Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 11 (16.3.1870)
- Date
- 1870-03-16
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Einbeck 1× ep/1044488
- Mesha 1× ep/1006058
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— 84 — sprünglich. Nach Errettung aus einer Gefahr in seinem Kriege mit den Rüsten gelobte er. seinen Namen zu ändern. Die Namensänderung scheint überhaupt im Orient eine Rolle zu spielen; auch im Judenthum. Der Erste, welcher ihm begegnen werde, dessen Namen wolle er tragen. Cs begegnete ihm zuerst ein russischer Soldat, jüdischer Abkünit, Namens Schmuck. Diesen Namen übertrug der General tn die Sprache seines Landes und nennt sich von damals her Schamül (Schmül). ' . Hamagid. Jerusalem. Auf dem Berge Zion wird eine neue Pitgerwohnung für arme Israeliten gegründet. Der Grundstein zum Hauptthor ist unter großer Feierlichkeit und allgemeiner Detheiligung selbst türkischer und christlicher Honoraticnen gelegt und das Thor mit allerhöchster Einwilligung Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich Franz-Joseph-Thor genannt worden. Die Herren Ettlinger (Altona), Hildesheimer (Berlin), Hirsch (Haiberstadt), Lehren (Amsterdam), als Comile- Mitglieder,-fordern zu Beiträgen für diese- Institut auf. Wir haben gewiß nichts dagegen, sondern fördern sogar dieses, wie, jeveS Unternehmen im Interesse der Armen, hier um so mehr, weil der Mangel an derartigen Zufluchtstätten in der heiligen Stadt zu allermeist geeignet ist, die hülslosen Armen wider Willen in die Schlingen der christlichen Missionäre zu treiben. Aber wirtadeln es, daß diese Herren eine, solche Gelegenheit ergreifen, um den sogenannten Reformern Mangel an Interesse für das heilige Land vorzuwerfcn, wenn selbst Christen Begeisterung dafür an den Tag legen. Eine vernünftige Begeisterung fehlt wohl keinemjüdischen Herzen, nur ist es verfehlt, schwärmerischen- Ideen und Bestrebungen sich dabei hinzugeben.' Es werden nickt alle Arme aus heiliger Begeisterung nach dem heiligen Lande getrieben. Die schwärmerische Begeisterung der sog. Orthodoxen hat vielmehr seit lange die heilige Stadt zum Sammelorte gar vieler nickts-wissender und nichts-thuender Müssiggänger gemacht. Jerusalem Der Dolmetsch des hiesigen französischen Coirsuts hat jüngst auf der Ostseite des todten Meeres, also im alten Königreiche Moab, einen Stein aufgefunden, besten Inschrift die im 2. B. Könige Cäp. 3. erzählte Geschichte des Krieges zwischen- Mescha von Moab und den Königen von Juda und Israel wiedergibt und die Städte und Götzentempel aufzählt, wklcke Mescha errichten ließ. Die Sprache ist rein hebräisch und jedes Wort abgetheilt. Der Stein ist nach Paris geschickt worden. I. O- Suez. In der Nähe des hiesigen Canals, in der Umgebung von .Timsah mündet ein Füßchen Moeö.in den-Nil. ES führt den Namen von Moses, und gilt als die. Stelle, wo das MoseS Kind ausgesetzt und von-der KönigS-Tochter aufgefunden worden ist. DaS Flüßchen bildet die Ostgrenze Goschen'S, der Provinz, in welcher die Israeliten wohnten. Diese Entdeckung ist für die biblische Geschichte und Wissenschaft bei der jüngst stattgehabten Eröffnung des Suezcanals gemacht worden. Erinnerungen aus dem Schutteöen der Vergangenheit. In einem Aufsätze, betitelt: „Roheit früherer Lehrer" theilt Dr. Jüting in Einbeck folgendes mit: Wir ziehen nur die glimpflichsten Stellen destelben an.-„lieber den Schulmeister und Opfermann s^ett zu Münchhausen wird im Jahre 1681 beim Marburger Konsistorium geklagt: „er versäume die Kinder, laste sie sitzen, fahre unterdessen in'S Holz oder dresche, gehe Morgens zum Branntwein, komme toll und voll nach Hause und treibe dann Possen zum Verwundern. So schlage er dann zuweilen die Schüler alle über einen Haufen. Einmal habe er einen großen, eisernen Topf, so voll Muß gewesen, beim Feuer abgenommen und einem geringen, kleinen Knaben um den Hals gehängt. Außerdem hänge er ihnen Pflugräder oder große Klötze an oder lasse sie auf einem Beine stehen. — Zu einer Zeit, da man noch so viel Respect vor der Ruthe als dem Universal- und Erziehungsmittel batte, daß ein Schulmeister vor 2<X) Jahren im Hessischen die straffälligen Kinder mit aufgehobener Hand vor der Ruthe die Worte nachsprechen ließ: „Sich, du liebe Ruth Mach du mich gut, Mach du mich fromm Daß ich nicht zum Henker komm!" da blühte das Prügelsystem. — Von einem schwäbischen Schulmann, Joh. Jak. Höberle, wird berichtet, daß er über die ausgetheilten Prügel während einer 51jährigen Amtsthätigkeit Puch gehalten und derselben ausgetheilt habe: 911.827 Stockschläge, 124,010 Ruthenhiebe, 136,715 Handschmiste, 10,235 Maulschellen, 7,905 Ohrfeigen, 1,158,800 Kopfnisse, 20,936 Pfötchen u. Klopfl mit dem Lineal u. 22,763 Notabenes mit Bibel u.Grammatck rc. Sa. 2,392,804 Prügel, ferner mußten 777 Knaben auf Erbsen, 613 auf einem dreieckigen Holze knien, 50,001 den (hölzernen) Esel tragen und 1,707 die Ruthe Hochhalten., wozu noch