Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 9 (2.3.1870)
- Date
- 1870-03-02
- Page
- Seite 70 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Klage führte, zu überlaffen, die glaubenseifrigen „WLlber* über den Unterschied zwischen einem neuen Globus und am nui« Globe zu belehren. (DaS Geschichtchen ist nicht so unglaublich, es klingt durchaus verbürgt.) (Kpt.Ztg.) Berlin, 16. Febr. Am Freitag Abend entstand in der großen Synagoge Feuer. Dasselbe zerstörte den Fußboden nebst den Lagerhallen auf einer Fläche von etwa 360 Quadratfuy, sowie etwa 10 Bänke mit 80 Sitzplätzen^ außerdem wurden die Malerei und der Putz der Wände und der Decke, Gaskronen rc. beschädigt. Der angerichtete Schaden wird aus 7 — 8000 Thlr.1 geschätzt. Die Entstehungsart des Feuers ist uoch nicht ermittelt. Von der ursprünglichen Annahme, daß .das Feuer durch Ueberbeizung der Lustfeuerung entstanden sei, wußte nach übereinstimmendem Urtheil der Sachverständigen Abstand genommen werden. London, 18. Febr. Die Regierung legte dem Unterhause eine Regierungsvorlage vor, die unsererseits eine besondere Würdigung verdient. Förster, der Couseilsvicepräsident, legte heute, in längerer Rede die Grundsätze dar, auf welche diese Vorlage sich gründet. In seiner Einleitung bezeichnete der Redner als den ersten Hauptzweck des neuen Systems, das Land mit guten Schulen zu versorgen, und als den zweiten, die Estern zu veranlassen, ihre Kindrr kn diese Schulen zu senden. Demzufolge sei das leitende Princip in der. Bill denn auch gesetzlich zu erklären, daß eine zureichende Anzahl Schulen im Lande beschafft werden müffe und daß, wo die vorhandenen Schulen nicht hinreichten, durch die Lokalbehörden ins Leben zu rufen seien. Diejenigen Schulen, welche indeffen StaatSzuschüffe erhalten sollten, würden damit auch zunächst sich den von Zeit zu Zeit' geietzlick .festzustellenden Lehranforderungen, einer nicht konfessionellen Inspektion und den Bestimmungen der sogenannten 6onsoience Olnuss zu fügen haben. Letztere Clausel, von welcher namentlich der jährliche Zuschuß abhängen soll, befreit diejenigen Schüler, welche nach Wunsch ihrer Eltern'vom Religionsunterrichte ausgenommen werden sollen, von den sonst etwa in dieser Beziehung in den Schulen geltenden Statuten, und dieselbe soll in solcher Weise erweitert werden,'daß sie sich auf confessionelle wie nichtconsessivnelle Schulen anwenden läßt. Nach Annahme de» vorliegenden Gesetzentwurfs würde ein Jahr Zeit gelaffen werdm, um den verschiedenen Orten Gelegenheit zu geben, nach ihrem Belieben Schulen einzurichten, welche nur, wie oben bemerkt, bis zu einem gewissen Punkte in den Bereich der ReaierungSinfpeclion fallen würden. Die Behörde, welche für Beschaffung ' von Schulen und für Auferlegung der Localabgäben Sorge;r tragen haben würde, ist ein Schulamt, welche» ein Jahr nach Annahme der Vorlage in den Schulbezirken von der Stadt- oder Gemeindevertretung gewählt werden müßte, wo die Inspektion über Mangel an Schulen berichtet. Neue von diesen Schulämtern einzurichtende Schulen müssen nach Vorschrift der Bill der Oonsoieno« 6l»use unterworfen sein, um jeder Confession zugänglich; zu bleiben. Wo die Schulämter es vorziehen, die! bestehenden Schulen zu unterstützen und zu vergrößern,! muß diese Unterstützung ohne Unterschied allen vorhandenen Schulen zu Theil werden. Was den Schulbesuch anbelangt, so bleibt es den einzelnen Schulämtern überlassen, in ihrem Bezirk den Schulzwang einzuführen und alle Kinder von 5—12 Jahren j unter einer Geldstrafe von 5 Sh. höchstens, welche j über die Eltern verhängt würde, zum Schulunterricht heranzuziehen. Gegen die Vorlage erhob sich Lord! R. Montagu, Förster'« konservativer Amtsvorgänger,! tadelte sie Punkt für Punkt und stellte ihr ein un- > günstiges Horoskop. Im Ganzen war indessen die I Kritik, welche von den verschiedenen Gegnern geübt , wurde, eine günstige. Selbst Dixon, der Führer ' der vorgeschrittensten Liberalen auf diesem Gebiete, fand das in der Vorlage Gebotene beachtenswerth, wenn er auch bedauerte, daß die religiöse Freiheit nicht bestimmter ausgesprochen, der Schulzwang nicht über die Willkür der localen Schulämter erhaben und ein Unterrichtsministerium nicht ins Leben gerufen sei. Mundella und Cowper Temple sahen in der Bill einen großen Fortschritt und von den konservativen Bänken hielt Iir John Packington, weiland conservatioer Kriegsminister, nicht mit anerkennendem Löbe zurück und schloß sich sogar in Betreff des Schulzwanges und des Unterrichtsministeriums Dixon an. Die zweite Lesung wurde auf den 15. März angesetzt. Paris, 20. Febr. Nathaniel von Rothschild, Son Lionelö von Rothschild und Schwiegersohn James' von Rothschild, ist in einem Atter von 58 Jahren gestorben. Frankfurt. Die „Kölnische Zeitung" berichtete, daß in Beut bien in Schlesien ein'erster jüdischer KreiSrichter angestellt worden sei. Die anfänglich von anderen Zeitungen in Zweifel gezogene Nachricht wird jetzt bestätigt. Feuilleton. Der II etter. Novelle von I. Kl. (Fortsetzung.) Bella war am andern Tag nach dem oben er- > zählten Ereignisse vor der Klosterkirche zu dem Rabbi I gegangen, der sie mit bober Achtung empfing. Bella