Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 47 (24.11.1869)
- Date
- 1869-11-24
- Page
- Seite 489 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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48» im Interesse der Lehrer und deren Wirken für Schule und Synagoge feierlichst dagegen Protest einlegen, daß unser Organ der „JSr. Lehrer", der ja das einigende Bntderband, „Achawa" ist, ein Organ deS Streite« wird, worin Jeder nach Belieben die Waffe» gegen College« ziehen kann."') Der Herr Verfasser jenes Artikels ist uns -jroar, wir wissen nicht, ob wir es bedauern sollen oder nicht, fremd, so wie ihm, das geht wenigstens aus jenem Artikel hervor, was eben nicht zu seinem Lobe gereicht, das Streben seiner Collegen fremd sein muß. Wir glauben, was auch der Herr Redakteur zugesteht, und was von vernünftiger Seite längst anerkannt ist, daß die besten Ideen und deren Verwirklichung für das Wohl derSchnle grade die Ergebnisse der Spezi al-Con ferenzen sind und ist es nur zu bedauern, j daß solche nicht noch viel mehr eingeführl werden. Freilich kann der, welcher sich als ein Feind derselben zeichnet, hierfür kein Verständnis; Haben. Der Herr Verfasser, jenes Artikels scheint überhaupt auf großem ■ Fuße zu leben swaS bei Lehrer» freilich viel sagen! will) da er von Bestrebungen im Klein«,! nicht« misten will, vielmehr mit verachtendem Stolze aus dieselben herabblickt. Run erwarten wir aber in Zukunft, daß uns jener unbekannte Herr,statt mit solchen Schmähartikeln, mit einem tüchtigen Lehrbuche uno mit einer | tüchtigen pädagogischen Arbeit erfreue. i Aus Württemberg. D.e Delegieren zur Be-! rathung unseres neuen, jüngst ,n diesen Blättern mehrsach erwähnten VerfassungsentwnrfS für die israelitische Kiräe in Württemberg sind vom Ministerium des Kirchen uns Schulwesenauf den Dezember d. I. , und die folgenden Tage berufen. ,! Aus Litthauen, 1 1. Nov. Eine Schrecken er- > regende Freveltdat hat die Umgegend von dem Grän;- - städtcheu Schoden in große Aufregung verseht. Am! 2. Oct. :n der Nacht brannte der von Schoden 3 - Werst entlegene kleine Krug zu Nuschuppen nieder, i und au' der Brandstätte fand nian am andern Morgen j die sämiinlichen jüdischen Bewohner des Hauses, sieben «n oer Zrhl, nämlich vr--r Erwachsene und drei Kin-! der, zu Kohlen verbrannt. Wie man allgemein vcri mulhet, muß der Brandstiftung ein Mord vorange! gangen sein. Die Thäter sind noch nicht entdeckt, i «ine gerichtliche Untersuchung ist ber.iteingeleitet! worden. Wie». l^Curiosum.) Ein hiesi. er Schosardlaser konnte vertunmit Beginn des Monat« Elul keine Wrhnung erbalun; überall >onrde ihm gickündigt, Niemand wollte ihn aufnehme», der von seinen häuslichen Uebnngcn auf dem eigenthümlichen Instrumente! wußte oder erfuhr. Endlich coutrahirte er mit einem.1 *) Hat nichts zu sagen: wir find nicht so nervöser Natur.; Durch Streit zum Frieden. Ned. I gänzlich Unbekannten und behielt sich vcr, in seine« Studien, deren . Art er inveß nicht angab, nicht gestört zu «erden. Der Schofarblaser bezog seine Wohngng. Am nächsten Morgen, al« noch Alle« im tiefen Schlafe lag, stand unser Miether aber schon mit dem Schofar in der Hand und begann seine Studien u,d Uebungerr. Der gräßl'che Lärm weckte alle HauSleute und die ganze Nachbarschaft. Der HauSberr machte Miene, den neuen Miether au« dem Han>'e zu weisen, als dirser sich auf die Bedingungen seines ConlraktS de-! rief^ Er sollte denn wenigsierS iin nächsten Monat ausziehe.', wenn die Zeit deS ContraktS abgelanfen; . damit war der Miether einverstanden. Denn zu dieser j Zeit waren keine Uebungen im Schofarblasen mehr, vonnithen und dann standen dem Mietber Wohnungen genug zu Gebote. Paris. Prof. Oppert hat in der Sitzung der asiat. Gesellschaft vom 14. Mai die Beschreibung eines babnlon. Monuments gegeben: Ein Fest (babil) au« der Epoche Sardenapals V. Die Inschrift gibt die Motive für die Errichtung dieses Monuments an. Der König erwähnt auch seiner Errichtung der berühmten Pyramide und betet für das Heil seiner Negierung und der Mitregrntschaft seines Bruders Samuelsamukim. DaS Monument ist wichtig für die Assyrische Chronologie. Es ist im Besitz deS Hrn. Clerg und ward Hrn. Oppert, dem berühmten Kenner der Keilschrift, zur Entzifferung übergeben. Hr. Breal, Professor am College de France, ist zum Direktor der Studien für vergleichende Grammatik au der Schule für höhere Studien ernannt worden. P. i. Zur Charakteristik H. Heine'». Adolph Strodtmann, der Biograph Heine's, hat dessen poetisch«:, Ntchlaß geordnet. Es dürfte van Interesse sein, nachstehendes Gedickt aus diesem Nachlasse, das die „Presse" eben veröffentlicht, mit dem LebenSgang dieses außerordentlichen Menschen zusammenzuhalten. E« wirst ein eigenlhümlicheS Lickt auf denselben und gibt eine fast abschreckende Erklärung so manches Unerklärlichen, das übrigen« teilweise, schon durch d>« Biographie Slrodtmanns gelichtet war. Einem Abtrünnigen. - i O des heil'gcn IugcndMuth« . O,: wie bald bist du gebändigt! Und vu bast dich lühter'u jltules, Mit den lieben Herrn verständig,. Und du bist ,u Kren; gekrochen, gu dem Äreu;. das du verachtest, Das du noch vor'wenig Wochen In den St ub zu treten dachtest. C, das thut das viele Lesen Jener Schteget, Halter. urke, & stern noch ein Held gewesen, Ist man heute schon ein Schürte.