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Der israelitische Lehrer · 1870-03-30 · 13 (30.3.1870) · p. Seite 102

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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— 102. — Pfennig. Dir beitraaenden Mitglieder verthrilen sich auf- 27 Orte der Provinz. die meisten wohnen in Khttig«berg. Möge e» dem so überaus nvtbwen» digen und wvhlthätigen Vereine gelingen, seiner ganze« Aufgabe zu genügen. An seiner Spitze >lehen die angesehensten Mtgkeder der hiefigen jüdisch« Gemeinde : Rabbiner Dch Bämberger, Prof. Dr. Jakobsohn, Rdftr. M. Alexander^ Jakob Bernstein, Dr med. Laser, Kaufmann T. KarnvwSkn, Kaufmann M. Stettiner — und als Stellverts-rter Dr. med. Friedländer. Kaufmann K. HNer, Künfmann S. Feinberg. Wir können es uns nicht^ussagen hier eine Sielle des Berichts anzuführen, welch« allerwärts ihre Berechtigung hat: Wir haben zrf Obigem nur noch Weniges zu „bemerken: Unser Verein trägt einen defenüven Eha- „rakter, keinen agrekfiven, er will nicht Exklusivität „befördern oder begünstigen, er will sie vielnichr als „einen Widerspruchchit dem Zeitgeiste und dem Ge- „rechtigkeitSgrfühle der Gegenwart brechen und besei- „tigen. Er ist hervvrgerusen durch die Zurücksetzung „und Ausschließung, die unsere Glaubensgenossen auf „religiösem und geistigem Gebiete erleiden. Während „der Staat beispielsweise an unserer Hochschule jähr- „lich zweitausend Thialer. sog. Königliche Stipendien „ans öffentlicherr Mitteln zur Unterstützung armer „christlicher Studirenben beisteuert, während er Institute „einrichtet und unterhalt, in welchen aus Staatskosten die „Lehrer der beiden christlichen Konfessionen ihre Ausbildung erlangen, ist die jüdische studirende Jugend „von dem Genusie diieser aus der Staatskaffe bestrit- „tenen Bmesizien ausgeschlossen, erhält der jüdische „EulruS — wie dies doch in Belgien, Holland, Frank- „reich der Fall "ist —lnicht nur keinen Zuschuß aus „Staatsmitteln, es sind auch di« jüdischen Lehrer ans „daS HoSpittren an den konfessionellen LehrerblidungS- „Anstalten auSschlieÄich angewiesen. Deßhalb erach- „ten wir er als Psticht unserer GlaubeuSgenvssen, so „kcmgödie Fürsorge astf diesen Gebieten;n übernehmen, „bi» der Staat glstches Maaß über Alle einführt, „Alle« gerecht wirv^ so lange selbstständig jüdische „Studirende und Lehramtskandidaten zu uuterstützen, „bider Staat den immer dringender zu erhebenden „Forderungen nach istechtsgleichheit nachkcmmt." S. A. Uyhely, 15. März. In diesem Augenblicke find e» die Reden Gvzy'o, Jokay'S, und- ZsedsNyl'S, im Landhause in Angelegenheit deS CongreßeS, die Alle in Athem halten. Tie Ovationen, die von einerunabsehbare« Menschenmenge jenen Drpulirten därgebtacht wurden, waren sehr bedeutend. Jokai'S Rede zu Gunsten der Religionsfreiheit fand den größrm Beifall undsaglt er unter Anderem: „Mich berührt das, was der.! israelitische Congreß beschlösse« ebemowenia, al« haß in Rom. 806 Bischöie auS einem Menschen «inen Gott machen wollen, denn meinetwegen kann jeder glauben «aS er will." Nicht minderen Beifall erkürte Zfedvgi in seiner Rede, iw weicherer die Hoffnung aussprach, daß in nicht langer »Zeit all« Vorrechte der einen R'ligion vor der andern schwinden und die wahre Religionsfreiheit und Gleichheit überall zur Geltung gelangen wird Trotz des Umstande«, daß sich sehr viele Cvmitate im Sinne der Congreßstatuten bereit» organifirt haben, ist im Ganzen und Großen die Opposition^ ziemlich bedeutend uyd dürite eine Trenming, kömmt das neue ReligionSgrsetz zu Stande, sicher statt finden. Vor kurzem erschienen vom gelehrten Oberrabbinrr Leopold Low in Szegedin Kanzelreden in ungarischer Sprache, di« in ollen Kreisen des Lande» dem größten Beifall fanden. Wie wir vernehmen, beschästigt sich in diesem Augenblick derselbe mit ^rr Sichtung seiner ungarisch-jüdischen Geschichte, die einem fühlbaren Bedürfnisse abhelfen wird. Auf dem pädagogischen Gc biete ist wenig Neues. Eine vor Kurzem im jüdisch-deutschen Hargvne erschienene RefigionSlehre eines autcr, Rabbiners und emer. HandelSlehrerS sucht sder Welt weiß zu machen, daß alles Heil im ehemaligen Bochermthum zu suchen sei. Wir hatten Gelegenheit wahrhaft gebildete Bachurim kennen zu lernen, aber sich mit After bocharim Literatur, die in Ihrem Deutschland, gewiß nicht Vorkommen kann, zu beschäftigen, ist der wahren Literatur ebenso verhaßt, wie persönliche Angriffe zum Gegenstand einer Erörterung zu machen. Oberlehrer I. I. Rosenmeyer. In Bukarest wurde in der Deputirtenkammer der Antrag eingebracht, die Israeliten von der Theilnahme an den Pacht-Licitationen beffarabischer Güter auszuschließen. Der Ministerpräsident erklärte, da« bezügliche Gesetz schließe die Israeliten nicht von der Theilnahme an öffentlichen Versteigerungen aus. In Folge dieser Ministerial-Erklärnng beschloß die Kam-- mer „Uebergang zur Tagesordnung." Paris. Die Familie des verstorbenen Barett Nathaniel v. Rothschild hat 21000 Fr«, zu wohkthätigen Zwecken bestimmt. Der in London verstorbene christliche Wohlthäter Peabody hat außer vielerr Legaten zu Gunsten der Israeliten und EHMett 837,900 FrS. für die iSralitischen Schulen teltirt. P. Paris. Nach Munk'» Tode hat Renan wieder Aussicht, seinen alten Lehnstuhl am College dd- France für die semitischen Sprachen wieder rinzunehmen. Er har erklärt, kein principieller Gegners der Religionen zu sein, und dieser Erklärung verdaükt er seine neue Präsentation. Mit ihm ist DertfiburA vorgrschlagen; man sagt, nur der Form wrgttll

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