Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 38 (22.9.1869)
- Date
- 1869-09-22
- Page
- Seite 416 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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wodurch dies verboten wäre. Wenn man diese Rechts- Verweigerung mit -er so beklagenSwerthen Thatsache zusammeichält, daß in diesem Jahre fiebenzchn Israeliten gemordet wurden, ohne daß je ihre Mörder gestraft wurden. obwohl mehrere unter ihnen der Polizei bekannt, so fürchten die Unterzeichneten die Unruhe ihrer Schutzbefohlenen israelitischer Comeffion nickt bewältigen zu können, welche mit Grund befürchten, daß die jetzige Straflosigkeit der Mörder ihrer Glaubensgenossen diese zu' neuen Tyaten der Unduldsamkeit und der Glaubenswuch veranlassen könnte. Dieser Mangel an Sicherheit und die Unr-lhc, welche daraus entsteht,' berechtigen die Unterzeichneten hinreichend, Eure Hoheit um ausreichenden Schutz für ihre Untergebenen israelitischen Glaubens gegen ähnliche Mordtaten anzunrien. Sie werden außerdem geleitet durch ein Gefühl der Humanität für die israelitischen Unterchanen Eurer Hoheit. Gefühle der Menschlichkeit, welche sie nickt vergessen dünen, ohne stch selbst dem strengen Tadel der civilifirtcn Nationen auszusetzen. welche sie die Ehre haben, in diesem Lande zu vertreten. Die Unterzeichneten hegen jedoch das Vertrauen, daß E«. Hoheit wohl dir Beweggründe würdigen, welche sie veranlassen, sich in dieser schmerzlichen Angelegenheit an Ew. Hoheit zu «enden, und da «ic voll der aufrichtigsten Thcilnahme für das Glück der tunesischen Regierung find, so wünschen fie, wenn fie ihre Regierungen von diesen bedauerlichen Thatsachen benachrichtigen, ihnen zugleich die von E«. Hoheit zu erwartende Versicherung geben zu können. daß energische Maßregeln ergriffen «erden. um in Zukunst alle Gewaltthaten gegen die unterwürfigste und vertheidigungsloieste Klaffe Ihrer Unterthanen zu verhüten und zu bestrafen. Wir ergreifen diese Gelegenheit, erlauchter und hoher Herr. Ew. Hoheit die Versicherung unserer ausgezeichnetsten Hochachtung entgegenzubringen. Schiel»«» de» S«r» Dr. M»kf, zkre»tD«r« ,» Memet, Mtecfrs» «t»e» Htk«» »er Gl»w»«Mr»»g »er ifzntliun e» Mt chre«ie t«'» innett zt«ßr«n>» nnt Mr ItUaue*'. No 3 An daS^Eentral-Eomitö der Alliance im. uni«, zu Paris. Memel. 10 Mai 1869 Liede Freunde und Brüder! Aus unseren Rechnungen «erben Sie ersehen, was wir für unsere unglücklichen Brüder gethan haben. Dennoch glaube ich. besonders wenn ich meine Aufgabe als MitgüÄ der allgemeine» israel. Wstanz in Betracht ziehe, Mine ganze Pflicht noch nicht erfüllt zu habai. Folgendes ift's also, was ich gethan habe und »aS ich Ihrer Billigung unterbreite. Ich habe beiliegende Bittschrift an den Fürsten Obolenski, Statthalter in jkowno, gerichtet. Ich habe auch an den Ausschuß nach Kowno geschrieben und ihn gebeten, mit mir eine Gesellschaft zu organifiren, welche den Zweck hat, die Einwanderung und die Niederlaffung der Israeliten im Innern des ungeheuren russischen Reichs zu begünstigen und den Statthalter für diese» Unternehmen zu gewinnen. Der Ausschuß hat dem Plane mit Freude zugestimmt. Auch der Statthalter hat uns seine Billigung ausdrücken laffen und mich eingcladen, ihn in Kowno zu besuchen und nrich persönlich mit ihm zu besprechen. Ich hoffe, mick bald zu ihm begeben zu können und «erde der Alliance den Erfolg meiner Reise mittheilen. Ich betrachte diesen Schritt als deren Anfichten und Bestrebungen entsprechend, habe ihn in meiner Eigenschaft als Glied dieser Gesellschaft unternonimen und hoffe. Sie werden mir nebst Ihrer Billigung auch Ihre Rathschläge und Verbaltungsanweisungen gefälligst zukommen lasten. Genehmigen Sie rc.. Dr I. I. Rüls. Schriftführer des Hilfscomites.! No. 4. Eenkral-Ausschuß der Alliance israelite universelle. An Herrn Dr. I. I. Rulf. Rabbiner zu Memel. Paris, 14. Mai 1869. Herr Rabbiner!! Mit dem größten Vergnügen haben wir aus Ihrem Schreiben vom 10. d. enehen. daß Sie die Hoffnung haben, für chrcn Plan der Einwanderung unsrer unglückj lichen Brüder in s Innere Rußland's die Mitwirkung j der russischen Regierung zu gewinnen. Ganz gewiß ist! dies das beste Mittel, dem chronischen langjährigen Elend unsrer Glaubensgcnoffen avzuhelsen. Unsere Billigung und Mitwirkung ist Ihnen im Voraus gesichert und wir können Ihren energischen Anstrengungen nur unser« innigsten Beifall spenden. — ■ Genehmigen Sic ec. Für den Central-Ausschuß. der Präsident j v_ A Crömicur. No. 5. 'An das Eenrral-Comits der Alliance i«r. univ. zu Paris. Memel. 9. Januar 1869. Herr Präsiden:! Bei meiner Rückkehr von Kowno finde ich Ihre geehrte Zuschrift vor. Der Erfolg meiner Reise ist Ihnen sicherlich schon aus dem Ihnen von mir zngesandten Druckblatte bekannt. Gewiß «erden wir später die Mit wirkuna der „Alliance" nöthig haben, und wenn die russischen Gesetze der Organifiruna unserer Werke nicht hindernd in den Weg treten, werden wir uns der