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Der israelitische Lehrer · 1870-02-16 · 7 (16.2.1870) · p. Seite 52

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
7 (16.2.1870)
Date
1870-02-16
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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rum gen auch bei uns sehr manchfach fink nicht auSbleiben, immerhin ist aber Kampf» ein prinzipieller nämlich, besser, als diese unheimliche Stille, diese Fäulniß erzeugende Stagnation; Kampf entwickelt Kamps und auch (hier wird die Wahrheit siegen, wenn auch nicht augenblicklich; denn der Fortschritt der Menschheit geschieht, wie Humboldt lagt, nicht in gerader Linie, sondern in größern oder geringern Euivkn. Der Widerstand gegen das Btssere kann von kürzerer oder längerer Tauer, schwächerer oder stärkerer Natur sein; aber einmal muß sich die Wahrheit Bahn brechen; das Abgelebte muß neuen Gebilden weichen und selbstsüchtiges Widersetzew ist dock nur kurzlebig. Aber auch diese völlige Gleichgültigkeit, diese vornehme Mißachtung der Religion und süffisante Aufklärung werden durch'bessert Erkenntniß, durch tieferes Eindringen und lauterer Auffassung der religiösen Ideen wieder schwinden, und hehr, und heilig wird das Judentum Zeugniß oblegen von seinem göttlichen Ursprung. M a i e r, .Lehrer. Bom Taunus, 31. Jan. Gegenüber denmcch immer nicht zum Schweigen gebrachten Wantrupiad e^r wollen wir nicht verfehlen, zu berichten, daß im Laufe dieses Monats in Frankreich, wo die staatliche Gleichstellung aller Religionsbekenntnisse allerdings längst in Saft und Blut übergegangen ist, Herr Treve-, commandirender Major eines senegalischen Schützenbataillons, zum Oberfrlieutenont befördert, und der Arrilleriecberst, Herr Salvador, zum Artilleriedireetor in Brest ernannt worden ist. Beide sind Juden. Tabei vergesse man nicht/ daß Frankreich kauni ein Drittel so viel jüdische Einwohner hat als Pnu- Hen. — Andere staatliche Anstellungen, wie z. B. die Ernennung des A. H a n e m zum Privatsecretär des gegenwärtigen Premierministers Ollivier, mögen dagegen weniger temerkenSwenh er'cheinen. Wien, 1. Februar. Im vergangenen Jahre fanden dahier 144 "Uefctrmtte zuni Iudcnlhume starr, während zur katholischen Kirche 22, zur evangelischen Kirche 17 übertraten. Zumeist dürsten dies jedoch Rücktritte früher geraufter Israeliten sein, — wie dies auck im vorigen Jahre der Fall war, — die die neue Aera benützen, um den durch äußere Verhältnisse herbeigeführten unseligen Schritt des Abfalls nach Möglichkeit wieder gut zu machen. UebrigenS dürfen wir nicht vergessen, daß unter diesen auch eine nahmhafte Zahl von Israeliten aus andern österreichischen Gebieten 'ich befinden, die hier zurücktreten. Wien. Frau Emilie Victor. Israelitin, hat 30000 Fl. für ein Waisenhaus vermacht und die Hälfte zu Gunsten der.Inden, die andere zu Gunsten der Christen bestimm:. Es drängt sich uns hierbei die Frage auk, warum bei..so großem Wohltätigkeilssinn, der unsere Zeit und Glaubensgenossen auSzeichnei, keine j Stiftungen zu Gunsten der jüdischen Wiffenschaft und I ihrer Träger Vorkommen. Die in Berlin zu gründende Hochschule für jüdische Wissenschaft muß das Gründungscapital erbetteln und bat dafür mit einigen Tausend! Tha.'ern nur den ersten Anfang gemacht. Ehemals i gab es jüdische Hochschulen in gar vielen Orten und Stiftungen eristirten zu Gunsten der Rabbiner und Lehrer. Es ist dies ein Beweis, daß den. Juden im j Allgemeinen die tiefere Kenntniß des Iudenthums ab-; gebt; darum fehlt das Interesse dafür. Ich finde, arme wandernde Polen freuen, fick der Sammlung! jüdischer Bücher, die sie bei mir ausgestellt sehen;! deutsche gebildete und reiche Juden perhorreSciren ein jüdisch-literarisches Werk, das ihnenentgegengetragcn wird.' Itugarn. Unser Land hat kürzlich zwei Rabbiner durch den Tod verloren, dar unter den berühuiten Zipscr. Die Zeitungen klagen über die Notb, in welche die Wittwen dieser Männer zurückgelassen sind und leben. Sollte dies nicht ein Sporn sein, nach deutschem Muster und Vorbild Vereine zur Hülse für solche Wittwen und Waisen zu bilden, und sollte eS nicht Ausgabe der Gemeinde sein, nicht blos die Bildung, sondern auch Deckung solcher Vereine gleichzeitig im eigenen Interesse zu bewirken und zu betreiben? (Wir empfehlen bei dieser Gelegenheit auch unserm Achawa-Verein Lehrern, Rabbinern und Gemeinden. (Red.) Paris, 6. Febr. Tie Generalversammlung der , Kiliane« isrnölite universelle hat am vergangenen ^Drnneistag im Saale Herz stattgesunden. Dieser war von der Masse der Besucher so überfüllt, daß j noch Viele vor der Thüre Platz nehmen mußten, ■ obwohl derselbe wohl 1100 Menschen fast. Unter den Besuchern befanden sich besonders viele Damen und auch . Christen. Es ist dies ein sicheres Zeichen, wie sehridie Alliance nach Innen und Außen an Ansehen wächst. Als Redner traten auf: Herr Leven, Secretär des Vereins, der den jährlichen Rechenschaftsbericht vertrug, Herr Lehmann, der von dem finanziellen Gebühren Bericht erstattete, und der Präsident, Herr Cremieur, detzen glänzende Beredsamkeit in gewohnter Weise vom lautesten und anhaltendsten Beifall be-! gleitet war; sowie die Herren 6ran6 liatzsiin Isidor und Albert Cohn. Wir werden über den Verlauf dieser Versammlung in gewohnter Weise Bericht erstatten, sobald der französische Bericht uns zugegangen sein wird. Paris. Minister Ollivier hat den jungen , Armond Hayem, Israelit, zu seinem Privatsecretär ernannt. Paris, 21. Jan. Herr E. Retter, MUglied des Eentral-Eomites der Alliance, hat von der Pforte

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