Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 49 (8.12.1869)
- Date
- 1869-12-08
- Page
- Seite 506 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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506 dein soll/ als sehr. richtig, vorausgesetzt, daß der Lehrer im Staude ist, seinen Unterricht derart zu beleben, daß die Kinder zur freien, klaren Durchdringung des Stoffes gelangen und so befähigt werden, das Empfangene, Perarbeitete, Entwickelte zu recapituliren. Ob aber die Aufgaben in der ersten Hälfte des Huches diese Sekbstthätigkeit der Auffassung genugsam unterüützen, wollen und können wir,- eben weil wir nicht von dem vorhergehenden Theile Einsicbt genommen baben, nicht unterscheiden. Jedenfalls sind die Tbemata so dargestellt , daß die Lebrer, für alle Fälle reichen und interessanten Stoff zu.ffvlistischkn Ausgaben in Fälle bekommen und das ist em großer Gewinn besonders für vielklassige Schulen, an welchen es, wenn viele Aufsätze gemacht werden selleii, gar zu oft an gutem .^Stcff mangelt. ■ Kleine Grammatik der deutschen Sprach e nebst einem Abriß der deutschen Metrik. Ein Lehr- und Lernduck zum'Gebrauch an gehobeneren Bürgerschulen (, I targestellt von' Dr. F. W R. Fischer, ordentlichem Lehrer an'der Pictoriaschule in Berlin. 2. Auflage. Berlin, Ricolai'sche Verlagsbuchhandlung, (31. Effert und L. Lindtner) 1869. Es ist uisern geschätzten Lesörn b kan nt, daß wir kein Freund des grammatscken Regelwerks sind und ebensowenig Sinn haben für die vielfach abgezweigten Arten von Sckuleni Elementar-, Volksgehobene, gehobnere und gehobenste, Volks-, Bürger-, böbere gehobene und gehobnere Bürgerschulen. Realschulen 1 und 2 und Gott weiß nie v'eifter Ordnung, lins erscheint dies ganze Kastenwesen als ein höchst lächerlicher Ausfluß deS sogenannten specisiscken Preußentbums mit seinem.Junkrthum, deiner Militärwirthschaft unk 3lllem, was kiese Feinde des einigen undeinzigen MenichenthumS' im' Ge'olge baben — wozu j natürlich auch die Mübler'scheu Regulative geboren. ' Wir wollen damit natürlich nickt andeute», daß wir j notbwendig. den Verfasser unter die Kategorie der Rel gulativschulmänuer;AKen. Das kan» miutcffcns nicht j aus dem Buche erkannt werden. 3lter das Judens thum, das als Einheitsreliaion der Lebrer der Mensch- \ heit geworden ist und »mmer niebr noch werden wird, hat auch in dem: „Habt Ackt aus die Kinder der Armen*) denn von ihnen gebt die L>bre hdie Wissen-! schaff, die Erkenntuiß) aus" eine so erbabene und überwältigende Wahrheit auSg-sprocken, daß die Freunde der ' Stanöesschulen in unserer Zeit wcbl noch etwas da- : raus lernen könnten. Eine Sckule für die Kinder des Volkes bis zu der Zeit ihrer Befähigung zur praktischen Arbeit — dann eine höhere R-alsckule und ein - der abstrakteren Wissenschaft dienendes Gymnasium. In den ersten Schuljahren aber müssen die Kinder des ' *) :>:> ™nr Volkes in einer auf naturgemäß? Entwicklung basirten Sckul unterrichtet und erzogen werden — soweit ^die Erziebung 3lufgabe der Volksschule ist. Es ist -hier der Ort nickt, auf dies Tbema näher einzugehen. Wir ffnden nur. daß das vorliegende Buch überwiegend einem wisiensckaftlichen Schematismus huldigt, der mit unser-n Begriffen von „Sckule" unvereinbar ist. Da kommt im ersten Tbeile die „Laut- und Silbenlehre" nebst den wichtigsten Regeln der Rechtschreibung, zwar der beste Tbeil des BuckeS, kurz, darum so, daß die Kinder alles dies eigentlich wissen müffen, wenn sie in der Mittelklasse einer guten Volksschule sitzen. Dann eine sehr detaillirte Dortlebre mit „Fl xion". dann „Satzlebre", ganz gut gearbeitet aber ebenfalls viel zu weit »ur die Schule. Und schließlich „Metrik" etwas ebenso Ueberflüsnges, als dem kindlichen Geiste widerstrebendes. Gebet dem Kinde das Gedickt, daß es sich daran erfrische. Der Mann mag die Regel suchen, gegen die so vielfach vvn den besten Dichtern gesündigt worden. Im Ganzen ist daS Buck gut in seiner Art; aber — wir sind eben Gegner der ganzen Sorte, deren es jetzt so viele gibt, wie Sandkörner am Meere, die iick sämmtlick für unentbebrlich halten, sämmtlich auf „3lufsorderuug" geschrieben sind. 3lufaabcn zum Uebersehen auS dem Deutschen in's Englische. Nebst einer 'Anleitung zu freien, schriftlichen 'Arbeiten von Ludwig Herrsch. 8te 3lufl. Iserlohn, Verlag von Z. Bädecker, 1868. Die Masse der 'Auflagen bezeugt die Vortrefflichkeit des BuckeS. Es find, in demselben ganz ausgezeichnete deutsche 3lussätz.e aller 3lrt, die sich zur Ueberletzung eignen. Die Anordnung >st gut und praktisch; ebenso die Anleitung und die Bemerkungen. Feuilleton. Aer Schaööas-Kans oder: Der Zauberspicgel. Ein Lebensbild aus dem Jahre 1848, von ' <2 im o» Krämer. (Fortsetzung.) Du SchabbesbanS, rief der Wirtb, verstehst dies nickt. Dir will ich nur sagen, daß Du auch noch um Dein Brod kommst, wenn's so fortgebt. Die Juden heizen am Ende, wenn Alles gleich ist, an ihrem Sabbat ihre Oefen selbst und zünden ihre Lichter selbst an. Was willst Du dann anfangen? DaS leuchtete dem simpel» Mann ein, und als-