Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 52 (27.12.1869)
- Date
- 1869-12-27
- Page
- Seite 527 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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527 r c) für die O b erklafsse entweder Stern'S oder, um der Literaturgesckickte willen, Casselü's nachbiblische jülische Geschichte zu empfehlen fein. Was endlich die hierzu nöthigen VorbereitungSfchriften für den R. Lehrer betrifft, so sollten für jede iSr. Schulbibliothek folgende Werke augeschafft werden: 1) der Pentateuch mit deutscher Übersetzung nebst exegetischen und homiletischen Anmerkungen vom Rabbiner Tr. Herxheimer; 2) die Propheten und Hagiographen mit deutscher Uebersetzung aus, der iSr. Bibelanstalt, oder — in reichen Gemeinden — für Nr. 1 und 2. Dr. Philippsohn's Bibelwerk; 3) die Apokrxpheu in deutscher Uebertraaung mit Anmerkungen von Rabbiner Gutman, oder die neueste Ausgabe derselben von Tr. Cassel. j 4) die jüdische Geschichte von Dr. Grätz j oder die kleine Ausgabe der Geschichte der Juden > von Dr. Jost und bissen Geschichte deS Juden-! lbums in 3 Bänden. Wochenbericht. Frankfurt a. M., im Dezbr. Aus Veranlassung deS Herrn Leopold Beer, Mitglieds deS iSr. Gemeindevorstands (und Schriftführer der Verwaltung der Ackawa) wurde dahier in diesem Jahre den Mitgliedern deS Chors in der Hauptjynagoge, insbesondere den dabei mitwirkenden Knaben eine festliche Chanukkafreude bereitet; sie erhielten Geschenke, bei. deren Ueberreickung Herr Beer eine sehr warme und überaus ansprechende Rede hielt. Oppeln, 17. Dezbr 1869. In Nr. 49 des „Jsr. Lehrer" haben Sie, verehrter Herr Redacteur, eine sehr schätzenSwerthe Arbeit über die Ertheilung des jüd. Religionsunterrichts gebracht, die so viele herrliche Momente bietet, daß eS mir Freude schafft, Ihnen zu bekennen, wie sehr Ihre frischen, freien Ideen über dies wichtige Thema meine Zustimmung finden. — Gleich Ihnen bin ich der Meinung, daß die Religion Israels keine Religion des Wortes, sondern der Thal ist. AlS solche kann und darf sie nicht in leeren wohlgeordneten Worten, sondern in lebendigen Bildern der schaffenden Thal den Kindern zu Gemüthe geführt werden. Die Bibel mit ihrer» beredten Darstellung der frommen Handlung edler Männer muß die Urquelle sein, auS welchem die religiösen Lehren gleich erfrischenden, belebenden Tropfen rieseln. In ihr muß die Lehre gründen, aus ihr muß sie warm und lebensvoll entquellen. Wahrlich! nicht trockener, systematischer Religionsunterricht kann das KindeSherz beleben und gott begeistern, nur die tiefe Fülle ächter, wahrer Gottesfurcht, wie fick solche in dem Wirsen und Schaffen de: gottbegeisterten Männer so reich zu erkennen giebt, kann das Kind anfeuern zum frommen Handeln urd zur handelnden Frömmigkeit; an solchen edlen Csiaraktern soll sich das Gemüth und das Herz aufrickten. Die jüdische Religion ist auch kein Svstem, den; der Unterricht in derselben systematisch erlheilt wecken müßte, — sie ist vielmehr der freie Ausfluß de? göttlich geoffenbarten Geistes. Sie will darin darin nickt nur gelehrt, sondern begriffen werden. Die re igiöffn lehren dürfen nicht als abstracto Begriffe zegeben werden; sie müssen ' sich aw die bibl Erzählt »gen eng anschließen, um diese zu beleuchten. Die lgibel ist der Lcbenbaum, die ihr entleiteten religiöser Wahrheiten sind dessen Blüthen und wie diese dem Si amme entrissen, ohne Früchte zu zeitigen, schnell dalin welken> so müssen auch alle religiösen Lehren, wenn sie von dem Baume gepflückt, als volle Blüihejn dem Menschen gereicht werden, bald verrauschen und verfliegen Betrachten wir die Thora als Trägerin d«S Religionsgebäudes, so finden wir die religiösen Grr ndgesetze nicht als System geordnet; eö treten unS da nicht die Glaubens- und Pslichtenlchren in engen Rahnnn entgegen, — vielmehr finden wir bald hier bald da eine schöne Knospe, eine herrliche Blüthe, die aber fest am Stamme sitzt und von diesem nicht aelöst werden kann. Den einzelnen Ereignissen in ihren r erschiedenen Gestaltungen schließen sich die dahin gehörerden Lehren an, und darin ist die Bibel unsere we festen Lehrerin, wie der Religionsunterricht ertheilt werden soll. — Vorerst eine "bibl. Erzählung, Hierais die aus derselben hervorquellenden Lehren, und damit diese desto tiefere Wurzel schlagen einige Belegverse dazu, das ist ein Ganzes, wplches feste Kraft und Halt hat. i Soweit, geeh rter Herr Redacteur, vereinigen sich unsere Ideen; hingegen bin ich in Betreff Ihrer Ausführung über da l Hebräische disseutirender Meinung. Meines Erachtens nach hat der Unterricht im Hebr. mit der Religion nichts Gemeinsames. Unsere Religion basirt nicht aus de n Hebräischen*) und diese Sprache ist *) Wer sagt dos? Aber der öffentliche Gottesdienst.ist am Ente doch eine nicht entbehren kann Lehrgebäude, dcffen wie Sie oben icl st ihzer Acußerung der Lebensäußerung des Zudenthums, die wir n. Eine Religion ist eben nicht tlos ein „tiefer Geist" zu erfassen wäre, sondern, sagen, etwas Lebensvolles uud bedarf zu Gottesdien es. Der G ttesdieiist ist zur Zeit zumeist in seintn Grundbestandtheilen ein Heb äischer, die hebräischen Gebete enthalten vorzüglichen religiösen Lehrstoff-, also i sich beim Gottesdienst betheiligen zu können, Dabei sind wir von dem Wahne, daß das niiissen die Kinder, w hebräisch verstehen. hebräisch- Lernen a i und für sich eine .heilige Beschäftigung" sei, weit entfernt, gende Ves ch ästig Menschenliebe oder Gottesdienst? Gibt es überhaupt .heilige oder heillungen, es seien allein Werke der thätigen Redaktion-