Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1870-04-13 · 15 (13.4.1870) · p. Seite 114

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
15 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4896751-5428708-5432111--2869-4899176
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 114 sagen. geschichtlich gewordenen Sage. Aber et ist doch so, und es wird Mühe kosten, die in solcher Weise vorbereitete Lage zu überwinden. Wir glauben und hoffen wobl mit der vollsten Zuversicht, das; im Großen und Ganzen die Folgen nicht so schlimm sein werden, als man im Augenblicke befürcht«: ms? rweo’lpnr!“2“p,'n. Der jüdische! Geist, oer jüdische Geineinsinn wird auch diesen Uebergaua zur freien selbstständigen Gestaltung seiner Institutionen üderwinden, uno größer und berrlicher werden jene freien, aus dem religiösen Bedürfnisse, auS freiem) selbstbewußtem Streben und Wollen bervorgegauzenen religiösen Institutionen sein, als die der gegenwärtigen Zwangssnnagoge. glauben dies nicht weiter a'nssckmücken zu oürfen. Jedes wahre und große Prineip führt zum Heile; warum sollte das herrlichste,' waS wir anstreben, die volle Gewistenssreibe-r. nicht Heil in ihrem Gefolge haben? DaS Vertrauen auf die Unzerstörbarkeit des religiösen und Genieingeistes unter' den Juden,. aus die Ewigkei: Fsraels wird und dar» uns nickt verlassen. Hann aber ist es noch etwas, dessen Anfänge wir :nu hoüer Freude begrüßen, und daS in seinem Weiterickreiren als Ergänzung des Princirs „freie Kircke im freien Staate" wobl einelängere Zeit zu seiner vollständigen Entwickeiung bedürfenwrrd, aber nichtsdestoweniger zweifellos kommen muß. und ebeusowobl (Ergänzung als Aeauivalear für oas obige Princip und '«ne Folgen ist: oie freie eonfessionSloie Schule Za, es :vico die Zeit kommen, wo der jüdische Lebrer, wie ze.-t in eirkiaeirOrten der ban. Pfalz, allerorten an :er öffentlichen Volksschule Mitwirken und zügle' ck der Religionslehrer für die Eonsesstoirsgemeinde sein w.rd! Wir. stehen nichl an. dies als die herrlichste uns erhebendste Aussicht für unsere Zukunft zu erachte»:,. und wir werden oen Tag segnen, wo dies Prmoix '«ne 'allgemeine Durchführung nndet. j Wir wüßten nickt.'warum wir unter dieser Bedingung noch »ür EsnfessioNsschulen einstehen könnten, wo die Humanität und die Pädagogik >ick klar und entschieden ausgeiurcchen baben. Dabin alio müsien wir trackten Das ist unsere Zukunft. Die Gemeinden mögen im Anschluß «rdie Ä ll'i ance,an den Gem e.in d ebund, die Mittel suchen Uno finden, Einheit zu erhalten und gemeinsame Institutionen zu fördern, oie die Zukunft oeS Zudenidums stür-en) Fürchten und bangen wir nicht vor den „rauchenden Feuerbränden,- vor den.Parteigingern der Orthodorie und den Flügelmännern des , ZndifferetUiömus. Nur unser »st die Zukunft! Wir, die wir das Bewuhts«n in unS tragen, dem.geschichtlich gewordenen Iudentbum treu zu dienen, wir wis-' fr» auch, daß im Fortschritt oie Erhaltung liegt, und »fr werden siegen: >n n»y Som Wa» aber ist die Aufgabe des jüdischen Lehrer» standeS, uw den es stch zur Zeit am meisten handelt; waS hat er zu beginnen, um stch und die jüdische Schule aus diesem Sumpfe der Gegenwart, in welcher das Heiligste unterzugehen droht, zu retten, hinüber in die heilige Zukunft? Wir muffen einen Lrhrerbnno, einen große» tinjigeu Lehrerverein gründen. Dieser Gedanke, der iist letzten Zabre schon mehrmals angeregt wurde; — er muß zur Wahrheit, er muß endlich zur Thatsache werden! ES gilt dem Heiligsten, was uns nahestebt, unserem Berufe, unsere» S ck u l e n, u n s e r e r Z u k u n f t. Wir wollen beute keine bestimmten Vorschläge machen, wir wollen nur andeuten. Vor Allem:, der ueue Verein soll stch nicht um daS UnterstützungSwerk bekümmern, für das durch andere Vereinigungen bereits binreichend gesorgt ist. Unser neues Werk bezweckt die innere Hebung und Sicherstellung der S hule und der Lehrer ourch Förderung als dessen, was dazu beitragen kann, insbesondere durch Versammlungen und Beröffentlichnnzcn in der Presse. Wir werden demnächst einen ausführlicheren Plan in dieser Angelezenbeit veröffentlichen. Für jetzt wollen wir uiiranveuten. daß uns dabei, soweit die verschiedenen Interessen eine äußere Gleichmäßigkeit möglich erscheinen lassen, insbesondere der allg. bäurische Lehrerverein, der württembergisck: BolkSschullehrerverein, die sächsischen und besstschen Dereme als Vorbild vorschweöen. Wir wollen keinen neuen Sonderbund erreichten; wir wollen nur dahin wirken, daß der jüdische Lehrerstand ln dem allgemeinen Volkslehrerstand nach und nach seine Gleichberechtigung finde, daß hieran auch die befähigten Religionslehrer participiren und der Religionsunterricht seiner Sicherstellung auch unter den wechselnden Verhältnissen erhalte. Wie einst bei der Gründung der Achawa rufen wir oen Eollegen zu: jr: 03? «n Hier ist ein Verein, der nur Euer persönliches Eintreten beansprucht für die heilige Sache. Kommt also und vergeht allen persönlichen Hader, jede kleinliche Selbstgenügsamkeit, jeden Parteijwist. Seid einig, einig, einig! Wie einst bei oer Gründung der Achawa sagen wir: Der Verein ist gegründet. Wir erwarten nur Eure Anmeldungen. Die Organisation wird Sache des Vereins selbst sein. ES gilt unserer Zukunft! Möge dem neuen Vereine auch eine gesegnete Zukunft werden, wie sie durch die Gnade Gottes der Achawa geworden. Das walte Gott. 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.