Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 38 (22.9.1869)
- Date
- 1869-09-22
- Page
- Seite 417 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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417 Alliance anschlietzen und einen Zweig Ihrer Gesellschatt bilden. — Empfangen Sie, Herr Präsident rc. Dr. 2- 2- Rülf. Schriftführer des Hilfskomitee». »rief« Mt »e» rief«, gerichtet am dt« A»i«»ce tot. «Ni*. jü»tsq-tße«r»,ische» Merei« (,« WreskaN) ««d der Z,m«de t« &t\p\\t. Jüdisch-theologischer Verein. ,u Breslau. An die Alliance isr. unwenelle in Paris. No. ». Mein Herr! Ich habe die Ehre. Ihnen anzuzeigcn, -atz der jüd.- theologrsche Verein laut beigefügtem Protokoll in seiner Sitzung vom 1. Juli 1869 folgenden Beschluß gefaxt hat: Der jüd. lheol. Verein schließt sich in Anerkennung der segensreichen Thätlgkeit der Alliance Israelit« universelle als Grsammtheit derselben an und macht es seinen Mitgliedern zur Pflicht, ^mit allen Kräften die Bestrebungen derselben zu fördern. Ich bin. hochverehrter Herr, Ihr ganz ergebenster Dr. B. Zuckermann Obmann des geschäftsleitcnden lZomiteS. 4io. 6. Hochgeehrter Herr Präsident! Ich habe Sie vor Allem darum zu bitten, daß Sie die Güte haben möchten, es mit der Ueberlast meiner LÄeiten »ährend der Daiier der ersten israelitischen Synode zu entschutdigen, daß ich erst heute dazu komme, Amen offiziell diejenige Mittheilung zu machen, von »elcher ich allerdings mit Vergnügen weiß. daß^Herr Grotz-Rabbiner Astruc aus Brüssel sie Ihnen verttaulick» bereits übermittell hat Nachdem, auf die von mir, als Mitglied desselben, m dem gleichzeitig versammetten Gemeinde-Tage der israclittschenGemcinden Deutschlands, gegebenen Anregung, eine Resolution gefaßt worden war. welche eine vereinigte und ceutralifirte Mitwirkung für die Zwecke der Alliance Iaraelite universelle zu künftiger Behandlung vorbehält. der Alliance aber Dank und Anerkennung zollt: ist in der Sitzung der allgemeinen israelitischen Synode vom 2. Juli o. durch Herrn Groß-Rabbincr Astruc. Herrn Dr. Lö» aus Szegedin und Genossen ebenfalls eine in den «ärmsten Ausdrücken abgefaßte Resolution vorgeschlagen worden, der Alliance Dank und Zustimmung anSzudrücken. Ich schätze mich glückkch. Ihnen mittheilen zu können, daß diese Resolution, nach wenigen herzlichen Worten des Unterzeichneten proklamirt, ohne jegliche Debatte von der Synode einstimmig angenommen und mit lebhaftem Beifall begleitet worden ist. Gerne ergreife ich die Gelegenheit, um Sie, hochgeehrter Herr Präsident, wiederholt der ausgezeichneten Hochschätzung zu versichern, mit »elcher ich die Ehre habe, zu verharren ^Ihr ganz ergebenster '! Pros. Dr. M. Lazarus, Präsident der ersten israelitischen Synode zu Leipzig, zugleich im Namen der Bice-Prasidenten yerren Dr. Abraham Geiger au« Frankfurt a. M. und Ritter Joseph v. Werthheimer aus Wien. Leipzig. Katharinenftrahe 6. den 6. Juli 1869. Aeuilleto«. Hartwig Wessely. Biographisch« Sti^e von S. Jacobson, l Fortsetzung « d Schluß.) Niemand erfuhr die drückende Lage de« Gelehrten, der sich und die Seinen durch Stundengeben und kleine literarische Arbeiten kümmerlich ernährte. Doch er verzweifelte in diesen schllmmen Tagen ebenso wmig, als er in besseren sich überhoben hatte; ein Wesiely war nicht geschaffen, von der Hülfe Anderer zu leben. Und e« nahte Rettung aus dieser Noth. Hartwig'S Freunde, vor Allen MoseS Mendelssohn, hatten mit scharfem Blick die mißliche Lage Weffely'S erspäht. Wohl wiffend, daß der edle Mann mit gerechtem Stolz« jedwede unverdiente Unterstützung von sich weisen würde, gründeten sie eine Gesellschaft, deren Hauptzweck eine Stiftung war, durch welche Hartwig in den Stand gesetzt wurde, gegen Honorar Borlesungen ans dem Gebiete der jüdischen Theologie zu halten. Bon Nah und Fern strömten ihm bildungsfähige junge Leute zu, um seinem Borttage über Eregese de« Pentateuch mit gespannter Aufmerksamkeit zu lauschen. Im Anschluß an diese Vorlesungen, vielleicht auch als eineFmcht dazu gehöriger Stndien — commentirte Wessely daS Buch LevittcuS, gelegentlich der Herausgabe der Bibel in deutscher Sprache durch Mose« Mendelssohn l ans deffeu besonderem Wunsch. Dieser Commentar > ist nach Mendelssohn« eignem Urtheile ausgezeichnet.! So war denn Hand in Hand mit der Verbesserung \ der materiellen Verhältnisse Weffely'S wiederum bej glückender Friede in dessen Herz eingezogen. Fern j von dem regen Getriebe de« GefchästSleben« konnte * er ganz seinen Studien, ganz seinem hohen Beruf, an Israel« Civilisation und geistiger Fmancipatton zu arbeiten, leben. Diese« Berufe« war er wohl eingedenk , al« sich ihm überreiche Gelegenheit zu prak-