Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 41 (13.10.1869)
- Date
- 1869-10-13
- Page
- Seite 438 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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438 znsaininengesetzt war; and daß der erste Präsident, schon nachdem wir längst als Schriftführer funktionirten, nickt einmal wußte, daß der Lehrer einer kleinen Landgemeinde neben ihm Platz genommen hatte. Don einigen unbedeutenden, doch bezeichnenden Vorkommniffen in dieser Hinsicht, während der Verhandlungen, wollen wir hier, als nicht;ur Sache gehörig, Absehen. Es war uns durch dien Amt unmöglich gemacht, in gewünschter W.ise für das einzntreten, was wir beabsichtigten, was wir jetzt und alle Zeit als die erste, und — weil, übci aus bedeutungsvolle und schwierige, vorläufig alleinige — Aufgabe des Verbands betrachten. In Nebenversammlungen haben wir unsere gerechten Bedenken geäußert; in den.Hauptversammlungen war es unmöglich, in die Sacke selbst einzugehen und zum Worte zu kommen. Welche Zwecke hatten die Herren, die den Gemeindcverband begründen wollten, im Auge? Welche Andeutungen ergeben sich aus dem provisorischen Entwürfe für das spätere xLtalut? Unsere geschätzten Leser werden mit uns über die weitaussehende Aufgabe, die sich der Gemeindetag für' den Gemeindevcrband stellte / erstaunt sein. Er bezweckt Alles — und Nichts; er umfaßt in der Tbecrie die ganze Aufgabe des- IudenthumS; ein praktischer, klar erkennbarer,, d. h. greif- und faßbarer Zweck, für den wir in einer Nebenversammlung das Wort ergriffen, tritt jed'ock trxtzdem nicht hervor. — Zur Erhärtung unserer Behauptung wollen wir die betreffende Stelle im Programm deS GemeindetageS, refp im vorläufigen Entwurf der Grundznge für das Statut hier wiederholen : Es beißt ton: Ser dentickiSrael. Gemeindebnnd -c. hat zuni Zweck: l) Mittheilung und Austausch von Erfahrungen über Einrichtungkn,. welche sich im Wirkungskreis der Gemeinden als heilsam und nackahmungswerth bewährt haben, soweit sie die Verwaltung der G.meinden oder einzelner wichtiger Zweige derselben, wedas Unterrichts'-, das Armen und Bereinswewnec betiefie». \?) Anbahnung von Associationen: n. für Bildung von größeren Armenverbänten innerhalb bestim nter geographischer Bezirke, Beb»js Beseitigung der -im FreiiidennnterstülrnngSweicn herrschenden Mißbräuche:- . i, zur (Gründung, neuer oder thatkräfkiger Ferderung bestehender gemeinsamer PeniicnS- und llnterstützungSanstalten für israelitische EultuS - und Gemeinde Beamten unt. deren Hinterbliebenen. 3) Vereinigung der Mittel und Kräfte der Deutsck- ISraelilisch-n 'Gemeinden und ihrer Mitglieder für grö'ere Aufgaben rer Humanität, namentlich zur Verbesserung der poliliscken und socialen Läge d.r Glaubensgenossen, sowie zur Abhilfe geistiger und materieller Nolhnänre unter.denselben. bei aeeianctein Zn'amme»- wirken mit ausländischen Vereinen gleicher Tendenz (Alliance israelite universelle). 4) Thatkräftize Förderung der Bestrebungen auf Errichtung höherer Deutsch-Israelitischen Lehranstalten zur Pflege der Wissenschaft deS JudciitbnmS refp. zur Ausbildung von Rabbinern, Predigern, Lehrern und Cantorcn, unter entsprechender Mitwirkung des Gemcindebundcs bei der Verwaltung dieser Institute.* Diesem entsprechend, lautet auch der Aufruf, in: zieht die Schule, Stznagoge, Bcerdignngswescn, Wohl ihätigkeitsanstallen n. s. >v. in sein Bereich; Er w.ll das „Allen Gemeinsame^ gemeinsam pflegen. Welche Mittel beansprucht der Ausschuß, um dieses großartige uns weitgehende Unternehmen in Angriff zu nehmen? 100 Gemeinden, welche 2000 Thal er jährlich beisteuern! Was soll mit diesen Zweitausend- Thalern zuerst begonnen werden? Wir machten ans die Unrnlänglichkeit dieser Mittel auch nur für den Anfang aufmerksam.' Wir sagten, daß, um nur auch eine des Gemcindcbundes würdige Anstalt zu begründen, wohl das zehnfache jährlich nölhig würde. Wir staunten, daß praktische Kaufleute, Männer von hoher Intelligenz und reicher Berechnungsgabe, im Stande sein könnten, solchen Illusionen Zeit und Kraft zu widmen. Man wollte Etwas schaffen um jeden Preis und wir fanden daher für unsere Bedenken kein Gebör. -i Der Gemeindeverband schließt mitunter auch die' Aufgabe ein, die sich die Alliance isr. universelle gesetzt hat. Die Mitglieder des Eentralcoinites der Alliance wohnen fast fäAmtlich in Paris und wohl keine deutsch israelitische Gemeinde wird sich im gleichen Grade vor allen Andern so auSzeichnen u.id einer solchen O.unipotenz sich erfreuen, wie Paris im Ver bältniß zu fall allen jüd.scheu Gemeinden der Welt. Und doch — die Bnreailtosten der Alliance, Porto. . Gehalt Subventionen, Berichte n s. f. werden wobt die Summe von Frcs. 10,000 nberueigen.. Die Büreaukosten! Und was wäre dann mildem Gemeindebuad bewiesen? W.'lck. Zwecke könnte er erreichen? ES kam uns zuweilen der Gedanke. daß das Bestreben, einen io scheu deutschen Verband zu grünten, gegen die Alliance isr universelle gerichtet sei, die bekanntlich in Deutschland einige Gegner ha:, Gegiwr, die wohl als solck-e für ihre G.-gnerichrsr nur selbst süchtige Gründe anftnbringrn vermögen, aber — praktische Gegn r. D-e Sack? der Alliance in im Flusse, >ie ist in Deutschland mi ft le» fast eritanneusweetbein Wachst!'»'» begriffen, obgleich si^ noch lange nickt diejenige Ausdeb >.n ig gewonnen hat, die der Zahl, der Groß--, der Intelligenz der deutschen Bevölkerung ent'preckens ist. Der deutschisraelitische Gemeinteverband ist ei» Damm, welche» man der