Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 43 (27.10.1869)
- Date
- 1869-10-27
- Page
- Seite 458 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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458 zur Entwicklung im 3. Zahre etwa sprechen. Wir werden die weiteren Lieferungen mit Interesse besprechen. Lamm! un gen gemein verständlich er, wissenschaftlicher Vorträge, berausgegebeu von | Rud. Dirckow u. Fr. von Holtzendorff 4. Serie. Berlin I C. A. Lüderitz'sche VerlagSbandlung. A. Eharisius.! Von diesen sind ferner erschienen: 80. . Licht, und Leben, von Dr. Ferd. Eobn. 81. '. Johannes Hust und die Svnode von Constanz von Dr. Henke. 82. Ägvptens Stellung in der Religions- und Eultnrgeschichte. von Dr. Fr. Nippold. 83. Sophokles und »eine Tragödien, von Tr.; Otto Nibbek. - j 84. Hauewirtbschaftlicke Zeilfragen oo» 4l ' Emmingbaus. d5.-Tie geschichtliche Irntwicklung des Frei- , Handels. 86. Die äli-re Teriiargeii von G. Zaddab. 87. und 88. - lieber Schiinwel »nd Heese, von Ä. de Barn. Feuilleton. Aesprechung über gewche tu- <Ae,undheil denachlheiligend« Einstüne oer Swuten. Ein Kerichr von Rud.Birchow. Birliv I8<>3, «8. Ztcimer. '' sSslub}!) Erkrankungen der B r n ft e, n g e«ei o e. Skrophulose und Schwindsucht in Folge der schlechten.'Lüftung «Ventilation, sink die Ursachen. Man hat sogar Beweise, daeie Krankheit nach Absiellung der Uebelskänke ubnabm. Nach statistischen Untersuchungen 7n Berlin ergibt sich ein schnelles Anwe.chfrn der Sterblichkeit jungen- und Halsschwint sucht in. der Zcit rein ln. bis I',. Jabre (was allerdings schon im Alter von f> bis 10 Fabren anbebt, vom bis 2o. Jabre sich bedeutend'steigert». Aus 100 Gestorbene kommen iin Alter von 5— 10 ^ohnn 4,^i Proz», von lo—l.) Jahren 12,;,,* Pro;., von 15—20 Jabreii- 31.,- Prcr. an Lungenschwindsucht, ungerechnet Abredrungs- und Skropbels.rlle ,v. Bisher hat man-vielfach von „Erblichkeit" dieser Krankheiten .gesprochen, während heule nachgewiezen ist, das« die Mebrzabl der- Falle mit Katarrh mittelst Erkältung und Einathmung von Staub und Koble beginnt, ver-- schlimmert druck' mangelbastes Athmen, sc dast die Äbsonderuug gestört -wird. Sc mancher Todesfall . von. Kindern lägt sich also ganz unzweifelhaft auf die j schlechte Schülstuben-Einrichtung, bzw. bisherige Ge- I dankeitlösigkeit unserer Schulbehörden zurücksühren, ja sc manche schleppen au» der Schulstube die furcht- I bare Ursache eines schwächlichen, hinfiechrnden Körper« I mit sich durchs ganze spätere Leben fort. I 4) Erkrankungen derUnterleibsorgane. Als sicher könne man auf diesem noch ziemlich dunklen Gebiete annebmen, dast die Verdauungsorgane unter zu langem Siyen der Kinder in schlecht gelüsteten Schulräumen, also Mangel an Bewegung und zu viel geistiger Anstrengung, leiden müstten. An manchen Orten bat nian die Vormitlagsstundenzahl der Kinder verlängert, nm am Nachmittag weniger zu halten. Aber diese Veränderung wirkte nur nachthcilig ein. Die Verdauungsstörungen wirken wiederum reizend auf die Geschlechtsorgane und es sei desthalb namentlich für höhere Knaben- und Töchterschulen wegen der Entwickeluugoperiodc dringend Beschaffung frischer Luft, Bewegung und Turnen geratheu und besonders den Lehrern oder Eigeulhümern solcher Anstalten dieser Punkt ans Her; zu legen. Was die ansteckenden Krankheiten betrifft, so werden Kinderkrankheiten, wie Maseni und Scharlach, hauptsächlich durch die Schule verbreitet, hie» und da auch Pocken, Eholera, Stickhusten. Diphtcritis, seltener sog. Tnphus und Ruhr. Gegen diese Gcsabr bestehen nun allerdings gesetzliche Bestimmungen vorsorgenden Zweckes, sie sind aber meist von den trägen Verj waltungsorganen unausgeführt geblieben. Schlechtes > Trinkwaffer breitet die Krankheiten ebenfalls aus und l sehr bekannt in die ansteckende Natur der Hanl- * krankbeiten. . j Der berühmte, vorurtheilslos. abwägrude Arzt j verlangt vor allem eine Schulkrankheits-Statistik. Denn ohne eine vollständige „Schulpathoj logie" können die Aufsichtsbehörden nicht sicher gehen. Was an Beobachtungen vorliegt, ist Privatarbeit der Aerzte. Zn einer solchen Statistik lästt sich gelangen, wenn die Lehrer angehalten »verden. die Vcrsänmnistlisten auch in Beziehung ans die Krankheitsfälle zu vervollständigen und zugleich über die vorkommenden Krankheitsfälle genau Buck, zu führen. Dieses Material must daun Aerzien unterbreitet »verden, und . zwar solchen, die sich mit, Schul-Gesundheitslehre beschäftigt haben und die inoderncn llntersuchungsinekboden kenne» Sir müssen zunächst die Gefahren der schillpflichtigen Kinder seststellen und es wird sich aus ihren Berichten' allmählich ein Gesammtbild der Schulkrankheiten gewinnen lasse». Zusammengehalten mit der Nekrutirungsstatistik, wenn sie in der von dem statistischen Kongresse »1863» geforderten Weise gchandhabl wird, kann eine derartige Darstellung die Grundlage einer eingehenden Keuntnitz von dem körperlichen Entwicklungsleben unserer Nation werden. Virchcw verlangt aber, dast die ganze Sache amtlich und nack' einem einheitlichen Plane geschehe, er verlangt eine Zentral k ommisfion von Schul-