Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 38 (22.9.1869)
- Date
- 1869-09-22
- Page
- Seite 414 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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414 rüchrizer Lehrer, die getränkt sind in dem Born: der , Erkenntniß, die das ZÜdentvum, eie Feit wie ihre Aufs gäbe äls Erhalter des religiösen Lebend und als j Bannerträger des Fortschritts verstehen und begreifen, > immer weniger wird.' Aber man den uns nicht, I man begreift uns nicht, o, daß wir es sagen müssen, J man will uns nicht hören. Wir lind heckn unbe- > qneme Malntrr. Mit 'unseren Forderungen für eie Hebung der Schule und des Lehrerstandes koiiiinen! wir den Bkännern immer wieder in die öucvc, rr:• für ihr eigenes liebes „Ich" sorgen müssen, irnv dartlm ganz andere Ziele im Auge haben. ■ Wir batten große Honnu.igeu aus die Svnvde 1 gesetzt.?ie sonore war. trotz Anfeindung und; Fgnorirung einer gewissen kleinen, nur durch ihre Thatkrast. eie nch'sti Sckimpfen und Schreien äußert, ' mächtigen Partei, eine Macht, die berufen uns im Stande mar, (großes uizd Heilsames zu bewirken.! Was wirvom Anfänge der als ihre c r st e und höchste Auf - gäbe belräckleten,das bat ste abn'— -,-iscr nicht beachtet, sie ist gegen unsere Mahnungen taub geblieben. WaS , nützt die Regelung des-Kultus. was nützt der stolze . Bau eirwr jüdisch ibeolagückeu Facultä:, was nützt Alles, w,»n rer Unterbau mangolhaf'. ist. wxnn cs an jüdischen RestgionStchulen für unsere Fugend g-- bricht, wenn die tüchtigen, kcnntnißreichcn inik bcrussneuen Lehrer immer seltener werden, wenn ron vielen ‘ Lehrenr oft die Besten Mangel haben, in akuinmer! und sorgen.ihr Lebe» dahin dringen r wenn ne es > als eine Vrrsündigung gegen ihre Eticrnpsticht halten würden, eins ibrer Kinder;um Lehrerslandc heran- 1 zubilden und dar einfachste Handwerk verziehen, weil das . Lehreramt aussichtslos ist liebet bin und sehet zu. ob ick die Wahrheit spreche.' Es gibt wohl einzelne ■ Lehrer, die sich durch eiserne Energie ein erträgliches Leben zu verschaffen verstanden: es wäre auch gar zu traurig, wenn kaS nicht der Fall fein könnte. Aber im Großen nnd Ganzen kann die« natürlich nickt maßs gebend fein. Nicht Jedermann bat die Energie, ausj zub a rren. „Du sollst tick freuen—Du und der Lernte", ea« kann nur geschehen. wenn wir Verhältnisse geschaffen, die dem Lehrerstand eine Zukunft; »erbürgcu, Gewähr bieren, daß er, wenn er sich diesem Berufe widmet, ein erlrägtickeS, anständiges mnd > menschenwürdige -Leben zu führen im Stande )fei. i Dafür ist nichts geschehen. ES sind weder j Vorkehrungen getrosten worden für die HcraMldung! eines tüchtigen Lehrerstandes, noch ist etwas dafür ' geschehest, daß den tüchtig gebildeten Lehrern auch eine - entsprechende, würdige Stellung geboten weroe. DaS und nur oa« allein kann die Grundlage für die Auserbauung eine» seiner Anfgabc entsprechenden Gemeindewesens, bat tragfähige Fundament für da« t Zudrnthum der Zukunft werden. Was ist dafür I geschehen? Nicht«. Die einschlägigen Resolutionen ffr Syncoe find schöne Worte, Phrasen, ohne Hintergrund, okne jedwede tatsächliche Bedeutung. Schlimm noch dabei ist, daß man an die Krönung des Ge- ,bäudes, an di« Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät ernstlich Hand anlegt, weil die Großartigkeit nno Erhabenheit diese« Gedankens, der zu seiner Feil wirklich von ilile-meßiicher Bedeutung für »as Zuoenthum weiden könnte, besticht nnv baß man gerade deßhalb die feste B gründung, den Unterbau, vergißt. Wir ieken dies an dem jüsisch-tbeologifchen Seminar zu Breslau. das entgegen seiner ursprünglichen Anlage — ob auch wider ven Willen des Stiuers, ist uns unbekannt, — bas Lehrerseminar längst eingestellt hat. Sino Rabbiner nokkivcnd i g e r als Lthrcr? Bedürfen diese einer weniger ernsten, sorgsamen und gediegene,i bernslichen Bildung? Kann ein schlechter Rabbiner mehr Unheil bewirken als ein schlechter oder — gar kein Lehrer? Kann die Gemeinde hefffev den Lehrer als den Rabbiner entbehren? Aus allen diesen Gründen' haben wir eS unternommen, einige Thesen über da« .jüdische Unierriäns - und Schulwesen auszustelle». Wir haoen dieselben in Ludwigshasen zur Vorlesung gebracht, ohne daß seeock eine Debatte statlsinden konnte. Wir geben sic jetzt der öffentlichen Debatte Preis. Mögen sie Kampf hcrbeisnhren, der;u»t Frieden führt Mögen ste die Situation zur Klärung bringen. Es mag Manches Unfertige dabei sein Wir haben sic, in der Weise, unsres großen Meisters Diester weg, als Geoankenjpäne betrachiel, die zum Denken anregen sollen. Mögen iste Viele — und zwar nicht allein die Lehrer — zum Denken anregen. Anderes wünschen wir nicht. Dem Gedanken muß.einst die Thal folgen. - Wir bringen diese Thesen im nächsten Blatte. Bericht in Alliance israelite universelle. (Allgemeine ißrocl. Allianz.) I. Semester 1869. Dokumente. Buer, welchen die Glieder des tunemchen Local ComilsS der Alliance isr. universelle an die bei der tunesischen Regierung accredltirten- Vertreter der Mächte richteten, mehrere an den Israeliten begangene Mord thaten betreffend. Ro. 1. An die bei der tunesischen Regierung accredilirten Herr«. Consuln'