Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 7 (16.2.1870)
- Date
- 1870-02-16
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 63 — die Erlaubnis zur Gründung einer Ackertausch ule zu Jaffa erhalten. Er befindet sich in diesem Augenblicke zu Constantinopel, wo er die Genehmigung der mit dem Generalgouverneur von Syrien rücksichtlich dieser Angelegenheit getroffenen Uebereinkunft erwartet. Diese neue Stiftung nimmt unter den günstigsten Auspicien ihren Anfang und wird ohne Zweifel einen bessern Erfolg haben, als die ähnlicben, die ihr vorangegangen sind. Die Regierung hat 2:i4 Hektaren Land zu mäßigem Pachtzins zur Verfügung aeftellt. ^Revue Isr.) Aus Rußland wird den Zeitungen-die Mitlheilunz, daß ein neuerlicher echt russisch' pharaonischer UtaS befiehlt, daß ferner ausschließlich' die Juden bis zum iil. Jahre zum Militär gezogen werden können, während die Christen nur biö zum 23. Jahre diese Verpflichtung haben. Zu dem Scbaden wird der Hohn gefügt, daß diejenigen militärpflichtigen Juden, welche sich taufen lassen, ganz vom Militärdienst befreit sein sollen. Ein ähnliches Gesetz dürfte mindestens im Laufe des letzten Jahrhunderts nirgends erschienen sein, und eS blieb der anfänglich anscheinend von humanen Ideen ausgehenden Regierung deS „edlen Kaisers Alexander" Vorbehalten, ein solches Gesetz zu Tage zu fördern. EutaiS. (Asiat-Rußland). Der berühmte Reisende Tscherni veröffentlicht im Hamagid wiederum einen Bericht über die Juden in K Er erzählt, daß alljährlich am Pcssah mit festlichem Gepränge von der Gemeinde ein Ochs auf dem Synagcgenhofe geschlachtet und verzehrt wird. Angeblich beruhte dieser Gebrauch auf einem früheren Gelübde zur Abwendung einer bedrohlichen Pest; der Charakter eines OpferS-fehle demnach diestm Gebrauche durchaus. Jndeß können wir uns nicht verhehlen, daß die Idee, aufwelcher dieses Gelübde ruht, doch durchaus an die ehemaligen Lpser erinnert. Wundern wir uns also nicht darüber, daß die Juden die Rückerinnerung an die ehemaligen Opfer lange Pflegten und die Hoffnung auf Wiederherstellung derselben in den in der ehemaligen Zeit entstandenen Gebeten festhielten. Aus Jerusalem schreibt man dem Maggid: Herr Retter konnte sich auf seiner Durchreise durch Jerusalem überzeugen, daß die isr. Bevölkerung seht geneigt ist, sich mit dem Ackerbau zu beschäftigen uud daß darum das Project der Gründung einer Ackerbauschule zu Jaffa auf einen günstigen Erfolg Aussicht hat. Eriwan (Persien). Die hiesigen Juden leiden wiederum sehr unter den Verfolgungen der muhamedanischen Bevölkerung. Sie haben an den Reisenden Tsckerni nach KutaiS berichtet und diesen angefleht, Hülse zu ermitteln. Tscherni hat geantwortet, daß er einstweilen an daS Gericht in Eriwan geschrieben, »on dem übrigens die Verfolgten selbst erklären, daß eS ohnmächtig sei oder sein wolle, weil Niemand für die Juden zeugen wolle. Später welle T. persönlich hinkommen. Tscherni möchte an di« Alliance über die Thalsachen berichten; wir glauben aber, daß iür.diese schon genügendes Material vorliege, um dieMegieruug zur Intervention zu veranlassen. Dies ist nicht der einziae und geeignete Weg, schnelle Abhülfe zu verschai'kn, wenn diese überhaupt möglich ist. Ciueiuuali. Im Schulrath der Stadt Cincinnati wurde die Frage, ob die Bibel in den öffentlichen, vom Staate unterhaltenen Schulen gelesen werden soll, verneinend beantwortet. Die Minorität dieser Körperschaft brachte nun den Gegenstand vor das Diftriksgericht, woselbst die Frage von 6 her- 1 vvrragenden Advocaten gründlich besprochen wurde. Man hat denselben eine besondere Tragweite dadurch gegeben, daß man untersuchte, ob Cincinnati wirklich ein christlicher Staat sei, eine gefährliche Nnter- 1 suchung für einen nordamerikanischen Freistaat — uud ob folglich ein christlich-religiöses Buch in den öffentlichen Schulen ausgenommen werden dürfte. Bisher ist die richterliche Entzmeidung nock nicht erfolgt. Kerluk (Java). Hier hat sich ein Zweig der Alliance gebildet mit einem jährlichen Mitgliederbeitrage von 250 Dollar. Rumänien. Der Minister Cozolnischeano erließ ein Dekret an die Präfekten, daß. die Gesetze zur Verhinderung des Anwachsens der jüdischen Bevölkerung im Lande schärfer gehandhabt werden sollen. ES liegt hierin wohl mehr ein Zeichen der Nachgiebigkeit Seitens der Regierung gegen die den Juden feind» lichen Kammern. Die Regierung weiß, daß üe derartige Maßregeln in Wirklichkeit weder ausführrn kann, neck darf. So viel Macht und Einfluß hat doch die Civilisaticn über >ie Barbarei gewonnen. (Roch soeben eingetrofsenen Mittheilungen ist das Ministerium abgetreten. Was wird wohl die nächste Folge sein? Man vergl. auch Nachschrift Red.) Rew-Vork, 10. Januar. Der Hebrew Leader bericltet, daß der durck sein militäriscbes Talent und seine Gesinnungstüchtigkeit ausgezeichnete deutsch - jüdische General Salomon vom Präfldenten Grant zum Gouverneur von Washington ernannt wurde. ES ist der erste Deutsche üb c rhaupt, der in der Union Gouverneur wurde und also wohl ein merkwürdiges Zusammentreffen. (Irren wir nicht, so gab es schon vor einigen Jahren einen jüvifcheu Gouverneur in Amerika. Redaktion). Breslau. Wir entnehmen dem soeben erschienenen Berichte über das jüdisch-theologische Semmar folgende Thatsachen: „Das Seminar begehe: die secbszehnte, -n dar Andenken seines Stifters, des lei. Eommercienrathe»