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Der israelitische Lehrer · 1869-09-22 · 38 (22.9.1869) · p. Seite 415

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
38 (22.9.1869)
Date
1869-09-22
Page
Seite 415 (sequence 3)
Language
German
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415- 1 Hochgeehrte Herren! Vorgestern wurde in Milte der Stadt, in einem der belebtesten Stadtt'iettel. ein abscheuliches Verbrechen Dcrübt. Pein, (iiutrilt der 'Jitichr gingen vier in einem Eaf^ in Lenk tnwcf beschäftigte tunesiicke Israeliten vor der großen Moi'ckee ><>-emaä -'eilnn i vorüber. nm üai zu ihren gewohnten Beschästignngenzu begeben, als sie von einen» wükl,enden Haufen überfallen, geschlagen. mißhan delt und vor den Touletli'--, geschleppt wurden, unter der Aiischnldigung. tan ne in die Moschee hätten ei» dringen wollen, Wäluend sie sich vor dem Toulelli zu verwertigeir suchten, wurde (Liner von ihnen. der zwanzigjährige Iosua Fetouni. ohiimächtig. Man bemerkte alsbald, dan das Blut von Win strömte: man östnete reine »leider »nt erkannte eine große Wunde in der'Scham leiste, an-? ivelwer die Eingeweide »erau^suolleu, Ter llnglückliche war. obne es bemerkt zu haben, von einem 'wneidenten Instrumente getrosten worden, Tie Wunde -war lödllich: der llnglückliche narb andre»!ags. Lein Baker ein «>-reis, denen einige Stütze icin einiger Lolnr ivar. wollte sich dem Ben vorstellen. und uni Gerechtigkeit flehen. Man verbinderte ihn, vor den pursten zu dringen: aber der Bachhamba^i erklärte ihm aut Besthl Seiner Hol,eit. das; der Mörder unbekannt sei; und 'erner: wann» iein Lobu in die Moschee Nabe eindringen wollen! er rolle bei dem.Tonletli reklaiinrett n. i, i. Aus einer orsiciösen Untersuchung — denn die Be hörte batte keine solche angestellt ergibt sich, daß der unglückliche Fetouisi vollkommen unschuldig an dem Bergede» war. das man ibm zur Vast legte, Es war ein Anderer, ivelwer in den Borbor eingedrungcn war. nm einen Tieb zu verfolgen, der Um reiner (ihrthia * > beraubt batte, Tenn Lie münen wissen, daß vor den Tdüren der Morchocn sich eine Bande verworrener Subjekte anrbäll. welche es sich zu ul Gerwärle niacht. die armen vorübergebenden Juden zu berauben und mit ihrem Raube in das Innere der Morwee zu entwischen, welche sie dann durch eine andere Thüre wieder verlassen, obne befürchten zu müssen, daß der unglückliche Beraubte e-) wage, diese ihm fürchterliche Lckwelle zu überschreiten, Leit einem Jahre siitd an den unglücklichen Israeliten zahlreiche Mordthaten begangen worden. Iosua Fetoussi ist der sieben zehnte in vieler MäMirerrciHc. deren genaues Ramensverzeichniß wir mit tiefem Schinerze Ihnen vorzulegen die Ehre Haben. Tie Veranlasser dieser Mordthaten sind stets ungestraft gebliebew, Wenn auch einige Verhaftungen stattgefunden haben, so wurden doch die Beschuldigten bald wieder freigegeben, ohne daß die Behörde die Gewogen heu hatte, die Bewerfe und Zeugnisse in Betracht zu ziehen, welche die Familien der Opfer herbeischassten, ungeachtet der Hindernisse aller Att. welche man ihnen bei ihren Rachsorschungeu in 'en Weg stellte. Vage in dieser Straflosigle:t nicht schon eine Frage der Menschlichkeit und Eivilisatil.'n. welcke vor den ehren werlben Bcrtretern der civilii'iNen Brächte nicht vergebens wird angerufen werden, io würoe schon die Frage der Gerechtigkeit und persönlichen L icherheil Ihre ernste Auf- ' mecksamkeit erregen münen. \ Fn Folge die>'er zwingenden Betrachtungen erlauben > wir uns. Herren Eonsulen. um Ihre Belniittlung bei j Leiner Hoheit dem Ben zu bitten, damit endlich ein j Stand der Tinge aufböre. denen Aufrechlerhaltung die : gänzliche Beineinung aller «Grundsätze der «Gerechtigkeit! sein würde, welche die Grundlagen jeder regelniäßigen! Regierung bilden,! «Genehmigen Sie. geehrte Herren General-Eoniuln. die! Benicherung unserer ausgezeichneten Hochachtung. 1 Tas Bezirkscomile der Alliance israelite universelle, i (5vUCiinene, »eu. Präsident. 'v tM"a n a - ( Bieeprändenten M Azuclos, s Vc'on Elmilil. Lecretär, *l Geisttichrt Lbrrha«>r. * Lontbedeckung. >f jeii •J Palastaulseher. 'Jii'. 2. liltreise der «ieinul» an die Tunesische Regierung, Tunis, den 21, Januar 1869. Erlauchter und hoher Herr! Tie Unterzeichneten Vertreter der befreundeten Mächte, ohne in irgend welcher Weiie in eine. die Handhabung der Justiz bettestende Frage eingreisen zu wollen, halten es doch nir ihre Pstichl. Eurer Hoheit hochachtunzSvollft eine Abschrift der Adresse zu unterbreiten, welche ihnen durch den Bezirksausschuß der Alliance isr. in Tunis zukai». betrests des kürzlich verübten Mordes an Iosua Fetouisi in einem d., belebtesten und volkreichsten Stadtviertel, ohne irgend einen anderen, bekannten Grund als den Verdacht, er habe den Hoi der großen Moschee Djema Zeitouna zu überschreiten beabsichtigt. So lie« die Unterzeichneten alle Mordthaten beklagen, müssen sie doch iroch ganz besonders die Aufmerksamkeit Eurer Hoheit auf den Mord des unglücklichen Iosua lenken, welcher, ohne irgend welche Schuld, sondern nur aus Fanatismus hingeschlacklet wurde. Was diesen Geist des Fanatismus noch gefährlicher macht, ist die Wirkung, welche er auf das Benehmen der Beamten zu haben scheint, deren zweifellose Pflicht es war und noch ist, den Mörder zu entdecken und zu bestrafen. Bis jetzt zeigen sie sich zur Erfüllung dieser Pflicht wenig geneigt, und zwar aus der wirklichen oder vorgefchützten Unwijfeicheit. daß in den vorzüglichsten muselmännischen Ländern der Eintritt in die Moscheen den Andersgläubigen keineswegs verboten ist. Es gibt in dem Religions-Gesetze nichts. S

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