich damit nicht, beschäftigt.' unsere Regierung »ns keinerlei Beistand geleistet, trorzdem ist unser Tempel seit vier Iabren vollendet und, was noch mehr ist — er ist bezal,lt. vollständig bezahlt! Lönnt Ibr dasselbe von Euch sagen „Eure' Eonsistorial-Einnchtung, fuhr er-fort. ist ein schöner Gedanke: sie gibt allen Anstrengungen einen Mittelpunkt, beugt-der Iersplitterung vor, schafft Einheit: aber sie erdrückt auch zuweilen die grostmürbigen Besttebungeu ddr Einzelnen, die edle Eingebung des Herzens, schläfert zuivcilcn die Menschen im Gcleiic des Büreankratisinus. des amtlichen Schlendrians ein. w zwar, daß man ott Männer sab, die nach Euren strebten und mit Energie uiu - dieselben kämpsten, aber steben blieben und nichts mehr tlmten, sobald ihr Ziel erreicht, die Ebrenstelleu erlangt waren." Vergessen Sie nicht, in. H„ daß nicht ich, sondern immer der. Berliner es ist. der io spricht. «Man-lacht.) „Dir haben nur um Eins Euch zu beneiden — und das sagten stc. mir Alle nur um eine Einrichtung beneiden wir Euch, und das ist Eure Alliance. Sie ift israelitischdurch die Wohlthalen, die sic übt: sie ist sranzösi-sch durch die Größe ihrer Ziele, die Energie ihrer Mitglieder, die Wärme, die sie beseelt und die ye um sich her verbreitet. Und da sie doch b»r all' dem ein allgemeiner israelitischer Bund ist, io fühlen wir uns glücklich, mit Euch in Gcmeinschatt zu arbeiten, Euch unsere Mitwirkung zu gewähren, Euckin Euren Unternehmungen zu unterstützen, uns Euren: Werke zu a nncrircn: wir sind ja Preußen und lieben das Anncriren." «Bravo!) «Forti, folgt.) D Anzeigen. ie per Oktober oder l. November l. I. hier varante Elementarlehrer und Cantorstelle ist wieder zu besetzen. Oualistcirte Bewerber wollen sich gefälligst kalt en den Unterzeichneten Vorstand melden. Gehalt per Anno 250 Thlr. bei freier Wohnung und Feuerung. Meppen, den 18. April 1870. jsaac Cohen, Vorsteher der ißrael. Gemeinde. Ins ** r a K Der hiesige Contvr und Rkligionslchrer hat sich veranlaßt gesehen, in Folge einer bereits mehrere Monate dauernden Erkrankung seine Stelle aufzugebcn. Tiefe hierdurch erledigte Stelle soll sofort wieder besetzt werden. Fixer Gehalt: 8V« fl. Nebeneinkünfte nicht unbedeutend. -Musikalischgebildete Bewerber, die eine Tenorstimwe haben und zur Ertheilung des Religionsunterrichtes befähigt sind, wollen sich c lsbald in portofreien Briefen melden bei dem Unterzeichneten. Wiesbaden, 6. März 1870. Künkind, Rabbiner. Tn iAltfiia in Wkstphalen wird die Israelitische Lehrer- und Cantor-Stelle mir einem jährlichen Salair von 300 Thalern am 1. Sepl. dieses JahreS vacant. Reflectanten wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Vorstand melden. Ferdinand Feidelberg. Verantwortliche Redaction und Verlag von Jo Für den Buchhandel in. Eowmisfion bei Oskar Keiner seph Rlingrnstein, Lehrer zu Jngelhnm. in Leipzig. — I SottSleben's Buchdnulerei in Mainz.