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Der israelitische Lehrer · 1870-03-30 · 13 (30.3.1870) · p. Seite 99

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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99 — Institution Grliung. haben soll, bri der „der Einzelne nicht leben" oder„die Gemeinden n ck»t bestehen" können. Dir Pflege wrltlichrr Wissenschaften, dir Erlernung wrltlichrr Gewerbe zur Gewinnung de« leiblichr» Unteihaltrt war Sittr, ja Ersitz schon,im altrn Israel. Di« christliche Maxime beweist wieder, wohin die blinde Verfolgung eines Extrems führt. Die unnachfichtlicbr Bevorzugung der kirchlichen Interessen in den Schulen, welche einer Ausschließung der weltlichen fest gleich krmm:, hat nicht nur dahin geführt, di' Aufhebung der CvnsessionSschulen, sondern auch die Ausschüttung jedes Religion«- und Bibel-UnterrichtS zu frrdrrn. Man sieht nicht blvS den Nutzen des letzternnickt ein, sondern weist sogar dessen Schaden nach. Man verlcngt jetzt nicht b!cS conseinont-, sonderg sogar religionslose Schulen und bat >:e in lerrrpublikoni chrn Schweiz trreiis einrufübren eiigrsanfkn. All diese Borgänge und Bewegungen und dem Judenthum fremd; die Juten indeß bleiben davon nicht immer unberührt. Die Einrichtung consessicnS- und selbst religionsloser Schulen seitens der Christen kann unS nur rortheilhaft erscheinen; >ie werden dadurch den Juden zugänglicher gemacht. Jndeß hoben Juden stets gerne fremde Sitten nachgeahmt; sie könnten daher leicht davon Deranlassung nehmen, auch ihrerseits die RrligionSschulen fallen zu laistn. Die Behauptung von der Schädlichkeit de» Religion«- und Bibelunterrichts für die Jugend geht deßhalb die Juden mit an; eS ist zu untersuchen, welche Berechtigung diese Behauptung aus jüdischem Gebiete hat. Alzei._ Dr. R. Wochenbericht. Berlin im März. Für erst will sich, wie es allen Anschein hat, der Knoten in unseren cultuellen Verhältnissen immer fester schürzen: rres lacinnt collegiuir, aber — o Schrecken für ein redlich orthodoxes Gemüth! an Stelle der GoneSsürchtigen Oetlinger, Roscnstein und TackS ist dos zeitlose Kleeblatt: Aub, Ungarleider und daS üon pin, nlrr» „der größte Kofer", wie ihn ein Frankfurter CerreSspendent deS „Israelit" gelegentlich der Besprechung seiner dortigen ÄbschiedSpredigt zu nennen beliebt, Geiger, als Nabbinat der Grweinde genetkii. Warum, sagen sich nun— und in ihrem Sinn mit vollstem Recht — solch' fromme Seelen, sollten wir im Norden nicht auch dm Muth bekundm, den unsere Gesinr.ungSgrnost'in im Süden unter am Ende minder drängenden Umständen gezeigt, und nickt zu einer förmliche» Secession von einem so mißleiteten Gemeinwesen Bahn brechen? Hin und wieder sollen daher von dieser Seite bereit« dir laufenden Beiträge zu leisten verweigert worden sein und man erzählt sich auch von einer Petition an daS CuslüSNnnistkriüm, dir um Aushebung , de» Fudengesrye« rom 23. Juli 1547; pi>rn;t ia seinen Bestimmungen über die Bildung von Shnatzckaeck- Gemcindrn, worunter natürlich die Cassation der Beitragspflicht zu allererst verstanden wird — littet, -iS e« in seinen staatsbürgerlich beschränkenden! Normest durch die norddeutsche Bundesverfassung endgilstg removirt ist. Doch immerhin^ die Majorität der GS» meinde steht ohne Zwriseh-auf Seitm von derm Detlreiern, und eine Kalamität, wie sie im Badenserlands iich zu gestalten droht, ist, zumal bei den reichm Mittelst der hieiigm Mitglieder keineswegs zu befürchten; dieselbe dürste schließlich vielmehr, da Repressalien nach Art der dort ergriffenen hier ebenialls, kaum auSbleiben möchten, die Separatisten bäner treffen als ihtv Gegner, dmen sie Trotz zu bieten vrrsuchm, so dhtz iie thatsächlick und in höchsteigener Person an Psaün 7, 13—17 und Lpr. Sal. 2b, 27 (ccns. Koh. 1l^), woran so heilig sein wollente Männer doch wohl von . selbst weislich denken und darnach ihr Verhalten regeln folltm, erinnert werden würden. Wie weit die fanatische Wulh wenigstens der Hodegelen diestr Partei und ihrer verblendesten Anhänger sich erstrecke, davon legt, abgesehen von den in den hiestgen Täge«-- blättern erschienenen und besonders im Mainzer „Israeliten" unaufhörlich fvrtgesetztm Schmähartikela gegen alles von liberaler Seite Ausgehende und An» 1 gestrebte, die, wie ein nicht ungtaudhaites Gerücht sagte, von jenm gehegte Absicht ab, bei der am Lab» balh Sch'kalim von Geiger in der alten (sog. Heid«- I reuter) Synagoge gehaltenen Predigt eine Demo»- ' stration zum Beweise seiner Mißliebigkeit zu machen, die jedoch schließlich, weil man doch wohl die auf Störung des öffentlichen Gottesdienstes stehmde 'trengd Strafe scheute, sich im Sande verlies. GegenthrM I verlautet, nachttäglich, daß jene Predigt, die in d<r; Thal meisterhaft durchdacht und vorzüglich oratvrisch voigriragen ward, (berläuiig gesagt, gefiel iie dem < Referenten in mehrfacher Bestehung schön um detz» i willen besser, als das erste in der neuen Synagoge gegebene, übermäßig ausgedehnte Debüt, weil nicht, : wie bei diesem, ein willkürlicher, sondern dem laufeste , den Tvrahabschnitt entnommener Text ihr zu GrvnbS' 1 gelegt war, auch in der Reihe der vrthokvren ParlSt' * großen tzclar groiackr habe und Manche davon ga'stj ' enlhunaömirr gewesen sein sollen. Selbst in nstt persönlich von dieser Teste zu Ohren gekommenen AuS- > lassungrn darüber, wie: „Alles gut, dotb was steht , dahinter?" oder: „nun, Bileam bat auch schön jit' j reden gewußtspricht sich die, wenngleich noch so widerwillig gespendete Anerkennung nickt verkennb'itt j aus. Der nach' allen Setten hin, in Bezug auf Ra-; iur und menschliche (sociale, ftckastiüie und bfivndrt'^ > religiöse) Brrhällniffe klar durchgesührte Grundgrdonkd j de« Venrageö wär, im Anschluß an (Exvd 3b. 13)

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