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Der israelitische Lehrer · 1869-10-13 · 41 (13.10.1869) · p. Seite 439

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
41 (13.10.1869)
Date
1869-10-13
Page
Seite 439 (sequence 3)
Language
German
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439 Bewegung für die Alliance rntgegensiellt, ein mindestens mmncntaner Hat, Wer weiß, was mittlerwcile eintreten kann? Ein setr intelligenter Theilnehmer am Gemeindrlag erwiderte uns auf unseren Perhalt in diesem Betreffe: die dcutscben Juden sind die Mayorität; sollen sie zu den Franzosen gehen, die die Minoriiät bilden?! Wir fragen: hat diese Ansicht einen Sinn? So kam eü, daß eine entschiedene klare Resolution für die ^Iliknco beim Gemeindetag nicht gefaßt wurde; daß die freundlichen Ausdrücke eben nur Worte waren, die ebenso gut einen Absagebrief, in Bezug auf die praktiscke Tbaligkeit für die .4Niancs, in sich fassen konnten; daß, während man dem bekannten Gegner der Allience zu einer langen Rede daS Dort gönnte, um gegen Tendenz und praktische Thätigkeit derselben wie anck früber an anderen Orten zu sprechen, uns zu einer Entgegnung aus die offenbarfalschen und absichtlichen Verdrehungen dao Wert entzogen wurde; so kam es endlich, daß erst die Synode wieder eine der Sache würdige und entsprechende Resolution faßte. (Forts, folgt.) Israelitische Lehrer-Conferenz zu Vlotho a. d. Weser, am 2 3. September. Wie nützlich und erhebend es ist, einen Tag in rollegialischer Gemeinschaft zu verleben., haben wir bei unserer Kreis-Conferenz in Vlotho wieder e »mal deutlich gesehen. Der zweite Tag c vereinigte zwar eine kleine,^ aber von heiligem Eifer für die Hebung der Schule^ und der Synagoge begeisterte Schaar berufstreuer Lehrer. Die Sitzung eröffnete, als Vorsitzender, unser vielgeliebter Altcollege H. Lee ser aus Lübbecke'durch rin kurzes Gebet. Nachdem das Protokoll der vorigen Scnferen; verlesen worden, legte Lehrer Strauß (Vlotho) einen neuen Statutenentwurf vor, welcher, mit wenigen Veränderungen, cinslimniig als Grundlage unseres Vereins angenommen wurde. Der Verein führt fortan den Namen :„Sp ezia l - Lel> b er- V ere in der Kre'se Lüb b ecke, Herf o rd, Minden und! Umgegend, zur Förderung der Interessen des I ö r a e l i t i s ch - R h e i n l ä n d i s ch - W e st p h ä - | lischen Lehrervcr eins!" 'Zum Organe unseres! Vereins ist der „Israelitische Lehrer" gewählt. — Be- ■ treffs Gründung einer VereinSbibliothek kamen vcrj schiedene Werke und Zeitschriften zum Vorschläge, woraus eine passende Auswahl zu treffen der Vor- , sitzende bestimmt wurde. Ebensowurden auch für Schulbibliotheken Schriften empfohlen. Z. B. Die Schriften von Tr e n, K u l k e, O. G ü n t h e r; *) Rälh- *) Wir dürfen in diefer Richtung vor Allen wohl „Krüf mer'r" Schriften empfehlen. Redolticn j selsammlungen von S im rock; Kinderlaube; Denksprüche von Lehrer I. Oppenheim (Schötmar) re. Hierbei hob man besonders hervor, daß an geeigneten Jngendfchriften für j. Schule,t noch ein großer Mangel vorhanden und daß die meisten Iugendschr ften christlicher Autoren so sehr den christlichen Charakter tragen, haß sie für unsere jüdische Jugend anstoßerregend seien. — Eine ziemlich lebhafte Debatte knüpfte sich an Nr. 4 der Tagesordnung: „der Unterricht im Uebersetzen de- Pentateuchs, insbesondere, welcher vorbereitende Unterricht demselben vorangchen müsse und durch welche Unterrichtsmittel das Uebersetzen erleichtert werden könne." — Man kam darin überein, daß als vorbereitender Unterricht geläufiges Lesen, Uebersetzen einiger leichter Gebetstücke, sowie Uebersetzen und Auswendiglernen einiger kleinen Verse au» dem Pentateuch anzusehen serr Bei allem aber sei Rücksicht auf die nothwendigsten gramatischen Regeln, besonders ver Endun g e n f eboten. Tie Pentateuchstücke werden sorgfältig gewäblt, rwhl am besten nach dem Entwürfe, welchen Lehrer Leeser zum Vorlesen in der Synagoge der Synode zu Leipzig vorlegte. Um das Uebersetzen deS Pentateuchs zu erleichtern und zu fördern, soll den Kindl rn ein Wörterbuch in die Hand gegeben werden, und zwar nach Auswahl der Stücke bearbeitet. In diesem Wörterbuche sollen die Kinder jedes Wort nach der Reihe, mit Rücksicht auf die deutsche Sprache, finden körnen. Dasselbe zerfällt aber in zwei Theile, indem HeRäisch und Deutsch vollständig getrennt sei» soll. Die Uebersetzung dieser Wörter sei zur-ersten Hälfte deutsch, zur zweiten Hälfte jüdisch-deutsch -Die Ausarbeitung haben Krsnenberg (Bünde) und Leeser übernommen, und soll der nächsten Rhl. Westfl. Lehrer-Cvnferen; zur Begutachtung vorgelegt werden. — Wie da« Schnell-Schönjchreibcn für die Volksschule nützlich zu machen sei, suchte Schreiber Dieses zu erklären. Die Erklärung, sowie ein vorläufiger Entwurf der Methode, welche die zu erzielende Handschrift zeigte, wur de beifällig ausgenommen. Der nächsten Conferen; soll eine vollständige Ausarbeitung nebst Er-, läuterungin vorliegen. Bevor wir des zuletzt zur Besprechung, resp. Mittheilung sekommenen Gegenstandes erwähnen, sei bemerkt. das! der Vorstand und einige Repräsentanten "der Gcme nde Vlotho von Mittags 2 Uhr bis spät Abends, l>er Confercn; anwohnten und sich an den Verhandle »gen, zu unserer größten Freude, ernst betheiligten. ES betraf die Cykluo-Fragc. ^Der Vorsitzende gc b eine kurze Uebersicht über die Synode und den Gcmcindetag,. deren große Zwecke für Synagoge, Schule u. s. w. Bei der Erörterung der CyklnS- Frage verweilte er länger. Zwar trat für Referenten verhältnißmäßig wieder eine solche Situation ein, wie in Leipzig; indem der Vorstand seine entgegengesetzte

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