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Der israelitische Lehrer · 1870-01-26 · 4 (26.1.1870) · p. Seite 27

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
4 (26.1.1870)
Date
1870-01-26
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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Auch kann man zur Belebung dieses sonst trockenen Lehrgegenstandes die mit pädagogischer Auswahl zu benutzenden Wörter sogleich von den Kindern übersetzen lassen. waS deren Wortrcicblbuni im Hebräischen vorbei eitet; und, wo es die Zeit erlaubt, aucb schr ist licke hebr. Uebungen (nach der sog. Schreibmetbodei damit verbinden. Nach diesem ersten Unterricht in der unteren Elaiie, wclcker! zwischen dem siebenten und achten Lebensjahre der Schulkinder statt haben dürste, beginn: j 2) sür vi.- Uiittelflafje (ci.ra vom 8. bis zum 10. Jahre) der eigentliche Sprachunterricht da- 1 mit, daß zunachn die Bedeutung dev hedr. Bor- und Nach buck staben erklärt wir", damit die Schul-! jugend in der Folge die eigentlichen T ta mm buchst abe» von jenen unterscheiden lerne. Ebenso können jetzt schon die leicht;» sassentcn Person- oder Fürwörter, sowie auch die Verhältniß.-Äinde,-Empfindungs- und Zahlwörter vorgeübl werden. Dabei übe man aber die Jugend auch im wörtlichen Uebersetzen der Synagogengebele, und zwar wieder vom Leichten zum Schwierigen sortschreitend; sc, daß man in einem WiederholungScursuS die sa tzweise U ebersetz ung der wichtigsten Gebete wo > möglich mit beiden Geschlechtern vornehmen und ihnm Gedächtnisse einprägen kann. 3) Die obere Klasse — namentlich die Knaben derselben — (etwa vom 11—14 Lebensjahre) erhält nunmehr im Hebräischen einen einfachen, der naturgemäßen Entwickelung des Ausdrucks entsprechenden und leichtsaßlicken Flexions-Unterricht und zwar zunächst in der Biegung der Haupt- -und Eigenschaftswörter (Deklination), wieder von regelmäßigen zu halt- und ganz unregelmäßigen Wörtern fortschreitend; dann in der Abwandlung der regelmäßigen Zeitwörter nach den (7) verschiedenen WirkungSsormen (Eonjugationen). Dagegen kann man die unregelmäßigen Formen gelegentlich bei der Gebet- und Bibelübersetzung der Schuljugend auf einer naturgemäßen Entwickelungsweise erläutern Eine t a b e l l a r i s ck e U e b e r s i ch t **) welche zugleich die AbweichungSscrmen der betreffenden unregelmäßigen Zeitwörter andeutet, ist vollends als ein Hilfsmittel zu verwenden: und, wo die Mittel erlauben, mag auch ein biblisches Handwörterbuch angeschafft werden.***). Neben diesem hebräischen Sprachunterricht, soweit solcher sür die iSr. Schuljugend Bedürfniß ist, ■ **) Eine solche, den Sprachbau umfassende Tabelle, so wie auch eine hierzu gehörige einfache theoretisch praktische Sprachlehre hat der Referent bereits in Arbeit und soll vorerst die Flexionstabelle erscheinen. ***) Hierzu ist besonders das hebräische Schulwörterbuch von Tw. Julius Fürst in Leipzig zu empfehlen. werde in den Oberklasten jedeofalls von den Knaben die fabbathlicke Thoravorlesung s insofern deren Inhalt für die Schuljugend paßt) erst wörtlich, dann satzweise innerhalb der 3 Jahre dieses Lehrcurins übersetzt und erklärt, wo^ei — da. der oeschicht licke Auszug aus dem Pentateuch für diese Elaste nickt auSreicht — namentlich auch auf die betreffenren Religion»,-Moral- »nd Socialgesetze unsrer heiligen Thera von Seiten ves Lehrers bin-p,weisen ist uud worüber auck katecki'irt weroen ke.ua. So wird die israc.ui'cke Schuljugend c.cstammväterlicke Sprache nieder liebgewinnen und der Synagoge uiij oeren Institutionen mit Genes Hülfe anhänglich bleiben! Wockrenbericdr. Aus Unterfranken, l6. Jauua Einen höchst niederschlagenocn Eindruck haben oie Protokolle! der ersten Synode in Leipzig aus alle Neligiouslehrer > gemacht. So mir nicktS dir nichts den Stab über ' eine ganze Klaffe von Lehrern zu brechen, deren Anzahl in den deutschen Gemeinden Tausende betragen, war weder reckt noch klug. Dieser Borwurf, der von keinen: Gegner der Synode, sondern von einem treuen Anhänger solcher Bestrebungen erhoben wird, möge die Aufmerksamkeit über diesen Gegenstand erwecken, wenn gleich von.vorn herein das zagende Geständniß damit ausgesprochen wird, daß die Kraft und die Stimme des Berichterstatters nicht soweit reichen dürfte, eine Aenderung der Ansichten und der Beschlüsse berbeizuführen. Die Stellung des Religionslehrers ist zwar eine sehr prekäre im Allgemeinen; aber eben darum hätte e:ne so erleuchtete -Versammlung, in welcher unsere größten Eapacitäten erschienen waren, umsomehr sich verpflichtet halten sollen, für dessen moralisch« Hebung in die Schranken zu treten. Ihnen, Herr Redakteur, sei dadurch kein Vorwurf gemacht. Sie thalcn und erreichten, was zu thun und zu erreichen war; aber die Versammlung hat in corpore con- 1 statirt, daß sie von den ReligionSlehrern nichts wissen will! Herr Dr. Hockstädter macht fast allein eine rühmlicke Ausnahme. Der ausgestellte Maßftab zur Zulassung "ist ein total falscher, und das zu beweisen ist wahrlich nicht schwer. Die Volks- oder Elementarlehrer sind der Synode weder subnoch koordinirt; diese stehen in keiner Verbindung, auck nicht in De- , rührung mit der Synode. lieber den innern und'; äußern Organismus der Volksschule haben lediglich die Regierungen und deren Organe zu sprechen, und nirgends, soviel man weiß, sind damit die Rabbiner betraut. Diese finden hingegen ihre Wirksamkeit in der ReligicnSschule, die ihre ganze Anlage und ihren Ausgangspunkt lediglich in dem Zusammenwirken des

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