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Der israelitische Lehrer · 1870-01-19 · 3 (19.1.1870) · p. Seite 21

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
3 (19.1.1870)
Date
1870-01-19
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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— 21 niß von bet Sachlage; Dr. Lehmann in Mainz durch seinen Einfluß auf die Landgemeinden und durch seine wühlerische RührigkeitdermächtigsteMannim Lande.*) DieS die Sachlage. Aus Baden, 11. Januar. Hebet den Gesetzentwurf, die Confession der an Gelehrtenschulen anzustellenden Lehrer betr., hat der Abzeordenten Holzmann Bericht erstattet und den Antrag gestellt, den Entwurf, welcher die RücksichtSnahme auf die Confession der anzustellenden Lehrer bei den Lyzeen, Gymasien und Pädagogien beseitigt, unverändert anzunehmen. — Ueber den Gesetzentwurf, die RechtSverhälltnisse und die Verwaltung der Stiftungen betr., berichtete Namens -der Mehrheit der Commission, unser Glaubensgenosse, der Abz Näf, und beantragt Annahme desselben mit unwesentlicher Abänderung. Dieser eine Sonnenstrahl am wolkenbedeckten Himmel der isr. Lehrer Badens, — die Annahme' elfteren Antrags — wird jedoch wieder verdunkelt durch eine Entscheidung des obersten-Gerichtshofes für Verwaltungssachen, zwar nur die isr. Religionsgcmeinde blr., aber gleich folgenschwer für die Lehrer, wie für diese Gemeinde. Auf Grund der Verfasiung und des Gesetzes von 1860 wurde ausgesprochen, daß schon die blose Erklärung des Austritts aus einer kirchlichen Genossenschast (ohne Eintritt in eine andere) genügt, um sich von allen Rechten und Pflichten' dieser Genossenschaft loszulösen, und oaß von Seiten des Staates keinerlei Zwang geübt werden kann zu Gunsten der kirchlichen Genossenschaft. Hervorgerufen wurde diese Entscheidung durch folgenden speciellen Fall: Einige isr. Gemeindemitglieder KarlSruh'S, orthodoxer Richtung, hatten, weil dorten eine neue Synagoge gebaut und ein Gottesdienst mit Orgelbegleitung eingeführt werden soll, ibren Austritt aus der Gemeinde anzezeigt, mit der Erklärung, keine weitere Gemeindeumlagen mehr zu entrichten. Wegen letzteren Grundes von der isr. Gemeinde verklagt, verlor, n sie eS in erster Instanz; in zweiter Instanz wurde obige Entscheidung ausgesprochen. Hierüber natürlich großer Jubel mit Hosiana-Geschrei im Centralorqan für daS orthodoxe Judenthum. Die Orthodoxen Karlsruhe'S selbst bereuen es jetzt, die Sache so weit getrieben zu haben; besonders da sie auch ihren Austritt aus dem Religionsverbande der Israeliten des Landes *) Oho! So weit sind wir doch noch nicht. Der Mann -überschätzt sich und seinen vorübergehenden, auf Schrauben gestellten Einfluß! Er mag zur Zeit der Einflußreichste auf den kleinen Theil der Traumwächenden sein! Aber die Andern schlafen noch. Auch sie werden wieder erwachen. Redaktion. » erklärt haben; doch was hilft daS? Die-Entscheidung ist und bleibt da. Hätten wir, wie die beiden christlichen Kirchen, eine Verfassung, so wäre diese Entscheidung nicht so folgeschwer; so aber haben wir nichts als ein Chaos. Ein Folge davon muß und wird die baldige Auflösung des „Großher;. Bad. OberrathS der Israeliten" sein. Nur durch daS Zusammentreten einer auS Rabbinen, Lehrer und Laien züsammenberufenen Synode könnte den traurigen Folgen dieses Chaos vorgebeugt werden. - Literarisches. Statistik der Hamburgischen Unterrichtsanstalten. Zusammengestellt von dem statistischen Bureau der Deputation für direkte Steuern. Hamburg. Verlag von Otto Meißner 1869. Eine überaus interessante und anziehende Zusammenstellung über das Schul- und Unterrichtswesen in Hamburg, der wir auch für andere Städte und Staaten Nachahmunng wünschen. Wir erfahren Alles über Zahl der Unterrichtsanstalten und Art derselben, 'i Zahl der Schüler, Knaben und Mädchen, Alterklafsen, Lehrer, Hülfslehrer, Schulgeld, Miethwerth der Schullokale, Confession der Schulkinder*) Vertheilung der Unterrichtsgegenstäitte. Schulbesuch. Höhere BiloungSanstalten und Fachschulen und noch viele andere Durchschnittsberechnungen. Praktische Anweisung zur Ertheilung des Handarbeitsunterrichts nach der Sckallenfeld'scheo Methode von Agnes Schallenfeld, Vorsteherin der ersten höheren Töchterschule der St. Jakobi Parochie jzu Berlin. I. Stufe: das Stricken, jll. Stufe: das Häckeln. Frankfurt a. M. Joh. Chr. Hermann'- sche Buchhandlung (Moriz Desterweg) 1869. Beide Hefte enthalten sehr viel Gutes und Belehrendes, und sollte sich jede Lehrerin mit ihnen bekannt machen. Es würde dann der Handarbeitsunterricht aus seinem Mechanismus herausgebracht und zu wahrhaft bildendem Unterrichte erhoben werden. Wohl kann ich die angeführte Methode fürAnfänger nicht praktisch finden, wenigstens nicht für Kinder von 6 Jahren, welchen ein großer Theil der eigenen Sprache noch fremd ist, und deren Fasiungsvermögen und Beobachtungsgeist noch nicht die nöthige Scharfe besitzen, um z. B. das Stricken nach angegebener Art, gleichzeitig mit mehreren Schülerinnen, zu erlernen; vielmehr nimmt das Kind die besondere Hülfe und Aufsicht der Lehrerin in Astspruch, und wird dasselbe gewiß auch nicht mit dem Maschenaufschlagen *) 32,766 Lutheraner, 304 Reformirte, 499 Katholiken 67 Dissidenten, 2148 Israeliten, 1481 ohne Angabe der Eonfesfion: Total der Schulkinder 37,64b mithin 5,71°, Israeliten. '>

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