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Der israelitische Lehrer · 1869-10-20 · 42 (20.10.1869) · p. Seite 446

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
42 (20.10.1869)
Date
1869-10-20
Page
Seite 446 (sequence 2)
Language
German
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446 gewirkt würde. Einer solchen Wirksamkeit muß aber ein fester, klarer Plan zu Grunde gelegt werden. Eine Thätinkeit inS Blaue hinein hat keinenZweck und kann keine Sympathien mehr erwecken. Wa» sollen die Subcllmstö'S? Gelder sammeln? Wasoll mit diesen Geldern geschehen? Das fragt sich der Beitragende, und mit vollem Rechte. Bis. jetzt sind dreierlei Ansichten laut geworden, wie den dortigen Juden zu belfen wäre. Auswanderung nach Amerika, Einwanderung in das Innere Rußlands, also Colonisirung und Gründung von Fabriken und industriellen Etablissements an Ort und Stelle. Alle drei Ansichten Haben, ihre Freunde miv ihre Gegner. Es ist und bleibt die Aufgabe derjenigen^ welchm große Mitteln zu Gebote gestellt werden sollen, für einen von diesen drei Plänen einzustehen und zu seiner Ausführung mit einem klaren Organisationsplane, der Bedürfnis, Mittel und.Zweck erkennen läßt, hervorzutreten. Im Namen der Alliance gebt der hervorragendste und thätigsie Jude der (Gegenwart soeben nach Westrußland, um. die Verhältnisse daselbst zu studieren. Die Commissionwelche für diesen Zweck vom Gemeindetag erwählt wurde, kann also nur dann entsprechendwirken/ wenn sie ihre Thätigkeit den Bestrebungen und der Thätigkeit des erleuchteten Präsidenten der Alliance Hrn. A d o l f Cremieux unterordnet/' wenn sie Hand, in Hand mit der Alliance die dem cultivirten Theile. der europäischen Judenbcir obliegende Aufgabe gemeinsam zu erfüllen strebt. Das begeisterte und. begeisternde „Dawollen wir", das wir, Mitglieder des GemeindrtageS, in Leipzig auSsprachen, bleibt ein Wort, eine Phrase, wenn wir nicht von uns werfen den Eigendünkel, den PartikulariSmuö und, wenn wir nicht die Hülfe da suchen, wo sie einzig und allein zu finden ist: im gemeinsamen energischen Wirken nach wohldurchdachtem Plane. Wir werden, in unserem nächsten Blatte, nunmehr auf diejenige Wirksamkeit kommen, welche dem deutschen Gemeindetag allein und''ausschließlich obliegt, und auf welche die ganze Energie des Gemeindeverbands zu richten ist, wenn er praktische Ziele verfolgen will. '. (Fortsetzung folgt.) Köln, 1. Oktober 186!» Die diesjährige Ccnferenz israelitischer Lehrer Rheinlands unk Westp Halens^ welche sonst regelmäßig in der Pflngslwoche jedes Jahres Statt findet, wurde dieses Mal durch den Umstand, daß viele Mitglieder derselben die zu jener Zeit in Berlin tagende „Allgemeine deutsche Lehrerversammlung" und niehrere später die Leipziger Synode besuchten, erst Chol-hamoed, nämlich am 22. und 23,. September, in Ruhrort abgehalten. Erschienen waren die Lehrer: Blumenau (Bieje- ' felo), Blunenfeld (Essen), Goldstein (Grevenbroich! Treu (Münster), Alsbach (Crmen), WolfSdorf (Erwitte). Dr. .hnlisch (Neuß), Löwenstein (Bonn). Lej benstein (Mülheim a. d. Ruhr), Wrllerstein und j Hey n aus (Krefeld), Ollendorf (Bergheim), Cohen (Borken), Cohen (Dortmund). Goldb.rg (S:eele), Berger (Wesel), Bnrbaum (Hattingen), Ccainer (Reuen'irchen), ServoS (Hovestadt), Leeser (Obcrstein», Rosenstein (Hüsten), Levy (Neheim), Heimann (Unna), Spener (Geldern), Levy (Würselen), Mandel (Lippstadt), von der Walde (W ttüch,, Sassen i (Aurath), Oppenheimer (Coesfeld). W:stheim:r (Ani rächte), Katz (Emmerich), Leiser (Rheine), Bromvcrg j (Aachen), Lichtenberg (Ruhrort), Ostwalo (Witten), i Spier (Bocholt), Lion (Geldern), Krtzenstein (Kcri pen), Leiser (Gindorf», HornZLünen), Stern (Lüoe), ' Haas (Haltern) und HerrmannS (Cöln). j Auch der Anwesenheit und regen Theilnahme > des Seminar-DirektorS, vr Kroner aus Münster, I erfreute sich die Versammlung. Der Rendant der l Unteaslütznngskasse, Herr Rittergutsbesitzer Lob, war ' leider verhindert und hatte sein Wegbleiben entschuldigt, j Entschuldigt waren ferner: Lob (Cöln), Oppen- , heim (Marburg), Kronenberg (Geseke), Ostwald (Hagen), Lteinweg (Rheda), Rüben (Gütersloh) und , Edelstein (Elberfeld). Auffälliger Weise conferirte genau zu derselben Zeit eine Anzahl Mitglieder in Vlotho, waS manche mißbilligende Aeußerung unter den Anwesenden hervorrief. •) Gegen 3 Uhr Nachmittags wurde die Sitzung! vom Vorsitzenden Blumenau mit einem Gebete eröffnet, und, nachdem er hierauf die Versammlung in kurzer Ansprache begrüßt, machte derselbe geschäftliche Miltheilungen über den Stand der Unterstütznngskasse. Dieser ergab ein Kapital von circa 4000 Thlr. allerdings noch zu wenig für unsere Wünsche und Erwartungen, indeß in Anbetracht der geringen Betheiligung immerhin erfreulich. Ehrend, wurde die Wirksamkeit Einzelner für die Unterstützungokasie erwähnt, zu allgemeineren Sammlungen aufgefordert und auf mehr Pünktlichkeit bei Einzahlung der Beiträge hingewiesen. Unerfreulich war die Mittheilunz eines Faktums und die sich daran knüpfende Besprechung über eine etwas verzwickte Geldangelegenheit. •*) */ Eine telegraphische Begrüßung dieser sogenannten Lübbeker Conferenz traf erst nach Schluß der Sitzungen in Ruhrort ein, zu spät, um mitgetheilt oder erwidert zu werden. **) In dem Stärtchen H. in Biestphalen soll nämlich eine Collect« zum Besten der Unterstützung-lasse veranstaltet und der ansehnliche Betrag Jemandem izur Besorgung übergeben worden sein, ohne daß das Geld an seine Bestimmung gelangt, noch über besten Verbleib genügender Auiweit erthellt st. Der Fall soll übrigens weiter untersucht, event. behördlich verfolgt werden.

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