Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 39 (29.9.1869)
- Date
- 1869-09-29
- Page
- Seite 423 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r — 442 — Stuttgart, 7. Srp». Wie wir schon früher »figetheilt haben, ist es die Absicht der St. Negierung, fittr eine Reform des israelitischen Kirchenwesen S die gutäibtliche Einvernabme von BertraucnSmännern aus der Mitte der israelitisch en Kirck rngenosfenschaft einzuleiten und zu diesrni Zweck eine Kommission einzubrrufen, in welcher jeder der 12 RabbinatSbezirke des Landes durch einen von den Kirchenvorstehrrämtern des Bezirkes gewählten Delegirten vertreten ist. Nachdem sämwtliche Wahlen vollzogen sind, sind wir in der Lage, das Ergebniß derselben in folgendem mir. zutheilen. ES wurden gewählt für den RabbinatSbezirk: 1) BromiSbach, als Delegirterder Rabbine Berlins er von Braunsbach, als Ersatzmann: der Filistanwalt Felben heim er von Hengslseld. 2) Buchau, als Delegirter: der Rabbine W e i n - man« von Buchau, als Ersatzmann: Rechtsanwalt Wallersteiner in Ravensbnrg. 9) Butte» baus-n als Delegirter: der Rabbine Dr. Silberstein von Butt, «hausen, als Ersatzmann: dcr frühere Lelrer Löwen thal daselbst. 4) Freudenthol, als Delegirter: der frühere Lehrer Levi in. Stuttgart, als Ersatzmann: Joseph Weil von Hochberg. 5) Göppingen, als Delegirter: der Rabbine Herz in Göppingen, als Ersatzmann: Kirchenvorsteber j)iosenthal daselbst. 6) Heilbronn, als Delegirter: RechtSanw. K a l lmann in Heibronn, als Ersatzmain: Jakeb Rosenthal daselbst. 7) Laupheim, als Delegirter: RechtSanw. Heumann in Laupheim, als Ersctzmann: Kaufmann H. Steiner daselbst. 8) Mergentheim, als Delegirter: der vorm. Lehrer Ludwig Stern von C'eglingen, als Ersatzmann: David Sulzbacher von Mergentheim. 9) Mübringen, als Delegirter: der Rabbine Dr. Wassermann von Mühringen, als Ersatzmann: der pens. Lehrer Weil von Freudenthal. 10) Oberdorf, als Delegirter: Rechtsanwalt R ördlingrr von Stuttgart, als Ersatzmann: Salcmon Löwen st ein in Pflaumloch. 11) Stuttgart, als Delegirter: Oberjustizprokur. Heß von Dm, als Ersatzmann: Fabrikant S. Ellinger von Stuttgart. 12) WeikerSheim, als Delegirter: Abraham Selz von Mederstetten, als Ersatzmann: LazaruS Oberndorfer aus Creglingen. | Da unter den Gewählten kein im aktiven Dienste stehender Borsänger sich befindet, so wird ein solcher in der Person des Lehrers und Vorsänger» Mainhardt von Hochberg zu der Kommission von AmtSwrgen beigezogen werden. Die Einberufung der Kommission wird voraussichtlich im kommenden Spätherbst ' oder Winter stattfinden. Jbre» Berathungen wird bekanntlich ein bereits sämmtlich;« israelitischen Kirchen- . gemeinden zur Kenntniß gebrachter Entwurf ein'S Peri fasiungSstatut« für die israelitische Kirche zu Grunde gelegt werden Wir machen jedoch aus's Reue daraus i aufmerksam, daß dieser Entwurf, wie er sich selbst ausdrücklich als e'nen bloS vorläufigen bezeicl net) so auch : in der That in keiner Hinsicht die Bestimmung hat, weder der freien Meinungsäußerung der Kommission,! ^»och der endgiltigm Entsichlienung der K Regierung irgend«? e vorzugreifen".! Unter den Delegirten find zwei gewählte Lehrer: Herr Levi, pensionirter Lehrer auL Freudenthal, nun-! mehr Partie.lier in Stuttgart, und Ludwig Stern,! Nachfolger des ersten in Freudenthal, jetzt Seminarlehrer in Würzburg, pseudonvm gabia ben Besisa. Bon dem EultuSministerium wurde einberuscn Lehrer — Vorsänger Mainhardt aus Hochberg. Unter > den Stellvertretern sind dr-ei Lehrer, die Herren Lö-! wenstein in Pflaumloch, Löwenthal in Buttenhausen, Weil in Stuttgarc; alle drei pensionirt. ES I sind also sechs Lehrer gewählt. Rabbiner fünf; Advokaten vier. Zieht man den Einfluß der Rab- ' binen in Betracht, die sich meist feindselig den Lehrern; gegenüberst'llen, so ist da» Resultat für die Lehrer ein überraschendes. Herr Löwen st ein in Heilbronn war 1 ebenfalls im Wurf, dem Eifer des Rabbinen ist es ' zuzufchreiben, daß er nicht gewählt wurde. Wenn die! Herren nirgends ihre L'ipio rwp an den Tag legen; gegen die Lebrrr geben sie ix:tri n.vjp kund. In der Schule, beim Unterricht macken di; Herren den Lehrern wenig Eoncurrenz, das. macht nur Mübe und bringt keine (Hnolumente em; aber wo es Gebühren setzt, i ha nimmt man das Ei und das Huhn dazu. ' Die Rabbinen wollen diese Synode benutzen, um die ' Sckule unter ihren Krummstab zu bekommen; aber — manum de tabula!! , Bayern im Sevt. Glück auf! zur neuen Stelle in einer gebildeten «Gemeinde, ruft Ihnen Ihr CorreSpondent aus Bayern in seinem und im Namen zahl- ' reicher Eollegen zu, wenn gleich dieser Umzug die Ursache Ihre» Nichteintreffens bei der all. b. Lehrerversammlung in Würzbur,, gewesen sein mag. Außer persönlicher Bekanntschaft, die wir alle gewünscht, mag aber die Sache unsrer Achaw», für die Sie dort thätig sein wollten, keine Einbuße erlitten haben,, denn trotzdem wir unsrer 20 isr. Lehrer dort sein mochten, an einem gemeinsamen Verkehr zu einem andern Zweck ' als die all. Lehrerversammlung hatte, war bei der . Kürze der Zeit und dem damit verbundnen Trouble j und dem Mangel persönlicher Bekanntschaft bei Aelen nicht zu denken. Was etwa für Ihr Blatt speziell JnteresianteS sich dort begeben, dürste sich darauf beschränken. daß in der Delegirtenversammlung ein katho-