Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 52 (27.12.1869)
- Date
- 1869-12-27
- Page
- Seite 529 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4896751-5428712-5432080--2728-4899052- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
529 selbst eintreten wolle. Die Kommission entschied sich für die letztere Behandlungsweise und unterzog sich ihrer Aufgabe mit großer Hingebung und Ausdauer, so daß es ihr gelang, dieselbe innerhalb fünf Tagen in je Zwei täglichen Sitzungen zu Ende zu führen. Ihre Verhandlungen gaben ein lebendiges Zeugniß sowohl von den in den religiösen Anschauungen der israelitischen Glaubensgenossen'chaft herrschenden Gegensätzen, als von dem ernsten Streben sämmtlicher Delegirten für die künftige Verfassung der israelitischen Religionsgesellschaft eine Form zu sinden, welche der gleichen Berechtigung dieser verschiedenen Standpunkte die Anerkennung sichert. Am Schlüsse wählte die Kommission einen Ausschuß von drei Mitgliedern, welcher die Redaktion der Beschlüsse der Delegirten besorgen soll. Wir begnügen uns für heute mit vorstehenden Mittheilungen und behalten uns vor, später auf den Gegenstand zurückzukommen. — So weit der St. A. Bei der Leitung dieser Verhandlungen bewährte sich Herr v. Golther als tüchtiger Denker, der im raschen Geistesfluge und in streng logischer Zucht die Versammlung beherrschte. Er ließ die Geister aufeinanderplatzen, um die schroffen Gegensätze kennen zu lernen. H rr Ludwig Stern, Lehrer am Seminar in Würzburg, sprach mit unumwundener Schärfe die Ansichtender Würzburger-Bamberger'schen Richtung aus, und man läßt ihn gewähren, wenn er auch manchmal die parlamentarische Form verletzte. Von den fünf Rabbinendie in der Versammlung waren, stimmte nur Rabbiner W e i n m a n n aus Buchau für Beiziehnng eines Lehrer.Vorsängers zum weitern Rath der Oberkirchenbehörde. Das kennzeichnet die Herren und ihre. Lehrersreundlichkeit. Ingelheim, 25. Der. Wir erfahren mit tiefem Bedauern, daß am vergangenen Mittwoch den 22. Der. die Gattin des Herrn Dr. Leopold Stein zu Frankfurt a. M. nach langem und schwerem Leiden in Gott entschlafen und Freitag den 24. beerdigt wurde. Wir sind überzeugt, daß das deutsche Iudenthum, das in Stein einen seiner edelsten und charaktertreuesten Männer, den frommen und wackeren Verfechter der großen Ideen unserer Zeit den begeistertsten Jünger der Reform verehrt: Paß insbesondere die Lehrerwelt, für die er stets ganz besonders — im ISr. Volkslehrer und in der Achawa — sprach, schrieb und handelte, an, seinem Geschicke den regsten Antheil nimmt. Stein verlor in seiner Gatt.n cine Lebensgefährtin, die, ganz in seinem Geiste und nach seinem Herzen, sein gastliches Haus zu einer Stätte des Glücks, zu einem Tempel der Wohlthätigkeit und gottgefälliger Handlungen machen. Sie ruhe in Frieden. Philadelphia. Der Rabbiner-Congreß hat dennoch getagt. “ 'Rach Hebrew Leader wurde beschlossen: 1) die messtani che Erlösung schließt nicht die Wiederherstellung der politischen Nationalität Israels ein; 2) die Auflösung des jüdischen Reichs und die Zerstreuung der Irden geschah zum Wohle Israels und der Menschheit; 3) die Prärogative der Ahroniden sind bedeutungslos; 4) der Glaube an die Auferstehung des Fleifä es ist bedeutungslos; 5) daS! Gebet werde in der verständlichen Landessprache gehalten^ 6) die Trauung werde unter activer Betheiligung der Braut vollzogen, sowohl beim Wechsel der Rinffe, wie beim AuSspruck der Formel (Hirsch, der präsivirte, war in diesenk Punkte Gegner und legte deßhalb die Präsidentschaft nieder; 7) die ehelichen B eschränkungen für die Ahroniben sind bedeutungslos; 8) die theliche Scheidung durck daS weltliche Gericht ist gültig; 9) Chaliza ist bedeptungsloö; 10) Auch der unbtschnittene. aber von >iSr. Eltern geborne Knabe, gilt als Israelit; 11) dse Feier des Sonntags anstatt (?) deS Sabbats ist gestattet. Wir glaube« Grund zu!haben, die officiellen Berichte abzuwarten, bevor wir über die Tbätigkeit dieser Versammlung ein Uribeil fällen. Jerusalem. Dr. Albert Cobn veröffentlicht unter dem 17. Novbr. vor seiner Abreise einen kurzen Reisebericht. Itz Berlin, Wien und Pest kam man ihm mit Sympathie entgegen. Schulen und ÄZohlthätigkeitöanstaltfn sind überall im befriedigenden Zustande und lhun! ihre Schuldigkeit. Für die jüdischen Verhältnisse in iRumänien yezt er die besten Hoffnungen. Er glastbt nicht, daß den Maßregeln religiöser Fanatismus zu i Grunde liege. Der Präsideirt des CossationshofeS Erklärte ihm, daß den.Juden das juridische Recht zub Seite stehe und daß sie im! Falle der Geltendmachung desselben bei den Gerichtsbehörden allen Verfolgungen gegenüber Sieger bleiben würden. Literarisches. Theologisches Universal-Lexicon. zum Handzebrauche für Geistliche und gebildete Richitheologen. 11. Lieferung Elberfeld, R. L. Friderichs. DaS Werk war ursprünglich auf 24 -30 Lieferungen ä 5 Szr. berechyet und zeigt jetzt die Möglichkit, in 24 8. vollendet und somit im Ganzen zu 4 Lhlr. Subscriptionspreis geliefert werden zu können. Zu gelehrten Zwecke» reicht nun freilich das vorliegende Lexicon nicht aui, »md »venn der Fistel ausdricklich fick an die Geistlichen im Gegensatz zu den gebildeten Rickttheologen wmdet, so erkennt man eben tarair die chrfftliche Welt einen gerin zeren elehrtcn Kenntnisse und Bestrebungen auf's Neue, daß Maßstab an die ihrer Geistlichen für d>ese auch die christliche Artikel wird egt, als die jüdische. Dennoch sier gegebene Aufklärung über in »nche ausreichen. 'Dagegen dürfte für die