Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 14 (5.3.1870)
- Date
- 1870-03-05
- Page
- Seite 108 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 10 > Der geschäfts führende Ausschuß dedeutschen^ isr. Gemeindetags. Wwriy scohner, Vorsitzender ^Leipzig.) Emil Lehmann, Adv., Schriftführer (Dresden.» Georg Feizl, (Prag.) Dr. D. Honigmann, (Breslau.» Iciepbtbal, Adv., (Nürnberg.) P. Wenheim, (Berlin.» Wochenbericht. Oberiugelheim. Wir erhielten eine sehr interessante Vorlage über den Werth, die Bedeutung und Tenrenz des aazustrebendenheutschsisr. GemeindebundeS. Wir werden auf dieselbe zurückkommeu, sobald der Raum eS zuläßt.'. Cöl«. Herr Dr. Schwarz fordert soeben in Circularen die nahe liegenden Gemeinden zuin Beitritt zur Alliance aus. , Merlin 15 Marz, Fn diesen Lagen passirte ein Trüpp von 180-Köpsen rdssischer Juden aus den Hunger Provinzen unsre Staol. Die Leute sahen etenc und ärmlich aus. Man »ah ihnen die Folgen des Hungers noch an, und ihre Kleidung reicht auch für die barte Jahreszeit nicht aus. Sie batten ihre Heimalb auf Veranlassung des von der Alliance gebildeten Hülfscomites verlassen, wurden hier eulpfangen, nam Hamburg spedirt und »verden dort zur See behufs Üeberfahrt nach Amerika befördert werden. Wir möck-ten fragen - Wo ist hier Sorgfalt des Staats für seine Angehörigen, von denen er tür gemeinsame Angelegenheiten und das öffentliche Wohl so viele Millionen Stenern fordert, wenn er nicht Hunderte davon erübrigt, um solches Elend zu lindern? Wo ist hier die gerühmte christliche Liebe, die universell 'ein und keinen Unterschied kennen will zwischen Mensch und Men'ch, wenn jüdische Barmherzigkeit altern daraus hingewresen ist, für Roth jüdischer Armen aufzukominen. Diese Fragen drängen sich hierbei um so mehr aus, als ^hauptsächlich solche Ndth und solches Elend durch die Schuld des sogenannten christlichen ()» Staats herbeigesührt worden ist, vermehrt und erhalten wird. (ES liegen uns über diesen Gegenstand die authentischsten Berichte vor, die "uns demnächst beschäftigen werden. Red.) Wien. Am hiesigen «Berichte wurde jüngster Tag« gegen Moritz Lchochet und dessen Eltern Abraham und Golde als Raubmörder verhandelt. Esterer war beschuldigt, Simon Hecht meuchlings getödel und sich dessen Baarschaft angeeignet zu haben. Die Eltern waren der Theilnahme an diesem Raubmord beschu.cigt, indem, wissend woher das Geld ihres Srb. komme, i'ie es an sich genommen und verzehrt haben. Der Sohn ist zu 18 Jahren schweren, mit »rasten verschärften Kerkers, der Vater zu 3 und die Mutter zu 1 Jahr verurtheilt. Roth war freilich die Triebfeder dieser verbrecherischen Handlung; aber wir erschrecken^ daß trotz Noth der Verfall von Religiosität und Sittlichkeit auch unter Israel derartige Verbrechen jetzt möglich machen kann. Derartiges geschah früher nicht, selbst als die äußeren Verhältnisse schlimmer und drückender waren. .12rjso SiOitra Peft 14 März. In der Angelegenheit des jüd. Congresfes ist das Referat der Petitions-Commission dahin ausgefallen, daß die Statuten als ein E'ngriff in die Gewissensfreiheit zu betrachten seien und d,e Orthodoreu sich mit Recht demnach in ihrer Ueberzeugnng gekränkt fühlen müssen. Die Petition der Letzteren sei demnach gerechtfertigt und die Sistirung der Durchführung jener Statuten durch die Macht der Regierung zu beantragen. Deal, der bekannte Parteiführer, trat als Redner für diesen Antrag aus und' endete Unter stürmischen EljenS. (R. Fr. Pr.) (Oie Ausführung der Congreß-Statuten ist bekanntlich sistirt. Was nun aber weiter? Red.) Bukarest Ein jüdischer Knabe betrat einen christlichen Bäckerladen, der Christ sprach mit dem Knab:u anscheinend theilnehmend von der Judenverfolgung; dem Knaben wuchs, der Muth durch solchen vermeintlichen Beistand Hub er erwiderte: Hätten nstr Alle meinen Muth, wir würden eS den Christen schon zeigen. Der Bäcker ergriff einen Stock, um den Mutb und die Kraft des Knaben auf die Probe zu stellen. Der arme Knabe liegt in Folge der wehrlos und unschuldig erhaltenen Prügel lebensgefährlich unter ärztlicher Behandlung. -Das Gericht nimmt keine Notiz von der rohen Ünthat des Bäckers. Der Christ geht frei au». Das gebildete Europa sieht ruhig zu und rühmt sich seiner christlichen' Liebe. Paris. IInS liege,, die Nummern des Journal des DebatS vom 1i>. und 20. März vor. Sie enthalten die Angriffe von I. I. Heliade — RaduleSc und die Vertheidigung CremieuxS in der rumänischen Iudenangelegenheit. Wir erfahren nichts 'Neues und hören von beiden Seilen die ewig alten Gründe und Gegengründe. Aber die Lage der bedrängten Juden hat stch noch nicht gebessert, und so müssen wir fort und fort hämmern, dis die steinharten. Herzen gesprengt werden und fort und fort klopfen, bis die - tauben Ohren sich öffnen. Ging eS mit dem Sieg der Katholiken in Irland ja auch nicht auf ein Mal unk müssen doch die Menschenrechte der Juden noch fast allen Orten stetö auf's Neue gelten; gemacht »verden! Der Angreifer spricht: Seit mehreren Jahren zieht die rumänisch: Iuden'rage eie Aufmerksamkeit der ganzen W:lt aus »ich;