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Der israelitische Lehrer · 1870-03-30 · 13 (30.3.1870) · p. Seite 101

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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— 101 — SajaruS W»lf, Religionslehrer in. Eßweiler ' Santen Wolfstein, in der bayr. Pfalz, schied audiesem Leben am 2. d M:s. Wenn meine F:>er auch zu schwach ist. dem Verstorbenen einen ausführlichen Nekrolog zu schreiben, so will ich doch versuchen, in kurzen Umrissen sein Leben zu zeichnen. Derselbe war geboren in seinem späteren Wohnorte und stand j noch in den beste» Lebensjahren, als ihn der Tod ereilte. Sein Krankenlager war sehr laug und schmerzhaft und dauerte beinahe halbe- Jahr. Er war früher ein Handel-mann, besaß jedoch viele Kenntnisse im H:bräischen. AlSs vor circa 23 Jabre dev damalige Lehrer Wolf »ach Amerika au-wanverte, übertrug die Gemeinde uuserm Entschlafenen die ReligionSlehrerstelle. Die Anerkennung, seine Pflichten treu erfüllt zu haben, folgt ihm in- Grab. ES ist dabei rühmend hervorzuheben, daß er und seine beiden Brüder, wie auch eine noch lebende Schwester, sein Bruder von ihm starb auch noch in seinen jungen Jahren mit Hinterlassung einer Wittwe und 4Kindern) -sehr bewandert waren im Talmud, wenn auch der Selige keine' weitere pädagogische Ausbildung genossen hatte. Hier kann ich nun nicht umhin, eine ernste Mahnung an alle ReligionSlehrer zu erlassen, die noch anstehen, dem Vereine „Achawa" beizutreten. L. Mols hatte leider dieses in seinem Leben, trotzdem ich ihn oft dazu aufforderte, unterlassen. Ich will nun in dielem Falle nicht weiter die Motive untersuchen, warum erjdiese Unterlassungssünde begangen. Wäre er indesten beizetreten, so wäre für die W'.ttwrdoch einigermaßen gesorgt. Indessen, es ist dieses nicht zu ändern und ich stehe daher nicht an, allen Lehrern zuzurufen:„SchließtEuchver„Achawaan!" Sie wird dadurch in den. Stand gesetzt, für die Hinterbliebenen um so besser zu sorgen, jemrbr die Mstgsirderzahl anwächst. ES gibt zwar edle^Mmschenfreunde und war der Unterzeichnete eben in den Stand gesetzt, durch namhafte Gaben einiger Evlen der Wittwe einen Trost in ihrem herben Verluste zu gewähren. Danke diesen braven Männern im Namen der Hinterbliebenen! Aber eine dauernde und bleibende Unterstützung oder gar Versorgung, wie sie die herrliche Achawa, Gott sei Dank bietet, ist dies eben doch nicht. Lehrer Wolf hinterläßt eine Wittwe mit 5 unversorgten Kindern! Zwei Söhne haben sich dem Lehrerfach gewidmet 'und sind entlassen aus dem Seminar. Der jüngere versieht einstweilen die Stelle des Vaters, der ältere ist feit kurzer Zeit als Verweser angestellt in Altdorf in einer kleinen Gemeinde bei Edenkoben. Drei Mädchen sind zu Hause bei der Mutter. Sind allenfalls noch edle Menschenfreunde in de» angenehmen Lage, für die arme Wittwe Etwazu thun, so ist der Unterzeichnete*) gerne bereit. diese Gaben an den Ort ihrer Bestimmung zu befördern. Euch aber, Ihr edlen Geber, möge der Allgüt'ge segnen ued Euch bewahren vor jedem Schmerz und Wehe Ehrlich Lebrer in Mutt er stabt. (Pfalz.) Ikorddeutflchlatrd. Di; Frage der Anstellung von Richtern jüdischer Evnfession ist endlich zweiffellos entschieden. DaS neueste „Justiz-Ministerialblatt" erhält vie Ernennung zweier jüdischer j Gerichts-Assessoren (Lunge und Salamolt) zu Stadi-; richtern in Breslau. — 9t»rddeutschlaub» Zu Kuyau in Ostpreu»! ßen starb der ehemalige Dorffchullchrer Adolf Sack. Er ward 64 Jahr all, hat 3» Jahre lang al» Lehrer sich abgemüht nnd erhielt — 51 Thlr. Jahrenpenfion. Ec erlag, wie sein Sohn, der berühmte Eduard Sack Herausgeber des Wegweisers, der energischste Vertreter . der freien deutschen Schule, anzeigt, dem Hunger» : Typhus, hinterläßt eine Gattin und 5 unerwachsene! Kinder. — Diese Notitz sagt mehr, als ganze Kammlri rede». — Hanover. Die neue vom Architecten Oppler! erbaute Synagoge dahier, ein stattlicher und schöner > Lau, der vie Beachtung aller Fremden auf sich zieht, soll am "H. März a. c. feierlich eingeweiht werden..— Königsberg, im Febr. (llulieb verspätet.) Der dahier un vorigen Jahre gegründete israelitisch: StudienbeförderungS-Vecein für Ost» ustd Weftpreugen hat soeben seinen ersten Jahresbericht au-gegeben. Derselbe wurde gegründet, um eineStheilS arme Ztudirende jüdischer Religion auf der! Universität zu Königsberg zu unterstützen und dadurch vor der oft schrecklichen Roth und' entwürdigendest bettelhaften Unterstützung zu schützen und auderentHeilS für dieAusbildungjüvischer Religionillehr er Zorge zu tragen.! Der vorliegende 1. Bericht enthält eine! Wiederholung des betreffenden AufrufeS und Datest, welche 'es bezeugen, daß der Verein mit Hingebung und Energie bestrebt ist, mindestens der ersten! Aufgabe in möglichst ausgiebiger Weise gerecht zu wecken. E» wurden im 1. und II. Iemesttr diese» JadreS 550 Thlr. als Stipendien an 6 reSp. 11 Studirende vergeben, worunter ein Seminarist im Berliner Seminar. Die Einnahmen beliefen sich auf 2314 Thlr. 6 iSgr; in den eisernen Fonds liefen 1536 Thlr. 18j Sgr. _ j st«» dieGtemrutarlehrer? Sm» diese wirklich im Bager» s, gestellt, daß fie durchaus der Achrw» entbehr« kögnt»? Dir können leider Beweise »»« L^enchiil erbringen. Rtdaction. **) Auch nt find gern« zur Bntge ennahwe tznd Beförderung «*n »»den bereit, wenn auch die Rücksicht sauf unser« Ach«na uni »erbietet hier nie in jedem ander» LWiicheFale ein« Sff mtlich« ColIeeU ju »eranlaffen, »der Quittungen in die» s« Btcktter» »u »»öffentliche». Ledacttoa.

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