Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 45 (10.11.1869)
- Date
- 1869-11-10
- Page
- Seite 474 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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474 Eyklus hätte den en,zigen Dortheil der Kürzung des Gottesdienstes, aber folgende Nachtbeile: 1) es würde dadurch die Anzahl der für die öffentliche Dorlefung wenig geeigneten Stücke vielfach vermebrt; j 2) ebne bmreickienden Grui.d «ine wesentliche Unterscheidung von ken nickt mit der Synode gebenden Gemeinden herteigeführt. Es kann ein äußerst kurzer Gottesdienst. — sUnterbreckung). Hier wurde durch Abstimmung die weitere Derlesung der Motivirung und die Erörterung des Entwurfs S. 137—142 abgefcknillen. Ferner fjuder sich S. j-^cite 23 v. u in der sehr dcutlick geschriebenen zu Protokoll gegebenen Motivirung der sinnentstellende Druckfehler „ansprechenden-" statt „ansprechendern". Was nun. die von mir gesprochenen einleitenden Worte betrifft, welche cn dmch Störungen mancherlei Art Seitens einer Fraltic». der schon ron vorn herein mein Antrag bockst unwillkommen war, unterbrochen und getrübt wurden, wodurch bekanntlick auch sebr geübten Stenographen' eiiw vollkommen ricktige Aufzeichnung unmöglich gcmackt wird; so hielt ich es für rakhsam, nach aufgehobener Sitzung aus der Erinnerung irackstehende Notizen aufzuickreiben, die ich später abschriftlich liebst dein g». Erttwurf.dem Herrn Präsidenten zur etwaigen Nektisizirung der stenographischen Aufzeichnung zustcllte. D-ie Reraklicns-Kommission hat, wie ich sehe, keinen (Gebrauch davon gemacht. So niögen sie denn ksier ikren Platz finden, nicht in der Absicht, .nur auf wörtliche Wiedergabe Änsvruch z.. machen, sondern um nachznweiscn, wie durch Einfügung weniger Wörter zu denen des stenographischen Berichts und durch Nekkisizirnng. einiger andern ein untadelhast logischer Zusammenhang iick he-auostellen würde. Nach Dcrlesung des'Antrags: „Meine Herren' Ter drei>äbrige Entlus ist ein neu aufgesiellics System i Wikerspruck»,*! dessen Zweckmäßigkeit oder Uyzweckmästigte l e-st dann erkannt werden tazur, wenn, man eo mit einem andern System vergleicht, sei dies das althergebrachte oder ebenfalls ein neues. Erst dann ist man im Stande, die Dortheile und Nachtheile des einen oder andern Svstems gegeneinander abzuwägen und schließlich mit voller Ueberzeugung zu entscheiden. Auch ich habe einen Antrag eingebrachl, der ein neues System involvirt, und werde mich gern besiegen lassen, wie auch Sie, m. H., stich gern besiegen lassen werden — durck die Macht der ' Argumente.. nicht der Autorität. hMan dringt auf kurze Fassung, und auf die Frage des Herrn Präsidenten, wie lange ich noch sprechen wolle, ") Di« Auslastung diesesicher wörtlich lo gesrrochcnen, »der wahrscheinlich wegen des lauten Widerspruchs von dm Stenographen überhörten Lahes korrumpirt di« ganze Einleitung. antworteich: kaum eine Diertelstunde). Was ist der Zweck aller synagogalen reformatorischen Bestrebungen? Offenbar Belehrung und Erbauung. Kürzung ist nicht Zweck, sondern nur Mittel zum Zwecke. (Lesend). Die Einführung des dreijährigen CyklnS u. f. w." wie oben. Ob nun überhaupt meine Motive durch irgend ein stichhaltiges Argument Widerlegung gefunden? — Dieses zu beurthcilen, stelle ich jedem Unbefangenen getrost anheim. H. Leeser. ' AuS Holstein. Don unferm Wilhelm Jansen wird eine Novelle erscheinen: „Tie Juden in Cö!n", betitelt New-Bork. In Kalifornien hat sich daö erste Comile zur Beförderung der Auswanderung der westrujsifchen Jilden nach Amerika, gebildet. Feuilleton. Der Schaööas-Kans oder: Der Zauberspieoel Ein Lebensbild auS dein Jahre 134S, von Simon Krä m er. Laß deine Schellen, lheurer Momus, llingm Vor unsrer Freunde wohtvertraulem Ohr — Gehe schöner, Fude, aus dein Druck hervor — Doch laß die Dummen nimmer zu uns dringen. L>. von Balzac. J. SchabbaS Hans. Wer ist ein unbrauchbarer Mann < Der nicht befehlen unv auch nicht gehorchen kann. Eiöthe. So benamste man in der Landstadt Lobheim i» Bauern ein Individuum Namens Johann Dümling. Derselbige Dümling war ein guter protestantischer Ehrist, d. h. er ging jeden Sonntag in seine Kirche, mit billiger Ausnahme jedoch all der vielen Fälle, an denen er durch feine vielen Berufsgesckäfte daran verhindert war. dann ein- oder zweimal jährlich in ernster Stimmung zuni Abendmahl und trank am Sonntag- Nachmittag seine Maaß Bier, wieder jedoch mit Ausnahme der Fälle, wenn es einen Leihkauf und dcrgl. gab, oder wenn.ionst Jemand Anderes die Zeche bezahlst, in welchen Fällen er's auf eine erklecklich höhere Zahl zu bringen vermochte. In s»lchen AuSnahmsfällen trat er dann in einer etwas strammeren Haltung in die Erscheinung, verbunden mit einer sonst nicht gewöhnlichen Heiterkeit und Gesprächigkeit, wobei man es mit den Anforderungen einer richtigen Satzbildung und einer Konsequenz der Grundsätze nicht genau nehmen durfte. In allen anderen Beziehungen aber liebte und lebte er mit den Mitgliedern der kleinen iöraeli-