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Der israelitische Lehrer · 1869-11-17 · 46 (17.11.1869) · p. Seite 480

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
46 (17.11.1869)
Date
1869-11-17
Page
Seite 480 (sequence 4)
Language
German
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480 Statuten dieser Stiftung sind nun 'revidirt und diese i Revision ist mittelst höchsten RescnptS vom 10. Juni! 1869 genehmigt worden. Der Zweck der Stiftung ist selbstverständlich geblieben. 'Wir halten es für Pflicht, hier! die Worte des edlen Stifters in diesem Betreffe zu j wiederholen; int Vorworte heißt eS da: „Zn unserer an WohlthätigkeitSsinn reichen Pro- „vinz fehlt rS nicht an Unterstützungsquellen für arbeitsunfähige Arme und Leidende; wohl aber entbehrt „sie noch der Stiftungen, welche den redlichen, jedoch „kärglich belohnten Fleiß in anet kennender Weise zur „Ausdauer in seinem schweren Berufe ermuntern. ' „Solch' eine drückende Stellung haben vor Allem die \ „Lehrer in den Landgemeinden. „Wer die Verhältnisse dieser Lehrer kennt, wird „einräumen, daß viele derselben m>t nicderbeu.'.enden , „Nahrungssorgeg kämpfen, wodurch die : „LerufSsrcude gettüb:, .die notbwendige Unabhängig- „keit im Amte gefährdet^ ja die Energie des besten „Willens gelähmt werden muß. „Diesem Uebelstanbe, soviel in meinen .Kräitcn „steht, abzuhelsen,. schien mir eine würdige Aufgabe. „Den Männern, in deren Hände die Fugenv-Erziehung, „somit unsere Zukui.it, gelegt ist, auimunternde An; „erkennnng aui ein- Weise zu zollen, welche den Leb! ern „zur Ebre, den Schülern zum Nutzen gereicht, ist das „Ziel, wetchtö meine Stiftung zu erstreben bat. Aus „diesem Grund' trat-ich die Belt'mmung, daß die „Lehrer auf dem Lande vorzugsweise ledachk-werden „sollen.--. . . Die (rrtra nisse eer Stiftung, — diese cestebl auS 150 Stück Priot läuten französischer Bahnen ä 500 Frcs. mit 3?/# oerzinsU-ch, — 'ollen zur Hälfte an israelitische und zur anderen Hälfte an christliche Lehrer der Provinz Rheinhest^n vertheilt werden gewöhnlich ,m April — und zwar'feil eine Gabe mindestens! aus 25 fl. und höchstens auS 100 fl. bestehen. Der Stifter jagt :m weiteren Verlaufe des Vorworts:! „Bei der Anordnung, den israelitischen Lehrern,! obwohl dieselben bei weitem d'e Minderzahl bi den, die Hasste der Prämien, resp. Zinsen zu-utbeilen, darf der Beweggrund kemecwegs in einer besonderen Berücksichtigung meinerKÄaubenS-enossen gesucht werden, sondern in dem Praktischen Umstande, daß die meist kümmerlich besoldetenisrael. Lehrer mir Ausnahme sehr weniger Elementarlehrer, — weder vom Staate noch von der Civilbebörde irgend eine Remuneration beziehen, obwohl bekanntlich die Israeliten zu allen Steuern für Staät und Gemeinte. Kirche und Schule beizutragen haben. Dazu tritt als weiterer G unk, daß bis heute keing iSraeliti'cher Lehrer, selbst nicht der Fähigste, eine Anstellung an öffentlichen Schulen zu erlangen vermochte, auch nicht für solche UnterrichtSgegenstände, welche mit dem religiösen Bekenntniffe nicht die entfernteste Berührung haben. — Sollte, wie ich hoffe, diese doppelteRechtSunzleichheit im Laufe der Zeit aufhören, so ist eS mein Wille, daß alsdann die betreffende Bestimmung aufgehoben und die Bertheilunz der Stipendien ohne Rücksicht auf das religiöse Bekenntniß der Ssipendiaten auSgesührt werde. Auf Lehrer,, welche zugleich Gastliche sind, soll die Stiftung drßhalb keine Anwendung finden, weil die Stellung dieser Männer. thrilS durch den Staat, theils durch Korporationen oder Stiftungen, hinlänglich gesichert erscheint. Möge diese meine Stiftung freundliche Aufnahme finden und durch Beiträge gleichgesinnter Mitbürger in ibrem Wirkungskreise erweitert werden. Die Herren Verwalter bitte ich, die S'atuten stets in dem Geiste zu handhaben, in welchem ich Sie auizesaßl habe: '•ert Lehrern in ihrem schweren Berufe alö Kräftigung und Anspornung zu dienen, um I dem Staate brave und tüä'tige Bürge.' zu erziehen. Insbesondere wünsche ich. daß bei der Verkeilung der Prämien deren Verthei u»g nicht als mildes Almosen, sondern als ebrende Anerk nnurg für die dem öffentlichen Wohle geleisteten Dienste betrachtet und das Zartaciübl der Lehrer veischont werde." Möge oer brcbherzige Stifter lange sich an der Erhebung erfreuen, d e e ne wahrhaft edle That stets in ihrem Schooße birgt. Möge aber auch die Stütu.lg zur : inneren Erkräflignng, zur Hebung deS rheinhessischen 1! LehrerstandeS beilragen und so den Zweck einer jeden "edlen Tbat in höherem Maße fördern: aufopfernde Dhaien der H u m r »'.tat, die Saat des Schönen und Guten in immer weitere Kreise zu tragen. Dazubeiz: tragen, find die Leb'.er vor Allen berufen. Stuttgart, :en i. Novbr. 1869. Was wackeres Streben erzielen kann, bewies eine musikalisch: Untcrbaltnng, die der hiesige Svnazogen (Gesangverein unter Leitung seines Chordirigenten Herrn L. Atting er, im großen Saale der Bürgergesellschaft am jüngsten Samstag Abend veraiislalrele und mit den Mitgliedern deS Synagoge nchors und unter Mitwirkung einiger^ Künstler des Ecnservatoriums ausführtc. Die Künstler aus unserer berühmten Musikschule zu rühmen, hieße: „Eulen nach Athen tragen". Hören wir aber, was eine Kmisltiitik der vielgelesenen Bürgerzeitnng über die Lei'lungen des SynagogenchorS sagt: „Von regem Interesse war uns ferner der Vortrag deS Kreuzer'schen Liedes „der Wirthin Töchterl lein" durch den zweiten Vorbei r Her-.n Gunvclfinzer. Derselbe besitzt eine so tüchtige, klangvolle , Tenorstimme, daß offenbar an ihm eine außergewöhn- : licke Kraft für Hcldentenorpartbicen ftür die Oper ver-! lcren geht. (H: machte der trefflichen Schule deS Herrn i Hof- und Kammersängers Schüttky durch seinen : correkten Vortrag alle Ehre: Die Ehöre, von der

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