Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 52 (27.12.1869)
- Date
- 1869-12-27
- Page
- Seite 526 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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scheu und religiösen Nutzanwendungen aus den mitgetheilten Erzählungen mindestens andeutungsweise — etwa ähnlich den homiletischen Bemerkungen in der vortrefflichen H.rxheimer'schen Pentateuch-Ausgabe beizudrucken wären; da für diese Altersstufe meistens Anfänger von Lehrern oder gar nicht hinreichend vorgebildete Cantoren bestellt sind. Dazu dürfte eine solche Andeut.ung auck dem praktischemLebrer für seine Vorbereitung zu diesem Unterrichte selbst noch.bei der Mittelstufe nicht unangenehm sein. So bat schon der berühmte Kinderscbriflsteller Ehr. Schmidt in seiner biblischen beschichte für Kinder dergleichen moralischreligiöse Betrachtungen beigefügt, was wir aber im Handbuche der Kinder nicht billigen möchten. Auch der wackere Büdinger hat, zwar sehr spärlich, dergleichen Anmerkungen iil seiner kleinen Bibel stehen, Für die mittlere und obepste Stuse halten wir indeß diese Vorarbeit für den geübten Religionölehrer nicht gerade für nöthig. Wir kommen nun zurinner« B e h a n d t-u n g oder der ngentlichcnM e t h o d e tiefes Lehrgegenstandes. a) der untexn Klasse der Schuljugend hat der Lehrer die betreffende Erzählung ganz im kindlichen Tone und womöglich .frei vorzutragen, worauf die Kinder dieselben im Handbüchlern .esen, da^ sie meistens zum freien Macherzählen, namenllich in ländlichen Orten noch nicht befähigt und. Dann macht der Lebrer über den Inhalt der Erzählung feine moralischen und religiösen Bemerkungen in einer Weise, daß sie einen dauerhaften Eindruck auf ras cinpfängliche Her; der zarten Kin^eit nicht verfehlen; was hier um so erforderlicher ist, als b i dieser Altersstufe der biblische Gesch chtsumerrichl den später» systematischen Religionsunterricht verznbereiten und gleichsam zu vertreten bat. st > Zu der mittlere-« Klasse dagegen kann dieser Unterricht sogleich mit dem nachtrncksvollen L e - sen der im biblischen Volkston geschriebenen Geschichte beginnen; worauf daS- Gelesene seitens der hierzu immer mehr zu befähigen en Kinder nachzuerzählen ist und kamt der Lebrer die daraus-zu ziehenden moralischen und religiösen Grundsätze mittelst einex geschichtlichen Katechisarion. zu entwickeln hat. c) Zn der oberen Klasse dürfte vorerst der .Vortrag des Lehrers ^>us dem betreffenden Handbuche desselben wünschenöwerih fein, weil derselbe — nack einer ordenilicheu Vorbereitung in einem größeren Geschichtswerke — die zwischen einer und der anderen Biographie in dem Handbuche mittelst kurzer chronologischer U e ber s i ch t e n anaedeuteten Ereignisse zu besserem Verständniß solcher Lebensbeschreibungen miteinzufleckten bar. Hierauf .lesen die Kinder die Geschickte und der. Lehrer katechisirt hierüber mit denselben in der angegebenen Weise.! Schließlich über die zu diesem GeschichtS-Unterj richte nöthigen Handbücher für Schüler und! Lehrer. Aus der voranstehenden Abhandlung resul-! tirt wohl, daß für die vorerwähnten 3 Klassen von; Schulkindern noch keine, den angegebenen Zwecken j ganz entsprechenden Lehrbücher vorhanden sind. Denn: | a) Fl ebinger's kleine bib lische Ge-; schichte, welche für die untere Klasse noch am besten j den kindlichen Ton -angeschlagen hat, umfaßt in frei-! lich sehr mageren Auszügen die ganze biblische Zeit, weshalb darin -ganze Perioden (wie z. cB. "aus der idyllischen Richterzeit) umgangen sind; abgesehen! davon, daß der Preis derselben für diese untere Stufe j zu hoch ist. l>) Büdinger'S kleine Bibel, welche am I treuesten den b blischen Volkston bewahrt, beginnt — gleich Flehingers „Große biblische Geschichte" — mit j der Schöpfung, wodurch diese Handbücher, sowie! auch die von Aue» back sür die mittlere Stufe der! Religionsschule viel zu theuer zu sieben kommen.! v)Stern'S biblische jüdische Geschichte, > worin der erst^ Versuch zu einer biographischen Ber Handlung derselben gemacht wurde, hält nicht immer l den leicht faßlichen volkSthümlichen Ton ein. Dazu! mangeln derselben die chronologischen Uebersichten > zwischen einer und der anderen, den Kindern zngäng- ' licken Mittbeiluug. AuS ähnlichem Grunde entspricht! auch Eassel'S Handbüchlein über jüdische Gel schichte und Literatur nicht dem angegebenen! Plane. i Von allen übrigen literarischen Erscheinungen i auf diesem Gebiete seben wir absichtlich hinweg, weil i dieselben entweder (wie z. B. das von Hecht) unpädagogisch und von Fremdwörtern strotzend abgefaßt ■ sind oder (wie;. B. das von Elkan) für die Reli-; gionS- und Literatur ^Geschichte gewisiei maßen nur; eine Nomenklatur enthalten. > ' Der Unterzeichnete Referent hat schon seit mcbrcren Jahren den Plan zur Ausarbeitung der jüdischen Geschichtsbücher für die 3 Altersstufen der Schuljuj gend gefaßt und auck ziemlich Material hierzu liegen; wobei jede Erzählung mit einem biblischen Kernspruch — hebräisch und deutsch — eingeleitet und mit einem metrischen Denksprnch geschlosien; wird. Sobald durch Vermittelung der bevorstehenden ' Rabbinrn- und Svnodalversammlnng sür die mög-! lichfte Verbreitung solcher planmäßigen Schulschriften! gesorgt würde, könnie deren Veröffentlichung zum [ allerbilligstcn Preise bewerkstelligt werden. Bis dahin - aber dürften a) für die Unterklasse Flehinger'S kleine biblisch Geschichte; b) für die Mittelklasse Büdinger'S kleine Bibel und