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Der israelitische Lehrer · 1870-02-02 · 5 (2.2.1870) · p. Seite 36

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
5 (2.2.1870)
Date
1870-02-02
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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— 56 jfa gewiß ist, ioä ei« 3*raeliie ,• weid»er aufbötf, Mitglied einer israelitische» Gemeinde z» sein, auch auibert, zu deren AuSgalen beitragspflichtig zu fein, so in für die Entscheidung des vorliegenden Streits zunächst die Beantwortung der Rechtsfrage maßgebend, ob und wie weit ein Israeliie, nicht etwa durch Wegzug, Auswanderung u. f. w., sondern schon durch seine ausdrückliche Willenserklärung, eiiier israelitischen Gemeinte nicht mebr angehöreu zu wollen, sein Verbältnißzn derselben zu lösen gesetzlich im Stand!: ist. —Die Iudenschaft des Großherzogtbuins bildet einen eonstitutionsmäßig anigenommen-n Religionstbeil teS Lande«, der gleich den-nbrigen unter feiiieu. eigenen Kir chenregiiitent steht.' Derselbe gliedert sich wieder :r. eigene kirchliche (8 e tn e i« b e n. < Etiet vom l-?>. Januar l^G». Reg.'Bl. Nr. Vl. ^iff. I und II. — - (Schluß folgt.» Wochenbericht. Ingelheim, '22. Januar. So eben wurde die Denkschrift des Hauprgren zeomitös zu Königsberg in Pr. über den Nolhftand unter den westrussischen Juden und über die Mittel zur Abhülfe desselben versandt. Wir haben den hauptsächlichen Inbalt bereits nach der französische» Ueberfetzung, die uns vertag, gebracht und glauben daher fetzt oou der Wiederholung desselben abseben zu müssen. Der Denkschrift ist ein 'Anschreiben angeschlosfen, welches lautet: Königsberg i« Pr., im Januar IN TU. V TP £• <s Indem wir Ew. beigehende Denkschrift über den Nothftank unser den Juden Weftrußlands übersenden, glauben wir uns jeder weiteren Befürwortung dieser dringenden Angelegenheit enthalten und Ihre ungegeschwächte Theilnahme aii dem traurigen Loose dieser Unglücklichen nach wie v»r ooraussetzen zu dürfen. Wir haben unsrerseits nur die Bitte, diese nufere sorgfältige mnd unparteiische Darstellung der dortigen Verhältnisse in weiteren .Kreisen zu verbreiten und durch Errichtung von EomiteS, Auflegung von Sammellisten, Rechnungen von einmaligen wie Jahresbeiträgen n. s. w uns in den Stand zu setzen, dieses mühsame .Werk durchzuführen, das wir nur in der Voraussetzung der Tbeilnabme unk Mitwirkung Aller unternommen haben. Nähere Auskunft wird von »ns jederzeit bereitwilligst ertbeilr werden, und sehen wir Ihren baldigen deSfallsigen Mittbeilungen vertrauensvoll entgegen. Mit Hochachtung und Ergebenheit Da« Ha«p tGrenz-Eomite Bankdirektor tiabrfol Rabbiner llk Bamfcer^er Joc°itzsnder., schriftsüdrer. Vom Akhei«, I r. Januar. Neuß ist eine Stakt an eer Erst, die unweit davon in den Rhein mündet. Berühmt ist diese Stadt wegen ihres s^rucht-- Otl- und Biehmarkls. Juden wohnen dort erst seid den srauzöiischen Seiten »vieder, die, weil aus allen Rich-- tungen der Windrose hierhergekommen, sich nur sehr schwer zu einem Ganzen vereinigen konnten, und auch noch henke ein solches nicht bilden würden, wenn nickt das Iukeugesetz von 1N47 iie wider ihren Willen dazu gemacht hätte. Am meisten,hat hierunter das Geineindewesen gelitten, lieber 20 Jahre bat man ijch mit dem Plane hernmgetrageii, eine Synagoge zu bauen und ihn erfr in den letzten Jahren ailsgenthr:. Das Schulwesen leidet noch heute darunter, da das Lehrerwechseliieber dort »»heilbar zu sein scheint. Deßn die Lehrer, die inan mit Aussicht auf Verbe'serrrug jbrer Besoldung austellt und von ibiie» Vertrauen ans die Gemeinde fordert, sehen bald ein, daü >ie aut einem nildankbareil Boden fick befinden. nud aus jede »nr erkenntliche * Weise bald von diesem, bald .Von jenem gequält, verlassen sie eine Stelle, wo ihrer segenore cken Dhätigkeit, so zu sagen, die Hindernisse a>lS der Erde wachsen. Da«, und nur da« t'ucken gewisse Mitglieder zu erzielen, indem sie sicher sind, daß sierecht bald durch Aiisschreiben der Vakanz ihrer Stelle einen andern Lehrer, der sich von ihrer Syreiieiistimme locken läßt, -erhalte» werden, wenn sie sich nur erst des amkirenden entledigt haben. So handelt tiefe Gemeinde, obgleich iie sich in einer gebildeten Rbrinstadt beiindek, seit einem Menschenaller. Haben min wol deren Mitglieder einen Begriff voil dem erhabenen Iiele und der hohe» Würde^ der Schule? Wer vermöchte .das wol zik behaupten wage»? Schon im vorige» Jahre wollte man den Herrn Dr. Huliich, einen geivisienhafte» tüchtigen Lehrer, beseitigen: es gelang nickt. Nun, was im vorigen Jahre nicht geschehen, will man in vielem Jahre ausführen und icke» end'ciut die Stelle wieder auf der Daeanzenlitte. Wir machen daher die Lehrer, denen das «beschick ihrer braven Eollegeu nickt gleichgültig in. ans solche Umstände aufmerksam und 'erwarten, dasz kein -achtmigswertber Lehrer »ich dazu hergebe» wird, den braven Hulisch der eilt oerbeiratbetev Mann ist, auS feiner Stellung vertreiben zu helfen. Wir brechen hier ab, obgleich wir noch gar Vieles über riefe Gemeinde berichten könnte», meinen aber, daß Gemeinde», die vom Lebrerwechselfieber nicht gesunden könne». dadurch sicher werden knrirt nersen, daß nck kein Lehrer, der Selbstachtung besitzt, zur Nebernabme eine', solchen Stelle, wie glänzend auch die gemachten Anerbietungen, deren Verwirklichung mau in der Regel nickt erleb:, sein mögen, hergibt. So müssen erst in solchen Gemeinden Synagoge und Schule durch Jahre veröde«, damit die Au-

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