Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 46 (17.11.1869)
- Date
- 1869-11-17
- Page
- Seite 481 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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N. — 481 jugendlichen Schaar vortrefflich eingeübt, brachten des Herrn Synazogenchors - Oirector Attinger ausgezeichnete Methode und seinen unermüdlichen Fleiß zur öffentlichen Anerkennung. Ein Quartett, ausgeführt von den Herren Gundetfinger, Wilhelmsdörffer, Jak o b i und Dessauer, dirigirt von dm Nestor des Gesanges, dem Dorfanger Herrn Eichberg, trug dem Dirigenten wie den .Sängern stürmischen Beifall ein." Unsere Absicht ist es nicht hier, in oiefeit Blättern einen Concertberidt zu geben; wir wollen nur constatiren, wie unter Leitung des Herrn Organisten Attinger und der beiden Vorsänger H.'rren Eichberg und Gundelsinger die heilige Musik in der .Synagoge in Stuttgart blüht lind zur gedeihlichen Entwicklung gelangt Bei aller Bewunderung vor einem Sängerheros Sontheim, der diesen Somner in einem Trinmphzuge von den Gestaden des Neckars' j bis. an die Ostsee und von Lemberg »ach Wien seinen Künstlerflug machte, ist das bescheidene Verdienst der j Männer, die die Psalmen des Säagerkönigs am Stznagozenpult vor der heiligen Laoe zur Geltung bringen, nicht zu unterschätzen Möge der Stuttgarter Syna gozenchor in seinem schönen Streben und edlen Wirken forlfahren und den Gott Israels mit der Kunst und der Kehle verherrlichen. Von der bolländischen Grenze, i:n Nosbr. Bei meinem jüngsten Verweilen im.Fürsteathnme Zir kenfelo, in den vergangeneil Herbstferien, hatte ich Ge/, legenheit, der General Eonferenz Birke afelv'icher Lehrer' beizuwohnen. Es waren ungefähr 00 erschiene»., Oie Versammlungen sind aus der Milte der L.'hrec selbst hervorgoganzen" und vertreten die freieste pädagogische Richtung, obichon es auch da eine Elique gibt,, die jeder selbstständigen Negung, jedem Fortschritte 'entgegen ist und die, wenn auch klein an Zahl, ihre rückschrittliche Ansicht und Bestrebungen mit Zähigkeit und Ausdauer durchzubringen sucht. Das Programm für die diesjährige Eonferenz trug an seiner Spitze die Frage: ob cvnfes'ionelle oder confrsstonslose Schule. NachAbsingung eines Eröffnungsliedes trat man durch einen längeren Vortrag des Herrn Leh er Becker in die Tagesordnung, ein. Herr B., Katholik, suchte mit aller Kraft und in bilderreicher Sprache die consesstonslose «schule als böchst religions- und sozialgsfährlich hinzustellen, da die Menschheit durch einen allgemeinen Religionsunterricht den innern Halt verliere und unbedingt die Gräuel einer blutigen Revolution über sich beschwöre Ferner suchte er durch die Behauptung, die confessionolose Schule werde nur aufgebracht, um die Eonfessionalität ganz aus der Welt zu schaffen, seine schließliche Warnung vor Befürwortung jener recht wirksam zu machen, war ihm jedoch entschieden mißlang, denn sofort erhob sich ein fast allseitiger Widerspruch gegen die gehörten Ausführungen. Unter Anderm bemerkte ein evangelischer College, da« Judenthum liefere Veit besten Beweis, wie unbegründet die Befürchtungen seien, da Tausend besuchten und, wi unbeschadet ihres der Gegner der consessionsl. Schule e jüdischer Kinder christliche Schule» e das Leben nachher erwiese, gewiß religiösen Bekenntnisses. Herr Kohn, Herausgeber der iben erschienenen „hebräischen Wandfibel, für den ersten Unterricht in der hebr. Sprache", sprach vom jüdischen Standpunkte aus, empfahl die confessionSl. Schule,, zeigte in sehr beisälliz aufgeuoinmener Rede, wie durch oenconfesnonellen Religions-- - unterricht der zarte Jugendstil,, auf kalte Gebiete (?) geführt, wie gegade dem' jungen Schüler nicht däS Trennende der Menschheit, die Coniesston, sondern das' Verbindende, sie wahre Rekigststt, gelehrt werden müsse. Erst der g.-rciflere Schüler solle confe'fsionellen Religionsunierrichk genießen, den, woes'anzinze, der- Geistliche zu ertheilen habe. Schreiber, dieses machte hierauf si^Derjlainmlung .uit dem betreffenden Beschlüße der Leipziger Synode, die als die Stimme des Zndenthums anzusehen sei, bekannt, und' wurde dieser' Ausdruck einer wahrhaft der Zeit und rem Jukcnthume gleichmäßig gerechten Ueberzeugung mit hoher Befrie-' digung und mit1 allgemeinem Beifallausgenommen. Bei der nun folgenden Abstimmung war das Resultat voranSzuseheu. iEs war fast nach, den religiösen Bekenntncssen geschieden. Israeliten und Protestanten, zusammen -/s der Versammlung für, Katholiken gegen von esstonSlose Schule. , -Dem w.'steten Verlaute der Eonferenz, aus der es bis dahin nicht ganz ohne stürmi'che Auftritte abgingdie «ich aber durch dst energische Haltung des" Prästventen und den G ist der meisten Anwesenden bald wieder legten, beiznwohnen, war' mir,, äußerer Hindernisse wegen, unmöglich Schließlich leiden Birkenfelder Collegrn^noch au dieser Stelle inniger Dank für dar entgegenkommende Benehmen gegen auswärtige College» gesagt: Wir glaubten, diesen Verhanrülngen einer . a ll g e me i ne n Lebrer - Eonferenz un so mehr ein Plätzchen and in diesen Blättern erringen zu müff'eu, als ste in ihren Beziehungen zu den Lebensfragen der Geg-nwarr einen wahrhaft humanen Stancpnnkt einyehmen und desh lb auch jüdischen Anschauungen Ausdruck gönisten. Berlin. .Die Regierung hat der Abgeorrnetenkammer den Entwurf eines U-uerrichtsgesetz S borge-, legt. Wir zweifeln, daß derselbe die Znststnmung dieses gesetzgebenden Faktor? erlangen wird, glauben vielmehr, daß es eben vorläufig nur eine Vorlage ist, die die Regierung der Kammer hingidr, um ihre Bereitwilligkeit da längst versprochene Unter» ichtSgesetz endlich einzubringen, zu bethätigen. Der Entwurf entspricht w wenig dem Geiste und den Anforderungen unserer Zeit, ist soweit hinter dtn neuen Schul- und Uurerrichts-Ge-