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Der israelitische Lehrer · 1870-04-13 · 15 (13.4.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
15 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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«raflittüdt? Jelirer. Wochem'ckrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Iudenihums undinsbesondere des israelitischen V c % i c r fl q i» t c i. Organ für den Verein „Achawa.' Den 13. April 18711. 10. Mrgang. WSchnntich 1 ’ilumnrc Timtlifibtlrrbfi abcnrmrmtsrrcte 4C!r — ’,1 V, Lar. Jlnjrinfn ju 1 Lar. vir Prtitrrilr. Hrstrllungen Ultimen alle Poüamrer und Büwhandiunyen an. Knsere Zukunft. (Schluv.) Wir konimen zu ein«m ander», vielbkiproä'cnen Ereignisse unsenr Zeit, das mit lltechi als der Vorbote einer tiefgehenden Umwälzung in der dcuiichcn Zudenbeit beNaltNe« wird. Unsere Leser werden erralhen, daß wir die badischen, reip. Karlsruher Vorgänge meinen. Zn den meisten übrigen Mündern Deutschlands wird man sich kaum einen Begriff von dem Schmerze und der Aujregung macben kennen, die dieses Ereigniß in Baden zur Folge hatte. Zn Bauern, Hesse».?c bat man keine LandeSsniiagcge, keine Eenlralbedördk, um eine Ausscheidung aus der „Landjiidenfchajt" ist daher auch nichtmöglich. Wir fühlen, trotz der Beschwichtigung dsS Qberraths. daß die 'Folgen groß und bedentungovoU sein werden. Wir fühlen insbesondere mit unseren badischen College» — den armen, armen llteligionSlehrern! — wie ge für ihre, wenn auch erbärmliche, Existenz zitier». Es war doch jedenfalls eine gesicherte und geschützte Existenz; freilich, mit so beispiellos schlechter Bezahlung, daß wir sie kaum eine Erislenz nennen könne». Ee ist das alte Lied, doch bleibt es ewig neu vom Lehrermangel und vom Mangel der Lehrer. Vielleicht lind unter unseren Lesern manche, die ob unserer ewigen Klagen ungehalten sind. Aber ist denn diese Frage nicht eben der Urgrund und die Wurzel alles Nebels 'rink kann von einer Bissergestaltung die ckiede sein, so lange diese Frage noch unentschieden ist? Zn »n serer Zeit, in welcher aus allen LebenSgebieten deni strebenden snngrn Menichrn ein rpeiteö und lohnendes Feld der Wirksamkeit, des Schaffens und Strebend sich eröffnet, wo alle Lebensbedürfnisse so tbeuer sind und doch — oder gerade darum, die nialerielle Wohlsart der Menschen sich allerwege bessert; wo selbst das Proletariat, der lange zurückgesetzte Arbeiterstand, durch Berdindungen und Vereine, durch Genossenschaften». Strickt, einen besseren ,'trbcilS.ohn sich.verschafft, sind in'Baden wobl noch, die Halste der :>keligionSlebrer mir nock nicht ijLH• fl. Zabresgehal: anaestellt und riese Lebrer sollen und Niüsien geistige' und Körreikrajt baden, um ihrer Au'gadr zu genügen; hrben Familie, Streben, geistige Bedürfnisse. Und iir es ntrr in Baden fr? Wir batten in der vorigen Wecks vor uns eine Bescheinigung, wonach ein mrbr als '«(»jähriger Lehrer m Bayern, dessen Söhne; jetzt schon wieder Lehrer sind, vor vielen, vielen Zah-; reu um einem RegierungSdekrei« und ISO fl. Gehalt I angesiell: worden und gerade io viel Hai er. zeyt noch! i Toi kommen wiri auf unteren Gegenstand zurück! Die basischen siehrer waren uundestenS von > der Oberberbörde gestützt n»d i» vielen Fällen unlerstützl; — jetzt fürchten >>e em Cbaos! was soll , daraus werden? i » Wir lönnten freilich weiter gehen. Wir könnten auch iag-u: was soll aus den Rabbinern werden?! Wir sind unparteiisch genug, anzu erkennen. dag deren Lage nickt viel besser ist und sie mindestens ,ür die Zukunft in gleicher Gefahr sind, wie die Lehrer. 'Wenn wir nun vollständigst unparteiisch »ein wollen, so dürfen wir uns nicht verhehle», daß auch in anderen Orten der Zerfall ^er nur staatlich geschützten und gestützten Gemeindeinitilulioneir nahe isi, daß bald dicr wie dort daS Prineip »freie KirchS im freien Staate" tiirchgreifen und überall dieselben oder doch ähnliche Folge» haben wird. Da können wir uns freilich - nickt verhehlen, daß er dann in manchen Gemeinden doch; an Milleln fehlen dürfte, weil uns eben nick«, wie den christlichen Kirchen, alte Gefälle;u Geboie flehe«, i und der Zude allezeit die augenblicklichen Besürfniffesfür seine Gemeinde-Znstillitionen auü oer Tasche zu tragen hat. Wir könne» uns hier nicht auf dir Frage ein» I lassen, warum eS so ist. notzdem Wohlthätigkeiio- und Gemrinsinn unseren Vätern so sehr eigen waren; e» ' isi dae eine nothwendigr Folge »riskier, wir möchten

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