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Der israelitische Lehrer · 1870-04-20 · 16 (20.4.1870) · p. Seite 123

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
16 (20.4.1870)
Date
1870-04-20
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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f 128 — caticnrn und so weit eS die Mittel und Lokalitäten erlaube», auch dcn israelitischen Mitbürgern gleiche Hülse von der Stiftung zu gewähren sei, und 8) falls diese Derathnngen erfolglos bleiben sollten, die verlangten Mittel zuni Bau eines städtischen Hospitals zu verwenden." Der Magistrat, indem er die Eingabe des iSraelitischin GemeindevorstandeS den Stadtverordneten verlegte, spricht sich dahin auS, seinen Antrag nicht zurückziehen zu könne», erkennt eS aber an, daß die Stadl verpstichtet sei, sür die unentgeltliche Derpflegnng armer erkrankter israelitischer Mitbürger Sorge tragen zu müsse». Die Versammlung verwies diese Vorlage an die Ncchtecommissivii. — Hierauf besagt eine weitere Zuschrift des Vorstandes der israelitischen Gemeinde: Der Vorstand habe nicht erwartet, daß der'Magistrat in dercngereglen Frage selbst eine zunächst gewünschte Beratbung mit der Ctistung oblehnen werde, Es tonne bei dieser Beschlußscsjung nicht die Ausgabe des Vorstandes sei», dem Magistrat die Gründe sür seine l.deü Vorstandes) Ansicht darzulegen und zu ergänzen, wohl aber erachte er sich berechtigt und verpstichtet, dagegen Verwahrung einzulegkn, daß nach Prüfung der StiftungSurkunde die Ausnabmesäbigkeit in daS Spital für hiesige Bürge eine rcnscfsicmll begränzte sei. Durch die vom Magistrat ongezogenk (Erörterung sinde der Verstand seine Ansicht nicht widerlegt, er wolle nur darauf Hinweisen, daß der Stifter des medicinischen Instituts dasselbe nicht nur sür die lutherische», sondern auch sür die resormirten, katholischen und jüdischen Acrzte bestimmt habe' So wenig der'Stifter die Förderung derWis-! senschast in die Hände einiger weniger Aerzie zu legen , beabsichtigte, ebenso wenig habe er sein Spital, nur j den christlichen Bürgern widmen wollen. Die bean- ' kragte Verwendung von 2d>0,«>00 fb. komme nur der christlichen Bürgerschaft zu gut, und müsse der Vor- I stand dagegen Verwahrung einlegen; die Zusage des Magistrats, im Falle des Bedarfs für erklankte israelitische Gemeindeangehörige Sorge tragen zu wollen, ^könne keinen Ersatz biete». Der NechtSiinanzcommission wurde auch dies Schriftstück überwiesen. Aus Württemberg. Lei uns ist der Lehrermangel immer noch sehr groß, und wird durch die in der Vorbildung begrissenen Eaudidaten nicht gehoben '■ werden. Einige Gemeinden suchen Ausländer zu engagiren, in anderen wird der Religionsunterricht nothdürstig dadurch ertheilt, daß ein benachbarter Lehrer wöchentlich ein-oder zwei mal in die Gemeinde lcmml und jedrSmal einige Stunden unterrichtet. Tie Land- ] gemeinden werden durch den Wegzug ihrer wohlha- : benden Mitglieder nach Städten immer kleiner, mehrere 1 hören wohl in nicht mehr ferner Zeit aus, eigene Gemeinden zu bilden. Fast überall, wo daö Lehramt mit dem Vorbeterdiinst vereinigt ist, wird von Seiten der! Gemeinde ein Hauptgewicht auf die Befähigung des! Lehrers zu letzterem Dienste oder auch nur auf sein schönes Singen gelegt, als ob es sich von selbst verstünde, daß man dann eine Schule gut zu leiten versteht und als ob Kenntnis; des Hebräischen nicht auch ein nolhwendigrS Erforderniß für einen Vorderer fest Da ist es doch für den tüchtigen, berufstreuen Lehrer erfreulich, zu wissen, daß unsere hohen Behörden die s Eigenschaften der Lehrer als solchem gehöriger Weise würdigen. Beweis liefert hievon die Prämirung des Herrn Lehrers Elfäßer in Laupheim für feine ausgezeichneten Leistungen in der Schule mit -30 Gulden. Derselbe erhielt schon öfters und auch schon speciell wegen des hebräischen Unterrichte in seiner Schule Prämie». Mit Spannung sehen wir der Erscheinung eines Normallehrptaneü entgegen. Derselbe ist nunmehr schon seit einigen Wochen durchberathen. Herr Elsässer war bei den Beraihungen EcmmissionSmitglied. Demselben wurden auch die Wünsche der Lehrer in Betreff deS hebräischen Unterrichts durch die freiwilligen jährlichen Eonserenzen der iSr. Lehrer unseres Landes kundgegeben. Die Bestimmungen un- , serer Obertirck enbehörde, in Betress des hebräischen Unterrichts, werken wohl durch den Normallehrplan ■ mehrere Veränderungen erleiden. —Durch' politische Kämpfe in unserem Lande veranlaßt, schied im vorigen Monat unser Minister des Kirchen- und Schulwesens, Herr von Golther', von seinem Posten. Sein Scheiden wird von den JSraliken unseres Landes schmerzlich einpfunden, da er gegen Alle Zehr liberal gesinnt war. Er erwarb sich in dem in unserm Lande entbrannten Kampfe zwischen Onhödoren und Reformer die Zuneigung beider Parteien. Interimistisch ist mit der LeitungXder^Klrchen- und Schulwesens vorläufig Herr OberreglrrungSrath von Römer beauftragt. Aus Levern, Westfalen. Ueber die Eonserenz, welche am 2<s. v. M. in Bünde taatr, erlaube ich nur einige Äittheilungen zu machen. Trotz res schlechten WetferS war die Eonserenz ziemlich ilark besucht und herrschte in derselben der Geist der Eintracht und Liebe und der wahren Begeisterung' sür den heiligen Beruf. — Der ans der vorigen Eonserenz Angebrachte Statutfnenlwurs wurde genehmigt und derselben zur Grundlage gelegt. — Ter Entwurf eines Wörterbuches, welches zur schnellen und gründlichen Erler- "innig des Pentateuchs (zunächst hauptsächlich sür Anfänger berechnet) dienen, soll, wurde vorgelegt und fand allgemeine Anerkennung. Hostendlich wird derselbe auch ans der General-Eonferenz in Münster eine gütige Beurtheilung und dann allgemein Eingang finde». — Die Frage: ,;une sich der Lehrer zur Reform zu stellen habe" wurde eifrig besprochen. (Fch. denke aus diesen Gegenstand in dieser geschätzten Zeit-

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