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Der israelitische Lehrer · 1870-03-05 · 14 (5.3.1870) · p. Seite 107

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
14 (5.3.1870)
Date
1870-03-05
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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— 407 — Angriff» aus da» Einzelleben (Mord,» aus da» Familienleben (Ehrbruch) und da» Eigenthum l Diebstahl) wird r» überftüssig, diese Specisication später zu wiederbr'.cn. Tie Sünde der Rede und der Gesinnung bezieht sich ron selbst auf alle drei Verhältnisse und umfaßt sie. Es erscheint demach auch unnölbig, in dem zehnten Aussprüche diese Specisication mit rivre ci "oyi noch einmal vorzunehmen. da sie im neunten Auüspruche unterblieben und hier dazu nicht vollständig gegeben ist. Denn eö finden sich nur Beziehungen auf da» Familienleben und Eigenthum, aber nicht auf vas Einzel- und persönliche Leben Ter Zusatz gibt sich daher deutlich alS ein Gloffem kund. Aber ebenso reigl uns diele Untersuchung wieder, daß das Ebristentbum mit seiner sogenanten böbe.ren Mora? sich gänzlich und durchaus auf jüdischem Boden bewegt und gar keinen Grund har, sich bockmüthig über das Judentbum zu erheben und qeringschätzend auf tiefe» herab- -ublick-n. Alzey. I>r. R. Vom tzZemeindeeag. Au die vrrrhrlichr» Vorsitzende» und Lerneter der Leulslden Jsraeliten-Eemeiodeii. Ter Unterzeichnete AnSschuß har, der ihm vom Gemeindetage genlerdenen Ausgabe nachkommend. im Monat August den einzelnen resp. Gemeinde-Vorständen direkt durch die Post eine Einladung zum Anschluß an den Gemeindebund unter' Beifügung der ausführlichen „Protokolle" de» GemeindetageS .zugehen lassen. Der Erfolg derselben mar, daß bisher 46 Gemeinden ihren Anschluß unter Bewilligung von in Lummä circa 960 Tbalern Jahresbeiträgen erllärte», die wir hiermit in der Reihenfolge der eiiiarlauseiien Anmeldungen verzeichnen: Nürnberg, Nienburg a. Weser, Aachen, Dresden, Hildeebeim, Alsfeld, Hiltburghaujen, EiSIcten, Lyck, Lchwerin i. M., Postelberg'in Böhmen, Pr. Rbcden, Tppcln, Emden, Prag, Telt'ch in MLyren, Leobschütz,. Schönebeck, Linz a. R., Erfurt, Leipzig, Neubrandenburg, PclSdam, Barchfeld, Glotz, Frankenstein, Braunschweig,' Görliy, Bleichercde, Pieschen, Schweidnitz, Eaffel, AscherSleben, BreSlau. Hirschberg in Sch!., Haxnover. Hamburg, Walldorf, Gloqau, Magdeburg, Baiersdorf i. Bayern, Zirndorf i. Bayern, Grünberg i. Schl Mcngeringhouten, Bernstadt i. Sckl. I In Königsberg i. Pr. hat der Vorstand bercus den Beitritt beschlossen, die Zustimmung der Reprä^ ' sentan; erwarten wir ncch. So ausmunternd e» ist, die Wichtigkeit brr :u gründenden Institution von einer so bedeutenden Zahl , ickätzbarster Gemeinden au» allen Gegenden des Baj lerlandes anerkannt zu sehen, soweit steht die Sache! noch vom .»Ziele entfernt. l i 1 Abgesehen davon, daß nach GemeindetagSbe'chluß! der Gemeindebund nur bei Zusage von 10O Gemein-; den mir 2«>00 Tbalern Jahresbeiträgen als gegründet anzüsehen, liegt es auch in der Natur der Cache, daß die wahrhaft segensreiche Wirksamkeit nur bei allgemeinster Betbeiligung zu erhonen ist. 'Wir erfüllen daher nur eine un» obliegende Pflicht, wenn wir hiermit ÄermalS die Anregung zum Beitritt geben.! Fn den Vordergrund der gemeinsam und nur j durch einen Perbano der Gemeinden ru lösenden Auf» gaben drängt sich die Regelung deS Armenweien» und s der Pennonsverhältnisfe pev Gemeindebeamten. Tie Frage der Fremdenunterstützung inbesondere erscheint unaufichieblich in einem Momente, wo von Destruß- . laud so vielfache wie berechtigte Ansprüche und dai neben noch der persönliche Andrang in Form einer wahren Invasion, an die Gemeinden berantreten. Besondere Vorkommnisse jedoch sprechen ncch besonder» nachdrücklich für den Gemeindebund. Ein dem Judenrhume fremder Geist der Ceparationoluit scheint sich verschiedenseitig von linke und rechts in bekagenSwerther Weise in unsere Gemeinde» wesen trennend einschleichen zu wollen. Ter erhaltende, pietätvolle jüdische Sinn und das treuanhäng» liche jüdische Herz sträuben sich gegen diese Gefahr , für die von unseren Patern überkommenen fromme« und humanen Gemrindeinstitutionen. Möge in dem Gemeindebunde ein gemeinsamer Loden geichanen werden, auf welchem eine umfassende Einigungsorganisation in den Gebieten der Gemein de-Berwaltungen alles Gem ei nn ütz i g e, das die Gemüiber eint und nicht trennt, fest gehalten, gebegt und grrsiegr wird. v Mit Aufrichtigkeit und Freudigkeit allerrrte« gewärtig:, wird dieies echt jüdische Vorhaben in „Friedensliebe und zur Frstdenesörternng" sich Gotte» Segens erirrnen. ,' BritrstrSrrkiärullgen von Gemeinden oder Einzelnen nimmt jeder der Unterzeichneten bereitwill-gst rntge- I ge".

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