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Der israelitische Lehrer · 1869-12-01 · 48 (1.12.1869) · p. Seite 497

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
48 (1.12.1869)
Date
1869-12-01
Page
Seite 497 (sequence 5)
Language
German
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497 au« beiden Confesstonen, unter billiger Berücksichtigung der Verhältnißzahl der von beiden Leiten die Schule wirklich besuchenden Kinder angestellt", — auf jüdische Kinder ist hiebei keine Rücksicht genommen. Ob § 25, der von der Pflicht der Anstellung eine« Lehrers für den Religionsunterricht spricht, sobald die Kinder des anderen Bekenntnisses mehr als 15 betragen, auch auf Juden Anwendung haben wird, ist abzuwarten. — Eine Ausschließung jüdischer Bürger vom Schulvorstande ist z. Z. nicht vorgesehen. Rach § 62 ist jedoch auf den confessionellen Charakter der Schule bei Zusammensetzung des Schulvorstande« gebührend Rücksicht zu nehmen. — Lemerkenswerth im Allgemeinen ist, daß die- Lehrer Mitglieder de« Schulvorstandes sind; »ine v. Preußen und Hrrn v. Mühl er bemerkenöwerthc Nachgiebigkeit gegen eine Forderung der Lehrer. Die Seminare haben keinen confessionellen Charakter, soweit in dem vorliegenden Entwurf ersichtlich. Würde diese Anschauung praktisch sich bethätigen, so wäre der Er folg ein bedeutender und unberechenbarer. Wir w rde» in unserem Nächsten auf die noch folgenden Paragraphen des Entwurfs näher eiirgehen. Berlin, 20. Nov. Ich habe Ihnen heute eine bemerkenswerthe Aeußerung des CultuSminifters v. Mübler zu berichten. Nachdem derselbe das bekannte 60,000 Thalergejetz, Zuschuß zu den Wittwen- und Waisencasscn derElemcntarlehrer, gutgeheißen hatte, interpellirte der Abg. Techow (gewählt in Ottweiler in Rheinpreußen, wenn wir nicht irren; unsere Zeitschrift brachte mehrere freundliche Aeußerungen desselben an iSr. Lehrer, oie feine Bereitwilligkeit, für dieselben einzustehen, oekumentirten. Red.) wie folgt: Dr. Techow: An die erfreuliche Mittheiluntz, welche wir soeben vernommen haben, erlaube ich mir eine Anfrage zu knüpfen. ES find mir viele Zuschriften von jüdischen Lehrern, namentlich aus dem Großherzogthum Posen, zugekommen., in welchen angesragt wird, ob das beschlossene Gesetz sich auch auf die jüdischen Elementarlehrer bezieben werde. Ich meinerseits bezweifle dies keinen Augenblick; auch hat im verflossenen Jahre in der Unterrichtscommijfion kein Zweifel darüber bestanden. Ich hoffe, daß jetzt auch der Cultuöniinifter eine Erklärung darüber abgibt, welche den betreffenden Lehrerfamilien zur Beruhigung gereichen kan». Der Cult US mini st er: Zn sofern eS sich um solche jüdische Lehrer handelt, welche an anerkannten öffentlichen Schulen angestellt sind, scheint es mir unzweifelhaft zu sei», daß das Gesetz sich auf sie beziehen wird. DaS Haus genehmigt hierauf das »besetz in der in der Lorberathung beschlossenen Fassung abermals und zwar fast mit Einstiinmigkeit. Wie«, 20. Nov. Das officiöse Organ de« Cardinals Rauscher macht die Z-raeliten darauf aufmerksam, daß gegenwärtig in Palästina wieder ein falscher Messias, und zwar der sechsundzwanzigste, sein Unwesen treibe. Aus dem Buche „Die Messtasfrage und das Concil im Batican" (verfaßt von den beiden getauften Juden Lehmann.) könnten wahrhaftig Nach dem Messias sich sehnende Israeliten den rechten Weg erkennen: „Die Juden mögen sich Rom ansehen und sie werden finden, daß der Messias gekommen ist und PiuS lX. als fein Stellveri eier ihn auf Erden repräfentirt". (Wir danken dem Herrn Cardinal' für die freundliche Gesinnung, werben aber demnächst ein.Gegenstück an« dem „Münchener Vaterland" bringen, einer den Israeliten gleichmäßig huldvollen, aber doch in anderer Wrise sich äußernden nltramontanen Schmutzpfütze. Redaktion.) Bucharest Ein rühmendes Zeugniß für die sittliche wie politische Reise der rumänischen Israeliten» trotz aller- Belbeucrungen des GegentheilS ihrer hohen und niedrigen Feinde, liegt in dem Benehmen de« Herrn Isaak »Ullel Manoach, welcher am Tage, wo er in das Älter der Majorennitäl trat, 150,000 FrcS. für die rumänische Universität stiftete, zur Unterstützung armer Ltndirender ohne Unterschied der Religion. Der Fürst hat seinen Minister Cogalnitscheano zur Mäßignirg^ seines fanatischen Auftretens gegen die Israeliten ermsahnt. In gleicher Weise trat diesem Minister auch sein College BorreSco, der Justizminister, s entgegen. Ersterer ließ sich dadurch zu heftigen Aenßerungen und Drphnngen fortreißen, wodurch seine amtliche Stellung s erschüttert ist. (Wir sehen ibn gern scheiden.)! A. c. Pari».; Die Familie Rothschild hat den diesmaligen JahrejSrag des verewigten Barac James im engen Familiestkr-'iie in der HoSpital - Synagoge gefeiert. Die Pausicbkeiten des Hospitals werten in 'Folge einer »esten Stiftung erweitert. Die Alliastce trfrelt die Nachricht von Hrn. Netter, ernehmunzen Behufs Gründung einer e und rationellen Eolonifirnng des Boden« in Palästina von der Behörde nach Wunsch gefördert und unterstützt werden. Der „Raepel" will Bericht von einer in Philadelphia tagendea Rabbinerversammlung haben, in welcher des Gebetgoitesoü nstes in verständlicher volirt worden fei. (Uns ist von dem daß besten Un Ackerbau-Sck>w die Abhaltung Muttersprache Tage einer solchen Versammlung nicht« bekannt.) (P. i.) Pari», 23. Nov. Soeben wuroe im 3. Wahlbezirke unser hochverehrter Crömieur, der Präsident der Alliance mraelite universelle, der Greis mit dem ewig jugendlichen Herzen von der äußersten Richtung der repuvlikan scheu Parl-.i mit 20,73-1 Stimmen zum

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