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Der israelitische Lehrer · 1869-10-20 · 42 (20.10.1869) · p. Seite 447

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
42 (20.10.1869)
Date
1869-10-20
Page
Seite 447 (sequence 3)
Language
German
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447 ES wurde hierauf ein Geschäftsordnungs-Entwurf vvrgelegt, besprochen, umgeändert und schließlich dem Vorstände zur endgültigen Redaktion überwiesen, um noch in dieser Eon serene vorgelegt zu werden. Turck den Vorsitzenden wurde dann Mittheilung gewacbt über einen von Do. Adler in ElmShorn zu begründenden neuen Lehrerverein und dessen Statuten den Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Hieraus nahm vr. Kroner dao Wort und sprach in einem lichtvollen glänzenden Vortrage über Bildung und Erziehung im Allgemeinen, bezeichnete als Grundprinzip Einpflanzung und Förderung der Liebe zur Religion, zur Wissenschaft und zur gesammten Menschheit; über Bildung res israelitischen Lehrers insbesondere, betonte, daß derselbe neben gründlicher Kenntniß der hebräischen Sprache Sinn für jüdische Zdeeir, für Iudenthum haben müsse, äußerte sich bedauernd über die ungenügende Vorbereitung so mancher Präparanden, namentlich auch in der Musik und forderte schließlich, daß man ihm mit Vertrauen entgegenkemmen möge. Wir zweifeln nicht, daß die freudig ausgenommenen Worte auch in weiteren Kreisen Anklang finden »nd Früchte tragen werden. — Mil dem Anträge, eine Petition an das Cul- . tusministerium abzusenden, des Inhalt», daß der Religionsunterricht an den höheren Schulen auch für die israel. Schüler obligatorisch erklärt werde, welcher Antrag zur Debatte gestellt, aber wegen vorgerückter „Feit nicht zu Ende geführt wurde, schloß die erste Sitzung. Abends veranstaltete eine Anzahl Ruhrorter Herren den Eonferenzmitglirdern ein heiteres Fest, wvbel^eö heck herging und wo es anReden ernsten und gemüthlichen Inhaltnicht gefehlt haben soll, wie Ref., durch Unwohlsein verhindert, demselben beizuwohnen, erfahren. lieber die Aufnahme in Ruhrort war überhaupt nur Eine allgemeine Stimnie. Die Ruhrorter haben sich durch die gastlichste Hergabe freier Wohnungen und die herzlichste Bewirthung, sowie durch Zuvorkommenheiten jeder Art sgegen sämmtliche Mitglieder ausgezeichnet, was von der Versammlung auch wiederholt in dankbarster Anerkennung ausgesprochen worden. Der zweite Conferenztag begann damit, daß Bromberg (Aachen) der Conferenz einen Gruß des dortigen Rabbiners, Herrn Or. Wolfsohn, überbrachte, verbunden mit dem Wunsche, daß die Bera-- thungen und gefaßten Beschlüsse den besten Erfolg haben möchten, für welche Freundlichkeit die Versammlung durch Erheben von ihren Plätzen dankte. Die gestern besprochene Geschäftsordnung wurde hierauf in veränderter Form vorgelesen und dlo« angenommer. AlSdanr trat man wieder in die Debatte über die gedachte Petition, woran sich die meisten Anweienden lebhaft und eingehend betheiligten. ES wurde beim kt, daß es ein bäkligeS und gefährliches Beginnen ssi, die LlaatShülfe für unsere heilige Religion zu beanspruchen; diese habe sich seit länger als 5000 Zähren auch ohne eine solche erhalten und werde ganz gewiß auck ferner ohne sie fortbestehen | es sei zu besorgen, daß irgend eine Parthei für ihre- Zwecke einen übrigens kaum wahrsckei rlichen Erfolg der qii. Petition ausbeuten dürfte; daS Judenthum habe seine Errungenschaften! de n Fortschritte zu verdanken und deßhalb sei bet] >2 tandpunkt des LehrerS zu vorliegender Frage auch naturgemäß der des Fortschritts; Zwang gegen t w Eltern zum Religionsunterrichte ihrer Kin- ' der hau. irfahrungSmäßig seine Gefahren; in den Staatey c!ine obligatorischen Religionsunterricht sei die Religion fester und besser begründet, als in den Staaten, wo der Religionsunterricht obligatorisch sei rc. — Vor anderer Seite versuchte man eine Widerlegung dieser Behauptungen, verlangte bei gleicher Berechtigung, die Ausführung veibriefter Rechte rc. Schließlich wurde dann folgende Petition fast einstimmig rngenommen und gleich unterschrieben: ^M^Air Unterzeichneten Mitglieder der am 23. 1 d. I. in Ruhrort tagenden israelitischen rheinisch-westphälischen Lehrer-Versammlung richten an Ew. Ercellenz die ergebenstc Litte, veranlassen zu wollen, da«, so lange der Religionsunterricht für die christlichen Confeffionen' einen obligatonfchen Lehrgegenstand der höheren Unterrichts-Anstalten bildet, dem Prinzipe der in der preußischen Verfassung ausgesprochenen Gleichberechtigur g aller Religions - Gesellschaften gemäß, anch der jüdische Religions-Unterricht an allen im Königreiche Preußen befindlichen höheren Lehranstalt'n cbligatorisch eingesübrt werde." Die Reuwähl des Vorstandes konnte nicht vorgenommen werden, da die erforderliche Anzahl wirklicher Mitzlieder des Lehrer-Vereins nicht anwesend war und mußte dieselbe wie auch die beantragte Abänderung einzelner 88 der Statuten der Unterstützungskasse auf die folgende Conferenz vertagt werden. Diese soll in dsr nächsten Pfingstwoche und zwar in Folge dringender Einladung der Gemeinde Münster durch Ilr. dort stattfinden. Kroner nach einstimmigem Beschlüsse Der, nächste Gegenstand „Der Unterricht. im Pentateuch" wurde, nachdem die Wichtigkeit desselben hervorgehl ben, wegen Abwesenheit des Referenten

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